Kategoriearchiv: Interviews, Portraits

Helen Donath ist zurück!

Staatsoper Hannover (Bettina Stoß) Helen Donath/Xavier Moreno

Die 86-jährige, aus den USA gebürtige Sopranistin feierte anläßlich einer Neuproduktion von Tschaikowskys »Piqué Dame« in Hannover ein Comeback. Auf jener Bühne, auf der sie vor mehr als sechs Jahrzehnten ihr Debüt feierte, gestaltete sie die Partie der Gräfin und erntete Jubelstürme.

Nicht nur das Publikum feierte die Künstlerin, die seit lange mit ihrem Mann, dem Dirigenten Klaus Donath, in der Nähe von Hannover lebt. Auch die Rezensenten gerieten ins Schwärmen, denn die Wiederkehr der Sängerin scheint nicht nur aus Dankbarkeit für frühere Leistungen gefeiert worden zu sein. Im Deutschlandfunk nannte man die Darstellung der alten Gräfin, die das Geheimnis der »Drei Karten« hütet, schlicht »atemberaubend«. Donaths ungebrochenes Charisma hätte für »Gänsehaut« gesorgt. Nicht nur die Bühnenpräsenz schlug in Bann, sondern auch der Gesang im altfranzösischen Lied (Tschaikowsky zitiert im Monolog der Gräfin eine Arie von Grétry) ging, so das Magazin concerti, dank »unter die Haut gehender Pianissimi«.

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet gar von einem regelrechten »Gefühlsgewitter« und einer insgesamt »grandiosen Version« der »Pique Dame«, der Auftritt der großen Alten Dame sei die »bewegende Überraschung« der Premiere gewesen.

ERINNERUNGEN

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Rudolf Buchbinders 62. Beethoven-Zyklus zum 80. Geburtstag

INTERVIEWDer Wiener Pianist feiert nicht nur seinen Geburtstag sondern auch den 70. Jahrestag seines Debüts im Konzerthaus – und spielt in aller Welt.

Jede Sonate ist ein eigenes Monstrum!

Im Dezember feiern Sie Ihren Achtziger. Im Wiener Konzerthaus schenken Sie sich selbst und Ihrem Publikum den Zyklus der 32 Beethoven-Sonaten an sieben Abenden.Es ist mein 62. Beethoven-Zyklus!

Das dürfte ein Rekord sein. Nicht Ihr einziger, im übrigen. In welchem Zeitraum ist Ihnen das gelungen?

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Podcast: Matthias Goerne über Schubert

Matthias Goerne und Daniil Trifonov im Wiener Musikverein: Alle Schubert-Liederzyklen

Das ist ein kleines Schubert-Festival, denn die drei großen Liederzyklen des Komponisten an drei Abenden einer Woche im Großen Musikvereinssaal, interpretiert von einem bedeutenden Sänger und einem der berühmtesten jungen Pianisten unserer Zeit – das ist eine Rarität.

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Robert Wilson ist tot: Er machte Musik sichtbar – und die Stille!

NACHRUF, »Die Presse« am 1. August 2025

Wirklich passiert ist in Robert Wilsons Theater nie etwas. Selbst dort, wo in seinen Operninszenierungen die Musik wildeste Bewegung suggerierte, herrschte auf der Szene statuarische Ruhe. Das fanden manche Zuschauer provokant. Oder langweilig. Je länger man aber darüber nachdenkt, was man selbst während solcher Abende erleben konnte, zieht man vor dem amerikanischen Bühnenmagier den imaginären Hut. Denn seine suggestiven, scheinbar unbeweglichen Bildkreationen, in denen Darsteller stets dazu angehalten waren, möglichst nicht – und wenn, dann in abgezirkelten Zeitlupengebärden zu agieren, sie brachten uns über das Schauen quasi durch Unterforderung des Sehsinns zum Lauschen. Und dann passierte plötzlich wieder sehr viel…

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Kurt Schwertsik hat zum 90er gut lachen

Kurt Schwertsik feierte am 25. Juni 2025 seinen 90. Geburtstag

Ein Wiener Komponist hat es geschafft, sich bei den fortschrittlichen Kollegen sozusagen hinten anzustellen, aber als Erster durchs Ziel zu kommen – das da war: Neue Musik zu schreiben, die man trotzdem gern hört.

Irgendetwas ist immer anders bei ihm. Auch, was seine Lebensphilosophie betrifft.

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Alfred Brendel

NACHRUF –– WÜRDIGUNGEN –– REZENSIONEN

Die ersten Wiener Beethoven-Aufnahmen erschienen 2019 bei Intense Media

Weisheit am Klavier

NACHRUF VOM 17. JUNI 2025

In Mähren geboren, in Kroatien und Graz aufgewachsen, nach London ausgewandert: In seinem musikalischen Herzen blieb der Künstler ein Wiener.

Er zog, diese Pointe konnte man sich als Rezensent damals nicht entgehen lassen, als letzten Ton seines unwiderruflich letzten Soloauftritts noch ein As aus dem Ärmel, ein zweigestrichenes As, mit dem er – nach leichter Verzögerung Liszts „Au Lac de Wallenstadt“ beendete. Verschmitzten Blicks, versteht sich. Die scheinbar simple Pointe war, typisch Alfred Brendel, doch vielschichtigen Zuschnitts. Der weltweit hoch verehrte Beethoven- und Schubert-Interpret, hielt die Wiener Klassiker hoch wie kaum ein Zweiter, spielte aber mit derselben Hingabe Liszt und ließ es nicht zu, wenn jemand diesen Komponisten weniger hoch achten wollte.

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