Am Schluß liegt sein Leichnam, ein Häuflein Elend, nackt an der Steinmauer. Die Schafe – im Text zuvor immer wieder genannt – weiden auf der Bühne. Durchs geöffnete Dach der Felsenreitschule strahlt »Bruder Sonne«, der Abglanz eines Bühnenscheinwerfers, es ist kurz nach elf Uhr nachts. Auch das Salzburger Glockengeläute ist nicht echt, es muß natürlich zugespielt werden, pünktlich zum Finale des Saint François d'Assise. Mit dieser Oper krönte Olivier Messiaen 1983 sein Lebenswerk, das auf zwei Säulen ruhte: der lebenslangen Beschäftigung des Musikers mit dem rätselhaft vielgestaltigen Gesang der Vögel und einem unerschütterlichen Katholizismus.