GUTE NEUE INSZENIERUNGEN KANN MAN "EINKAUFEN" +++ LONDON ZEIGT PELLYS "REGIMENTSTOCHTER +++ GEGEN STÜCKEZERTRÜMMERUNGEN +++ FÜR EIN VIELFÄLTIGES REPERTOIRE
APERÇU
London zeigt Laurent Pellys Donizetti-Erfolg La fille du regiment - und Juan Diego Florez triumphiert wieder einmal. In Wien und New York kennt man das, zieht aber keine weiteren Schluß...
Festspiele, das war einmal ein Zauberwort für das Besondere, das Außergewöhnliche. Davon gibt es nur noch wenig. Und seither leben alle, die Festivals veranstalten, im Erklärungsnotstand. Münchens Operndirektion bekommt das gerade zu spüren.
Die Salzburger Festspiele werden von der Kulturpolitik in eine tiefe Krise gestürzt. Und das ohne künstlerischen oder finanziellen Anlaß. Oder hat man schon einmal ein Musterschüler wegen einer Betragensnote durchfallen lassen?
Salzburg hat jetzt einen künstlerisch und finanziell erfolgreichen Intendanten vor die Tür gesetzt, weil er sich angeblich nicht „brav“ benommen hat.
»Ähnlich wie der Feuerwehrball in Mürzsteg«, meinte der Herr Bundespräsident sinngemäß.
Eröffnungszeremonie – zu etwas anderen Klängen als gewohnt…
Da werden viele ihren Ohren nicht getraut haben. Der Kommentar von Bundespräsident Van der Bellen zum diesjährigen Opernball lautete – wenige Minuten vor der Eröffnung: »Aber ich erinnere mich auch, w...
Mit dem Taxi eingesprungen: So kam Figaro in der Staatsoper zu zwei Gräfinnen
Bei „Figaros Hochzeit“ an der Staatsoper drohte Adriana González am Mittwochabend die Stimme zu versagen. Die herbeigeeilte Hanna-Elisabeth Müller sang als „Double“ im Orchestergraben. In höchster Not holen Opernhäuser ihre Einspringer sogar vom Würstelstand.
Wenn es so weitergeht, verlieren wir nicht nur die Kammeroper
Eine Petition kämpft um den Erhalt von Wiens kleinstem Opernhaus. Auch die größeren kommen bald in Bedrängnis. Nicht nur wegen des Geldes.
Eine Online-Petition kämpft dagegen an, aber es dürfte beschlossen sein: Die Kammeroper schließt in der Saison 2026/27. Daß sie je wieder auf...
Die Festspiele waren immer auch Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen. Aber anders, als es die Ex-Schauspielchefin nun vormacht.
4. November 2025
Kultur, das meint zweierlei. Da ist einmal alles, was mit Literatur, Musik, Malerei, Theater und ähnlichen wunderbaren Hervorbringungen der Menschen zu tun hat. Und andererseits wären da noch Dinge wie der kultivierte Umgang miteinander im täglichen Leben oder die schon vorsorglich so genannte Diskussionskultur.Das nimmt irgendwie ab, hat man das Gefühl. Dass es auch im Umfeld der erstgenannten Kulturerscheinungen so ist, stimmt traurig. Nehmen wir die jüngsten Äußerungen der wegen einer unerlaubten Nebenbeschäftigung gekündigten ehemaligen Schauspielchefin der Salzburger Festspiele als Beispiel. Sie freut sich nicht über ihre Entfernung aus den künstlerischen Entscheidungsgremien im Festspielbezirk, das glaubt man ihr gern. Sie führt allerhand Argumente ins Treffen, die für die Rechtsabteilung vielleicht von Belang sein könnten. Sie beruft sich im übrigen auf die Kultur in Sachen Umgangsformen.
Bei der festlichen Eröffnung der Salzburger Festspiele gab es diesmal eine peinliche Panne. Offenbar geführt von Insidern, gelangten einige Personen, die gegen das Vorgehen der israelischen Regierung im Gaza-Streifen protestieren wollten, auf die Bühne und in die Arkaden der Felsenreitschule und störten dort die Rede des Vizekanzlers, Andreas Babler. Die Aufregung war nachher größer als während des Vorfalls: Wie konnte das passieren? Warum hat das Sicherheitssystem versagt?
Die Lehre daraus: Man kontrolliert nun die Eintrittskarten, die seit der Corona-Pandemie ohnehin personalisiert sind – was übrigens einen empfindlichen Eingriff in die Rechte der Kartenkäufer darstellt – noch rigoroser als zuvor. Als ob die prächtig geschmückten Festspieladabeis und die nach wie vor oft gut gekleideten Musikfreunde eine Gefährdung darstellen würden. Das ist so absurd, wie das jährliche Theater um die Festspieleröffnung. Diese stellt nämlich für noch halbwegs bei Sinnen befindliche Kultur-Konsumenten seit langem nur noch ein Ärgernis dar. Nicht wenn, wie diesmal, Protestaktionen gestartet werden, sondern wegen der unerträglichen hohlen Phrasen, die bei dieser Gelegenheit von den Politikern, aber meist auch von den Festrednern gedroschen werden.
Was die bis zum Überdruß wiedergekäuten Moralisierungen von allen Seiten mit der europäischen Kunst und ihrem Beitrag zu unserm Leben zu tun haben sollen, müssen sich die Berichterstatter jedesmal verkrampft aus den Fingern saugen und in weitere belanglose Worthülsen verpacken.