Staatsoper Hannover (Bettina Stoß) Helen Donath/Xavier Moreno
Die 86-jährige, aus den USA gebürtige Sopranistin feierte anläßlich einer Neuproduktion von Tschaikowskys »Piqué Dame« in Hannover ein Comeback. Auf jener Bühne, auf der sie vor mehr als sechs Jahrzehnten ihr Debüt feierte, gestaltete sie die Partie der Gräfin und erntete Jubelstürme.
Nicht nur das Publikum feierte die Künstlerin, die seit lange mit ihrem Mann, dem Dirigenten Klaus Donath, in der Nähe von Hannover lebt. Auch die Rezensenten gerieten ins Schwärmen, denn die Wiederkehr der Sängerin scheint nicht nur aus Dankbarkeit für frühere Leistungen gefeiert worden zu sein. Im Deutschlandfunk nannte man die Darstellung der alten Gräfin, die das Geheimnis der »Drei Karten« hütet, schlicht »atemberaubend«. Donaths ungebrochenes Charisma hätte für »Gänsehaut« gesorgt. Nicht nur die Bühnenpräsenz schlug in Bann, sondern auch der Gesang im altfranzösischen Lied (Tschaikowsky zitiert im Monolog der Gräfin eine Arie von Grétry) ging, so das Magazin concerti, dank »unter die Haut gehender Pianissimi«.
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet gar von einem regelrechten »Gefühlsgewitter« und einer insgesamt »grandiosen Version« der »Pique Dame«, der Auftritt der großen Alten Dame sei die »bewegende Überraschung« der Premiere gewesen.
»Pique Dame« in der Staatsoper Hannover: 4., 9., 21. Oktober, 7. November 202
Über einen Komponisten, der kein Deutscher sein wollte und der einen langen Weg an der Seite der gleichaltrigen Dichterin Ingeborg Bachmanns ging, künstlerisch und privat.
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Das dürfte ein Rekord sein. Nicht Ihr einziger, im übrigen. In welchem Zeitraum ist Ihnen das gelungen?
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Im Dezember 2026 wird der Wiener Pianist seinen 80. Geburtstag feiern, vor dem Beginn seines Festivals in Grafenegg verriet der Künstler, wie er zum Intendanten geworden ist und wie er aus einfachen Verhältnissen große Karriere machen konnte.
Wirklich passiert ist in Robert Wilsons Theater nie etwas. Selbst dort, wo in seinen Operninszenierungen die Musik wildeste Bewegung suggerierte, herrschte auf der Szene statuarische Ruhe. Das fanden manche Zuschauer provokant. Oder langweilig. Je länger man aber darüber nachdenkt, was man selbst während solcher Abende erleben konnte, zieht man vor dem amerikanischen Bühnenmagier den imaginären Hut. Denn seine suggestiven, scheinbar unbeweglichen Bildkreationen, in denen Darsteller stets dazu angehalten waren, möglichst nicht – und wenn, dann in abgezirkelten Zeitlupengebärden zu agieren, sie brachten uns über das Schauen quasi durch Unterforderung des Sehsinns zum Lauschen. Und dann passierte plötzlich wieder sehr viel…
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Er zog, diese Pointe konnte man sich als Rezensent damals nicht entgehen lassen, als letzten Ton seines unwiderruflich letzten Soloauftritts noch ein As aus dem Ärmel, ein zweigestrichenes As, mit dem er – nach leichter Verzögerung Liszts „Au Lac de Wallenstadt“ beendete. Verschmitzten Blicks, versteht sich. Die scheinbar simple Pointe war, typisch Alfred Brendel, doch vielschichtigen Zuschnitts. Der weltweit hoch verehrte Beethoven- und Schubert-Interpret, hielt die Wiener Klassiker hoch wie kaum ein Zweiter, spielte aber mit derselben Hingabe Liszt und ließ es nicht zu, wenn jemand diesen Komponisten weniger hoch achten wollte.