Kategoriearchiv: Feuilleton

Wilma Lipp

Des Wiener Waldvögleins unaufhaltsame Weltkarriere Nachruf. Wilma Lipp, weltweit bewundert und dreieinhalb Jahrzehnte lang treues Mitglied der Wiener Staatsoper, starb 93-jährig am Ammersee.

Sie war noch ein Teenager, als man sie an die Wiener Staatsoper verpflichtete, und mit 26 schon Kammersängerin, die jüngste, die je aus dem Haus hervorgegangen ist: Wilma Lipp war der Inbegriff eines treuen Ensemblemitglieds, obwohl sie gleichzeitig ein Weltstar war.

Und das kam so: Eigentlich studierte die Wienerin, Jahrgang 1925, Klavier. Aber die silberhelle, mit bombensicheren Höhen begabte Stimme ließ Kenner aufhorchen. Das Mädchen war nicht für di...

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Theo Adam

Wotan, aber auch Baal - die künstlerische Spannweite dieses Sängers war bemerkenswert.

Es sind die weltweit aktiven Darsteller der Wagnerschen Götterfiguren, denen man in der Regel Stimmgewalt, großes Pathos und äußersten Ernst zubilligt, die ihre Zuhörerschaft aber immer wieder in Erstaunen versetzen, wenn sie komödiantischere Saiten aufziehen. Bei Theo Adam war das immer wieder der Fall. Ihn kannte und liebte man als Inkarnation großer tragischer Helden - und er erntete Ovationen, als er bei der Uraufführung von Friedrich Cerhas Brecht-Vertonung Baal eine Menge sonst verhüllter Facetten aufleuchten ließ.

Die Baal-Gesänge hat Adam noch ...

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Walzer mit Thielemann

"Spielen wir's doch, wie es in den Noten steht" Im Gespräch. Christian Thielemann dirigiert als "Berliner in Wien" zum ersten Mal das Neujahrskonzert der Philharmoniker und hinterfragt mit den Musikern gemeinsam die Aufführungspraxis. Dabei haben sie allerlei Entdeckungen gemacht.

Man freut sich auf jede Probe mit der Band", sagt Christian Thielemann, und niemand würde ihm böse sein, dass er unsere Philharmoniker als "Band" bezeichnet. Man weiß, wie er's meint. Berliner Schnauze in Wien? Dass das nicht funktionieren könnte, ist ja ein böswilliges Gerücht. Nicht erst seit der Landnahme des 59-jährigen Dirigenten. Thielemann hat das Wiener Orchester im Sturm genommen, und das Publikum dazu. Fast 20 Jahre ist das her; seitdem ist er für einen beträchtlichen Teil der Wiener Musikfreunde, die ...

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Stille Nacht

Am Konservatorium wäre Gruber durchgefallen Ein glattes >Nicht genügend< hätten die Professoren einst für >Stille Nacht< vergeben, weiß Ernst Smole. Fatto per la notte natale" heißt es auf der Partitur von Arcangelo Corellis Concerto grosso op. 6/8. Die wiegende "Pastorale" im 12/8-Takt, die das 1714 veröffentlichte Werk beschließt, wu...

 

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Petrenko, philharmonisch

Wenn sich Weltmeister einmal 100-prozentig fordern lassen Musikverein. Die Philharmoniker präsentierten unter Kirill Petrenko Unbekanntes mit Überraschungspotenzial, ein analytisch durchleuchtetes Spätwerk von Richard Strauss und die Vierte Brahms' in der rechten, hochexpressiven Gangart samt unversöhnlichem Finale.

Eines der bemerkenswertesten ph...

 

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„Peer Gynt“ als Ballett

Taumeln im Irrgarten Zweite Aufführungsserie der im Jänner erstaufgeführten Ibsen-Vertanzung von Edwar Clug.

Die Selbstfindungsfahrt von Henrik Ibsens nordischer Faust-Gestalt als Tanzstück: Tanzend, taumelnd, fallend, kriechend erkundet die Staatsballett-Compagnie im Haus am Ring in knapp zwei Stunden die Seelenpfade des Peer Gynt. Edward Clug br...

 

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