Schlagwort-Archiv: Pausentratsch Konzert

Hinterhäuser muss gehen: So blamiert sich das angebliche „Kulturland“

APERÇU

Die Salzburger Festspiele werden von der Kulturpolitik in eine tiefe Krise gestürzt. Und das ohne künstlerischen oder finanziellen Anlaß. Oder hat man schon einmal ein Musterschüler wegen einer Betragensnote durchfallen lassen?

Salzburg hat jetzt einen künstlerisch und finanziell erfolgreichen Intendanten vor die Tür gesetzt, weil er sich angeblich nicht „brav“ benommen hat.

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So engagiert „entnazifiert“ Michael Wolffsohn Herbert von Karajan

Verlag Herder (2026) – 304 S. 26,- Euro

Der prominente Zeitgeschichtler, immer für kontroverse Analysen gut, hat die Dokumente über des Dirigenten Beziehung zum NS-System neu gesichtet und ausführlich kommentiert.

Das Buch wird insofern Staub aufwirbeln, als der prominente Autor sich kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, wie schlampig viele seiner Historiker-Kollegen bis dato argumentiert haben, wenn es darum ging, zu untermauern, was „ohnehin alle wissen“: Der große Dirigenten, Wiener Staatsopern- und Salzburger Festspiel-Chef Herbert von Karajan (1908-1989) hegte starke Sympathien für das Hitler-Regime oder war gar „ein glühender Nazi“.

 

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Ehrenkreuz für Philippe Jordan — im Konzerthaus statt in der Oper…

Philipe Jordan nach fulminantem Symphoniker-Konzert geehrt

Bundestheaterchef Christian Kircher überreichte dem Dirigenten nach einem Abend im Wiener Konzerthaus das Ehrenkreuz für Verdienste um die Republik österreich. 1. Klasse. Die Laudatio hielt Konzerthaus-Intendant Matthias Naske — und Wiens Publikum jubelte dem Dirigenten zu; nicht zuletzt nachdem Kircher seine Zeit an der Staatsoper erwähnte…

Das war ziemlich pikant, war doch der Vertrag des Ex-Generalmusikdirektors der Staatsoper vom amtierenden Direktor des Hauses nach kritischen Anmerkungen des Dirigenten zu diversen Neuinszenierungen nicht verlängert worden,

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Das war und bleibt das beste »Neujahrskonzert«

Clemens Krauss (1893-1954)

Clemens Krauss dirigiert die Wiener Philharmoniker – Livemitschnitt vom 1. Jänner 1954

Von den legendären Auftritten des Neujahrskonzert-Gründers, Clemens Krauss zum wienerischen Jahresbeginn, ist leider nur ein einziger Livemitschnitt erhalten. Der hat es aber in sich. Es handelt sich um das letzte der von Krauss dirigierten Walzerkonzerte. Der schlechten Tonqualität des alten Rundfunkbandes zum Trotz: Man sollte das gehört haben, bevor man bei der Frage mitredet, wer am 1. Jänner in Wien Walzer dirigieren darf, wer nicht – und was es mit der Wiener Spieltradition auf sich hat…

 

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Osterfestspiele wieder mit den Berlinern

So finden Salzburgs Osterfestspiele zu ihrem Ursprung zurück

In der Karwoche kehren die Berliner Philharmoniker in Salzburgs Festspielbezirk zurück. Wie einst Karajan dirigiert Kirill Petrenko Wagners »Ring«.

RÜCKKEHR DER BERLINER PHILHARMONIKER

Mit dem »Ring des Nibelungen« hatte 1967 alles begonnen. Wie immer waren die Salzburger dagegen. Aber sie fanden sich bald damit ab, dass nunmehr nicht nur im Sommer, sondern auch in der Karwoche die betuchte Klientel des Dirigenten Herbert von Karajan in die Stadt pilgern würde, um ihr Idol zu bestaunen. Zwar stimmte nicht ganz, was ursprünglich angedacht war, dass nämlich die neuen Osterfestspiele ganz ohne öffentliche Zuwendungen auskommen würden. Karajan hatte das versprochen. Doch was seither an Steuern in die Salzburger und Wiener Finanztöpfe zurückfloss und wie großzügig die Gäste den Fremdenverkehr anreicherten, sah man auch an der Salzach gern.

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Petrenko in Salzburg: Mahlers Neunte in Vollendung

Die Berliner unter Petrenko, Salzburg 2025 (SF/Lena Laine)

Salzburger Festspiele. Vor mehr als 40 Jahren hielten wir bei Mahlers Neunter mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan den Atem an. Nun stürmte das Orchester den Gipfel unter Kirill Petrenko erneut – über eine andere Bergwand…

 

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Feuilletons von Anno dazumal: Schönbergs Erwartung

Zemlinsky und Schönberg

Salzburg spielt heuer wieder einmal Arnold Schönbergs Erwartung – und manche Rezensenten tun so, als wäre das eine Großtat. Dabei gilt dieses Werk seit Jahr und Tag als Schlüsselstück des musikalischen Expressionismus und wurde in jüngster Zeit von vielen bedeutenden Opernsopranen in aller Welt gesungen; oft in konzertanten Wiedergaben, immer wieder aber auch in Inszenierungen. Und die Salzburger Festspielaufführung mit Jessye Norman in Robert Wilsons Inszenierung in den Neunzigerjahren genießt bereits legendären Status.

DAS WERK WAR SOFORT EIN EMINENTER ERFOLG

Obwohl die Komposition bereits auf dem Höhepunkt der sogenannten atonalen Phase Schönbergs vollendet war, dauerte es bis in die ersten Jahre der Zwölfton-Phase des Komponisten, daß Erwartung den Weg auf die Bühne fand. 1924 dirigierte Alexander von Zemlinsky beim Prager Musikfest die Uraufführung. Marie Gutheil-Schoder sang – und es kann keine Rede davon sein, daß die Zeitgenossen Schönbergs radikale Musiksprache nicht geschätzt hätten: Die Rezension im Prager Tagblatt berichtet von stürmischem Applaus und erweist sich als kluge Einordnung der Komposition in die Entwicklungsstränge der jüngeren Musikgeschichte.