Das Konzert der Berliner Staatskapelle unter Christian Thielemann, jüngst im Wiener Musikverein aufgezeichnet, war eine Sternstunde, nicht nur wegen der zeitlos schönen Beethoven-Interpretationen des Dirigenten, sondern auch wegen der Solisten Julia Kleiter und Konstantik Krimmel, die bei Richard-Strauss-Orchesterliedern einen kleinen Kosmos menschlicher Leidenschaften hörbar werden ließen.
Kirill Petrenko und Gautier Capuçon mit den Berliner Philharmonikern erstmals im Haydn-Saal von Schloss Esterházy.
Einen Tag vor ihrem Gastspiel im Wiener Musikverein konzertierten die Berliner Philharmoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten erstmals im Haydn-Saal von Schloß Esterházy. Mit von der Partie war Cellist Gautier Capuçon.. Wer aber angenommen hätte, angesichts einer Verbeugung vor dem Genius loci hätte man eines seiner Cellokonzerte einstudiert, der irrte. Man gab Tschaikowskys Rokokovariationen und setzte vor das für die Tournee längst geplante Programm lediglich eine kurze Haydn-Ouvertüre (Hob. 1a/7).
Von dem großen Pianisten verabschiedeten sich am 29. April 2026 in der Feuerhalle Wien Simmering Mitglieder der Familie, Wegbegleiter, Studenten. Rudolf Bretschneider erinnerte an den Menschen und Freund Maisenberg, Gidon Kremer sandte aus Japan eine berührende Grußbotschaft mit einem Violinsolo. Eine Aufnahme des langsamen Satzes aus Schuberts B-Dur-Sonate aus einem Konzert Maisenbergs erinnerte an seine unvergleichliche pianistische Kunst.
Der legendäre Primarius des Alban Berg Quartetts und bedeutende Lehrer starb im 86. Lebensjahr bei einem Autounfall. Seit 1970 hat er mit drei Professorenkollegen Interpretationsgeschichte geschrieben.
Die Staatskapelle Berlin gastierte mit Beethovens »Pastorale« und Richard-Strauss-Liedern, vollendet gesungen von Julia Kleiter und Konstantin Krimmel.
Vielfach hat man kritisiert, Herbert von Karajan hätte bei seinen Schallplattenaufnahmen allzusehr auf geglättete Oberfläche und klangliche Bügelfalte gesetzt. Man warf ihm Perfektionismus und Technokratentum vor. Vielleicht rücken Livemitschnitte diese Ansicht zurecht: Soeben hat das Label Pristine eine Aufnahme aus London veröffentlicht: Bruckners Siebente Symphonie, gespielt von den Wiener Philharmonikern anläßlich ihrer großen Tournee mit dem damaligen Direktor der Wiener Staatsoper – also damit ihrem de facto »Chefdirigenten« – im Jahr 1962. Und da kann man dank der fabelhaften akustischen Restaurationsarbeit von Andrew Rose hören, was das Faszinosum Karajan wirklich ausgemacht hat: Perfektionismus, schön und gut, natürlich wird hier auf allerhöchstem technischen Niveau Musik gemacht; aber was an formaler Beherrschung bei gleichzeitiger unausgesetzter Hochspannung und dramatischer Stringenz erreicht wird, erklärt, warum das Publikum gebannt lauschte und dann in Ovationen ausbrach. Denen möchte man sich heute noch anschließen…
Die von Mozart selbst so genannte »Kleine Nachtmusik« ist nicht »klein«, sondern ein bedeutendes Werk aus Mozarts Reifeperiode, parallel zum »Don Giovanni« entstanden und eine der populärsten »Nummern« in den Klassik-Bestenlisten. Jeder kann die Eingangsmelodie nachsingen – aber hat jemand je genau zugehört, wie es weitergeht? Der Komponist bietet ein komplexes, intellektuell vergnügliches Hörerlebnis, gaukelt uns gleichzeitig aber so etwas wie musikalische Volkstümlichkeit vor: Das wunderbare Gemisch aus Einfachheit und Raffinement, das die »Zauberflöte« vier Jahre später zum singulären Opernerfolg gemacht hat, feiert hier bereits fröhliche Urständ‘.
Zum Jubiläum unserer »Presse«-Podcastreihe »Klassik für Taktlose« haben Katrin Nussmayr und der Sinkothekar die vielschichtigkeit dieser »großen« Serenade unter die Lupe genommen.
Der Jurist, Musikwissenschaftler und langjährige Präsident der „Opernfreunde“ starb 84-jährig nach langer Krankheit.
Zuallererst war Heinz Irrgeher einer der gesuchten Gesprächspartner für den Pausentratsch in den Foyers der Wiener Staatsoper. Man kannte ihn. Er war als Präsident des Vereins der Freunde der Wiener Staatsoper (1981-1994) einer der umtriebigsten Musikkenner der Stadt.
Und einer, der dank seiner Kontakte nicht nur über Spitzen- und Misstöne auf der Bühne, sondern auch über die hinter der Szene bestens informiert war. Seine Interviews mit Sängerstars von Birgit Nilsson oder Renata Tebaldi bis Franco Cor...