Als Klavierpartner von Matthias Goerne kehrte der Ex-Intendant zu den Salzburger Festspielen zurück. Das Publikum, darunter Asmik Grigorian, Teodor Currentzis und die einstige Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, bejubelte die Interpretation von Schuberts »Winterreise« und bereitete dem einstigen Festspielmanager schon zum Auftritt Ovationen. Dieser Tage erschien auch die neue CD des Duos bei der Deutschen Grammophon: Das Album »Zwielicht« gilt einem Schumann-Recital, das auch selten aufgeführte Lieder aus dem Spätwerk enthält.
ORCHESTER, DIRIGENTEN UND GRUNDLEGENDE PROBLEME IN UNSEREN TAGEN
Beim Tanglewood Festival, dem traditionellen Sommerfest des Boston Symphony Orchestra, dürfen keine roten Blumen verteilt werden. Musiker und Zuhörer hatten zuletzt durch Anstecken roter Rosen signalisiert, daß sie mit der Abberufung des Chefdirigenten Andris Nelsons durch das Management unzufrieden sind. Nun hat man das Verteilen von Blumen im Festspielgelände verboten.
Die Salzburger Festspiele werden von der Kulturpolitik in eine tiefe Krise gestürzt. Und das ohne künstlerischen oder finanziellen Anlaß. Oder hat man schon einmal ein Musterschüler wegen einer Betragensnote durchfallen lassen?
Salzburg hat jetzt einen künstlerisch und finanziell erfolgreichen Intendanten vor die Tür gesetzt, weil er sich angeblich nicht „brav“ benommen hat.
Der prominente Zeitgeschichtler, immer für kontroverse Analysen gut, hat die Dokumente über des Dirigenten Beziehung zum NS-System neu gesichtet und ausführlich kommentiert.
Das Buch wird insofern Staub aufwirbeln, als der prominente Autor sich kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, wie schlampig viele seiner Historiker-Kollegen bis dato argumentiert haben, wenn es darum ging, zu untermauern, was „ohnehin alle wissen“: Der große Dirigenten, Wiener Staatsopern- und Salzburger Festspiel-Chef Herbert von Karajan (1908-1989) hegte starke Sympathien für das Hitler-Regime oder war gar „ein glühender Nazi“.
Ein Podcast über musikalische Wahrheiten und Einbildungen.
Ein Dialog mit Katrin Nussmayr über scheinbare Binsenweiheiten und ihre Grundlagen. Fazit: Moll klingt tatsächlich oft melancholisch, aber es gibt auch Unterhaltungsmusik in Moll – und Trauermärsche in C-Dur…
Philipe Jordan nach fulminantem Symphoniker-Konzert geehrt
Bundestheaterchef Christian Kircher überreichte dem Dirigenten nach einem Abend im Wiener Konzerthaus das Ehrenkreuz für Verdienste um die Republik österreich. 1. Klasse. Die Laudatio hielt Konzerthaus-Intendant Matthias Naske — und Wiens Publikum jubelte dem Dirigenten zu; nicht zuletzt nachdem Kircher seine Zeit an der Staatsoper erwähnte…
Das war ziemlich pikant, war doch der Vertrag des Ex-Generalmusikdirektors der Staatsoper vom amtierenden Direktor des Hauses nach kritischen Anmerkungen des Dirigenten zu diversen Neuinszenierungen nicht verlängert worden,
Zum Jahresauftakt 2026 nahmen die karnevalesken Einlagen unter der Leitung des Kanadiers Yannick Nézet-Séguin kuriose Ausmaße an – doch wurden auch ungewöhnlich viele poetische, zarte Töne hörbar.
Clemens Krauss dirigiert die Wiener Philharmoniker – Livemitschnitt vom 1. Jänner 1954
Von den legendären Auftritten des Neujahrskonzert-Gründers, Clemens Krauss zum wienerischen Jahresbeginn, ist leider nur ein einziger Livemitschnitt erhalten. Der hat es aber in sich. Es handelt sich um das letzte der von Krauss dirigierten Walzerkonzerte. Der schlechten Tonqualität des alten Rundfunkbandes zum Trotz: Man sollte das gehört haben, bevor man bei der Frage mitredet, wer am 1. Jänner in Wien Walzer dirigieren darf, wer nicht – und was es mit der Wiener Spieltradition auf sich hat…
So finden Salzburgs Osterfestspiele zu ihrem Ursprung zurück
In der Karwoche kehren die Berliner Philharmoniker in Salzburgs Festspielbezirk zurück. Wie einst Karajan dirigiert Kirill Petrenko Wagners »Ring«.
RÜCKKEHR DER BERLINER PHILHARMONIKER
Mit dem »Ring des Nibelungen« hatte 1967 alles begonnen. Wie immer waren die Salzburger dagegen. Aber sie fanden sich bald damit ab, dass nunmehr nicht nur im Sommer, sondern auch in der Karwoche die betuchte Klientel des Dirigenten Herbert von Karajan in die Stadt pilgern würde, um ihr Idol zu bestaunen. Zwar stimmte nicht ganz, was ursprünglich angedacht war, dass nämlich die neuen Osterfestspiele ganz ohne öffentliche Zuwendungen auskommen würden. Karajan hatte das versprochen. Doch was seither an Steuern in die Salzburger und Wiener Finanztöpfe zurückfloss und wie großzügig die Gäste den Fremdenverkehr anreicherten, sah man auch an der Salzach gern.
Die Berliner unter Petrenko, Salzburg 2025 (SF/Lena Laine)
Salzburger Festspiele. Vor mehr als 40 Jahren hielten wir bei Mahlers Neunter mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan den Atem an. Nun stürmte das Orchester den Gipfel unter Kirill Petrenko erneut – über eine andere Bergwand…