Archiv der Kategorie: Rezensionen

Staatsoper: Ein Gschnasfest bei Mozarts Kaiser Titus

Emily d'Angelo als Sextus (Foto: Staatsioer/Marcella Ruiz-Cruz)

NACHHÖREN IN Ö1

Mittlerweile lautet das Motto bei Premieren der Wiener Staatsoper nur noch: Wird es nur etwas schlimmer als bei der alten Produktion oder wird auch dieses Werk für die kommende Generation vollständig ruiniert. Im Fall von Mozarts Clemenza di Tito darf man Entwarnung ...

 

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Bychkov und seine Tschechische Philharmonie in Wien

Eine Kür für eines der großen europäischen Symphonieorchester mit filigraner Musik von Mendelssohn, Ravel und Strawinsky

Wiener Konzerthaus, Februar 2026

Ein ungewöhnliches Programm als orchestrale Kür: Mendelssohns „Italienische“, Ravels G-Dur Konzert mit der für Beatrice Rana eingesprungenen Alice Sara Ott und Strawinskys komplette „Pulcinella“-Ballettmusik mit Gesang – an diesem Ort in 100 Jahren nur dreimal aufgeführt! – die transparent-filigranen Textur aller drei Werke verlangt von allen Instrumentengruppen brillante, vielfältig differenzierte Leistungen – ohne daß der notorisch satt und dunkel timbrierten Gesamtklang der Tschechischen Philharmonie zu kurz kam.

Das ließ Erinnerungen wach werden an alte Zeiten – die nicht immer gut waren…

 

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So engagiert „entnazifiert“ Michael Wolffsohn Herbert von Karajan

Verlag Herder (2026) – 304 S. 26,- Euro

Der prominente Zeitgeschichtler, immer für kontroverse Analysen gut, hat die Dokumente über des Dirigenten Beziehung zum NS-System neu gesichtet und ausführlich kommentiert.

Das Buch wird insofern Staub aufwirbeln, als der prominente Autor sich kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, wie schlampig viele seiner Historiker-Kollegen bis dato argumentiert haben, wenn es darum ging, zu untermauern, was „ohnehin alle wissen“: Der große Dirigenten, Wiener Staatsopern- und Salzburger Festspiel-Chef Herbert von Karajan (1908-1989) hegte starke Sympathien für das Hitler-Regime oder war gar „ein glühender Nazi“.

 

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Puccinis »Turandot«, wieder einmal »vollendet«.

Christopher Tin, aus Hongkong stammender, amerikanischer Komponist, hat ein neues Finale für Giacomo Puccinis unvollendete Oper »Turandot« komponiert. Die Uraufführung in Washington, 2024, wurde viel beachtet und großteils positiv kommentiert. Nun liegt Tins Arbeit auf CD vor und ist auf verschiedenen Streaming-Diensten abrufbar.

 

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Das Brahms-Requiem, szenisch, in Paris

David Bobées Szenarium für die Bühne auf der Seine-Insel

»Hölle, wo ist dein Sieg?» Brahms und »Apocalypse Now« Brahms »nach der Katastrophe«: La Seine Musicale präsentierte eine szenische Version von Brahms’ »Deutschem Requiem«. Nach ein paar Minuten fragte man nicht mehr, wozu das gut sein sollte. Ein Flugzeugwrack auf der Bühne. Das verhieß nic...

 

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Der erste neue »Fidelio« in der Wiener Staatsoper seit 1970

Nikolaus Habjan inszenierte ein Puppenspiel, Franz Welser Möst dirigierte. Das Publikum atmete auf: Endlich wieder einmal keine völlige Entstellung eines bedeutenden Repertoirewerks.

Zwar hätte man mit Otto Schenks alter Regiearbeit noch länger leben können. Doch irgendwann mußte es wohl sein. Fazit: Über weite Strecken sensible Regie, recht geschickt adaptierte Dialoge, gründlich einstudierte Chöre und Ensembles: Mit der ersten Neuproduktion von Beethovens »Fidelio« seit 1970 hat das Haus Beethovens einzige Oper nicht verloren. Das ist mehr als man von den meisten jüngeren Staatsopern-Produktionen behaupten kann. Freilich: Wer bei einer Wiener Premiere musikalische Exzellenz erwartet, wird enttäuscht.

 

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Matthias Goerne sang Schuberts „schauerliche Lieder“

GOERNE UND TRIFONOV IN WIEN

Die »Winterreise« im Großen Musikvereinssaal.

Schön Singen, davon konnte diesmal gar nicht die Rede sein: Die »Winterreise«, radikale Seelenbespiegelungen durch Matthias Goerne und Daniil Trifonov. Das ging unter die Haut.

Julia Wesely / Musikverein Wien

»Schauerliche Lieder“ nannte Franz Schubert die ersten Stücke seiner »Winterreise«, als er sie zum ersten Mal im privaten Kreis vortrug. Matthias Goerne und Daniil Trifonov schafften es im Großen Musikvereinssaal, 200 Jahre später nachvollziehbar zu machen, welchen Schock diese Musik bei Hörern im Wiener Biedermeier ausgelöst haben musste. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass im Publikum jemand saß, der offenbar gar nicht wusste, was ihn da erwartete und gleich nach dem ersten Lied kräftig applaudierte. Er wurde niedergezischt von all jenen,

An diesem Abend entpuppte sich zuletzt, daß zu früher Applaus manchmal gerade rechtzeitig kommt…

die wissen, was sich heutzutage in einem Konzertsaal angeblich gehört.

Das Beifallklatschen wäre aber spätestens nach zwei oder drei Nummern auch dem wohlmeinendsten Zufallsgast, der einfach schöne Schubert-Melodien hören wollte, vergangen. Weil da wenig war, was man als schöne Melodie erkennen hätte können – und wenn, dann ganz offenkundig in einem Zusammenhang, in dem sie nichts Gutes zu bedeuten hatte. Oder jedenfalls bestenfalls eine schöne, unwiederbringliche Erinnerung.

 

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Eine Führung durch Rudolf Buchbinders weite Steinway-Welt

Großer Musikvereinssaal. Ein Klavierabend zwischen barocker Tanzmusik, klassischer Sonatenform und romantischem Überschwang als überraschend vielschichtige Demonstration, wie sich auf einem Konzertflügel mit malerischen Mitteln höchst differenziert Musik machen läßt. 18. November 2025 Das war natürlich auch virtuos, versteht sich. Wenn Rudolf Buchb...

 

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