Archiv der Kategorie: Kalender

Zweimal »Titus«

Mozarts letzte Oper, in der Regel ein Sorgenkind des großen Repertoires, weil der Komponist selbst nicht die gesamte Partitur schreiben konnte, sondern in der Eile viele der Rezitative von seinem Schüler Süßmayr verfassen ließ, kommt dieser Tage gleich zweimal in Österreich auf die Bühne: Bei den Wiener Festwochen zeigt der neue Intendant seine unsägliche Zürcher Produktion des Werks, bei den Salzburger Pfingstkonzerten bringt Intendantin Cecilia Bartoli eine Neuinszenierung heraus und singt selbst den Sextus.

SINKOTHEK-Abonnenten haben die Chance, sich vorab gründlich über Werk und Gehalt zu informieren:

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Eine Schubert-Offenbarung

Von Schuberts »Unvollendeter« gibt es tatsächlich eine unüberschaubare Fülle von Aufnahmen. Jüngst griff ich aus meinem CD-Regal wieder eine der ältesten heraus – und kam aus dem Staunen nicht heraus.

Gewiß, es ist mühsam, sich durch Nebengeräusche wie Rauschen und Knacken »hindurchzuhören«, die eine Aufnahme aus dem Jahr 1828 zwangsläufig begleiten. Aber, was die Staatskapelle Berlin da zur Zelebration von Schuberts 100. Todestag hören läßt, ist für Musikfreunde des XXI. Jahrhunderts höchst aufschlußreich: Schubert, der Expressionist, ist da zu entdecken – in einer Unbedingtheit, die später nur wenige Dirigenten; und heute keiner mehr gewagt haben. Und das bei erstaunlich diszipliniertem Orchesterspiel.

Wer für 25 Minuten auf Digitaltechnik und polierte Oberfläche verzichten kann, sollte sich daran wagen!

FRANZ SCHALK DIRIGIERT SCHUBERT

in der SINKOTHEK-JUKEBOX

Berlin in Prag

Smetanas »Vaterland« (»Ma Vlast«), gespielt von den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko.

Die Berliner Philharmoniker übernahmen heuer den prestigeträchtigen Eröffnungstermin des Festivals Prager Frühling. Traditionsgemäß wird im Smetana-Saal die patriotische Folge von sechs Tondichtungen »Mein Vaterland« gespielt – diesmal unter der Leitung von Kirill Petrenko.

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Joana Mallwitz überrascht von Münchner Gerüchten

Joana Mallwitz wird von deutschen Medien als Favoritin für den Posten der musikalischen Leitung der Bayerischen Staatsoper gehandelt. In München gab es zuletzt Gerüchte, die 37-jährige Dirigentin aus Hildesheim könnte die Nachfolge von Intendant Serge Dorny und Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski antreten; sie würde, so die Gerüchte, an der Seite des derzeitigen Stuttgarter Intendanten Viktor Schoner die Führung im Nationaltheater übernehmen. 

Mallwitz gab sich überrascht über die einschlägigen Meldungen. Sie hätte, so ein Vertratuer der Dirigentin, aus der Zeitung von den Gerüchten erfahren. Es hätte bis dato keine Gespräche mit dem bayerischen Kulturministerium gegeben. Wahr sei freilich, dass das Orchester Mallwitz schätze; nach ersten Aufführungsserien haben die Musiker sie zu einem ihrer Akademiekonzerte eingeladen.

Derzeit bemüht sich der amtierende Direktor, Serge Dorny, um eine Vertragsverlängerung über 2026 hinaus.

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Gerard Mortiers Erbe

»Cambio Madre«

Eine Opern-Novität steht im Netz.

Als Operndirektor von Madrid wollte der einstige Salzburger Festspiel-Intendant eine neue Oper herausbringen. Dazu kam es nicht. Nach Mortier Tod blieb das Auftragswerk liegen – erst im November 2023 war es so weit. Jetzt wird die Novität gestreamt und bleibt ein halbes Jahr lang online abrufbar.

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Empfehlungen der Woche

Dohnányi aus München

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks hat unlängst die erste Hälfte eines Konzertprogramms unter Ivan Fischers Leitung dem ungarischen Meister Ernst von Dohnányi gewidmet. Bis heute wird sein Werk in unseren Konzertsälen sträflich vernachlässigt. Dabei ist da herrliche spätromantische Musik zu entdecken – mit viel Witz dazu. Ein Ratio-Tipp und Material zur Vorbereitung in der SINKOTHEK

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Absagen in Wien, Pointe in Linz

Im Operntermin von Ö1 am Samstag Abend steht Rossinis »Wilhelm Tell« auf dem Programm, live in der Staatsoper mitgeschnitten – eines von jenen heiklen Werken, die zwar nicht ohne Umbesetzungen, aber immerhin im Spielplan gehalten werden konnte. Manch anderes fällt ja in jüngster Zeit einfach aus, ohne daß die Kulturpolitik sich darum scheren würde…

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Zwölftonmusik, ja bitte?

EIN SINKOPHON

Arnold Schönbergs Variationen op. 31 – Schritt für Schritt erläutert.

Aus dem Manuskript Arnold Schönbergs

Die Wiener Philharmoniker haben an diesem Wochenende im Konzert unter Franz Welser-Möst eines der Schlüsselwerke des XX. Jahrhunderts auf dem Programm: Arnold Schönbergs Orchestervariationen op. 31. Es handelt sich dabei um die erste große Orchesterkomposition nach der damals neuen Methode der Komposition mit »zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen«, der sogenannten »Zwölftontechnik«.

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