Die Harmoniemesse und die Kleine Orgelsolomesse als faszinierendes Gespann auf einer neuen CD: William Christie und seine Arts florissents konfrontieren zwei herrliche Vertonungen des Ordinariums miteinander, die äußerlich nicht unterschiedlicher sein könnten: Die für Miniaturbesetzung gesetzte „Kleine Orgelsolomesse“ und die „Harmoniemesse“, in der der Meister 1802 sein letztes Wort in diesem Genre spricht: mit großer Orchester- und Chorbesetzung und als weltweit anerkannter Meister der Symphonie, die in jener Zeit bereits Haydns Schüler Beethoven zu neuen Dimensionen führt – und zwar, wie man gerade an der Harmoniemesse hören kann – genau in Haydns Sinn.
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Was Karajan wirklich konnte!
NEUE CD
Vielfach hat man kritisiert, Herbert von Karajan hätte bei seinen Schallplattenaufnahmen allzusehr auf geglättete Oberfläche und klangliche Bügelfalte gesetzt. Man warf ihm Perfektionismus und Technokratentum vor. Vielleicht rücken Livemitschnitte diese Ansicht zurecht: Soeben hat das Label Pristine eine Aufnahme aus London veröffentlicht: Bruckners Siebente Symphonie, gespielt von den Wiener Philharmonikern anläßlich ihrer großen Tournee mit dem damaligen Direktor der Wiener Staatsoper – also damit ihrem de facto »Chefdirigenten« – im Jahr 1962. Und da kann man dank der fabelhaften akustischen Restaurationsarbeit von Andrew Rose hören, was das Faszinosum Karajan wirklich ausgemacht hat: Perfektionismus, schön und gut, natürlich wird hier auf allerhöchstem technischen Niveau Musik gemacht; aber was an formaler Beherrschung bei gleichzeitiger unausgesetzter Hochspannung und dramatischer Stringenz erreicht wird, erklärt, warum das Publikum gebannt lauschte und dann in Ovationen ausbrach.
Denen möchte man sich heute noch anschließen…
Bachs »Johannespassion« – Raphael Pichons drittes »Osterwunder«
Nach der bereits allseits gelobten und geliebten Aufnahme der »Matthäuspassion« und einer ebenso hoch gehandelten »Hohen Messe« legte Raphael Pichon mit der »Johannespassion« nun zum dritten Mal eine aufsehenerregende Wiedergabe eines großen Bachschen Chorwerks vor. Rechtzeitig zur Karwoche Anno 2026.
J. S. Bach: Johannespassion
Julian Prégardien (Evangelist)
Huw Montague Rendall (Jesus)
Ying Fang (Sopran)
Lucile Richardot (Alt)
Laurence Kilsby (Tenor)
Christian Immler (Baß)
Étienne Bazola (Baß)
Pygmalion – Raphaël Pichon
Bizet am Klavier – eine neue CD lüftet ein Geheimnis
Puccinis »Turandot«, wieder einmal »vollendet«.
Mahler im Originalklang – ein »Lied von der Erde«, das aufhorchen läßt.
Ernnerungen an Franz Bartolomey
Eine neue CD und die Präsentation im ORF-Sendesaal
Matthias Bartolomey hat nach einem Vierteljahrhundert ein CD-Programm seines Vaters, des legendären Solocellisten der Wiener Philharmoniker, noch einmal aufgenommen. Im Verein mit seiner Klavierpartnerin Ariane Haering präsentierte er das Programm mit Werken von Brahms und Richard Strauss, ergänzt um ein Schubert-Arrangement, im Wiener Sendesaal und tauschte in der Pause mit dem Sinkothekar Erinnerungen aus.
Ernnerungen an Franz Bartolomey weiterlesenDie Eroica – Ein Hörabenteuer
Das war und bleibt das beste »Neujahrskonzert«
Carl Loewes »Palestrina« erstmals aufgenommen

Man lernt nie aus! Giovanni Pierluigi da Palestrina war der führende Komponist der Renaissance, das hat man früher in der Schule erfahren und die jüngere Generation kennt den Namen, weil auch die Musik dieses Meisters dank der Originalklang-Spurensuche wieder öfter erklingt. Für unsereins war »Palestrina« eine Oper, oder besser: eine »Musikalische Legende« aus der Feder von Hans Pfitzner, Musiktheater für Kenner – zuletzt dank Christian Thielemann wieder im Fokus.
Aber jetzt erschien im CD-Handel und bei Streaming-Diensten eine weitere künstlerische Auseinandersetzung mit dem bedeutenden Komponisten: Carl Loewe, Freunden des Liedgesangs vielleicht wegen seiner Balladen noch namentlich bekannt, hat ein Oratorium über Palestrina geschrieben.
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