Kategoriearchiv: Feuilleton

Jenufa, tschechisch

Der Tod grinst nun nicht mehr zum Fenster herein

„Jenufa“ erstmals in tschechischer Sprache an der Staatsoper.

Einst sangen Gabriela Beňačková und Eva Randová unter Václav Neumann „Jenufa“ auf Deutsch. Nun haben die Deutschen Ingo Metzmacher, Angela Denoke und Dorothea Röschmann Janačeks populärste Oper auf Tschechisch einstudiert. Das Singen in der Landessprache hat – fast ein halbes Jahrhundert nach Karajans Initiative für die Originalsprachen in der Oper – ausgedient. Das ist international Standard.

Und doch mag manch einer im Auditorium festgestellt haben, daß ein Satz, wie ihn die Küsterin am Ende des zweiten Akts zu deklamieren hat, nun nicht mehr so unmittelbar unter die Haut geht, wie gewohnt. „Grad als hätt' der Tod hier hereingegrinst“ bohrt bei Musikfreunden, die des Tschechischen nicht mächtig sind, entschieden tiefer als „Jako by sem smrt načuhovala“. Auch wenn man weiß, daß die Silbenfolge dasselbe bedeutet – und die Pauke den Rhythmus mit der gewohnten Energie übernimmt.

 

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Vollendet unvollendet

Auch Franz Schuberts „Unvollendete" gilt als vollendet - und doch fragt man: Wie wäre sie wohl weitergegangen? Zur Staatsopernpremiere von Puccinis „Turandot". Mit seiner „Turandot“ hat uns Giacomo Puccini ein Rätsel hinterlassen. Arturo Toscanini brach die Uraufführung einst an jener Stelle ab, an der die originale Partitur endet: nach dem berühre...

 

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Petrenkos Debüt

Spätes philharmonisches Debüt Erst nach seiner Bestellung zum Chefdirigenten der Konkurrenz in Berlin zeigte sich Münchens GMD in Wien.

Erstaunlich, wie Kirill Petrenko seine Karriere aufbaut. Nur drei Mal hat er die Berliner Philharmoniker dirigiert – und sie haben ihn zum Chef gemacht. Wer weiß, wie lang es dauert, bis Petrenko in Wien drei Ph...

 

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Titus

Hohelied des Ensemblegeistes Mozarts „Clemenza di Tito“, ausschließlich von Haus-Mitgliedern gesungen und nach alter Mozart-Tradition musiziert. Ganz auf ihr junges Ensemble vertraut die Wiener Staatsoper bei der Reprise von Jürgen Flimms Inszenierung von Mozarts letzter großer Oper, von der jede Wiedergabe Stückwerk bleiben muss, weil dem Komponis...

 

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Mozarts »Titus« im Repertoire: Hohelied des Ensemblegeistes

Mozarts »Clemenza di Tito«, ausschließlich von Haus-Mitgliedern gesungen und nach alter Mozart-Tradition musiziert. Die Presse, 31. März 2016 Ganz auf ihr junges Ensemble vertraut die Wiener Staatsoper bei der Reprise von Jürgen Flimms Inszenierung von Mozarts letzter großer Oper, von der jede Wiedergabe Stückwerk bleiben muss, weil dem Komponisten...

 

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Karfreitag in Wien

Wagners ewige Mysterien Wie jedes Jahr gibt es auch heuer in der vorösterlichen Zeit den „Parsifal“ – in luxuriöser Besetzung und mit dem Staatsopernorchester als obersten Wagner-Gralshütern. Alle Jahre wieder verirrt sich der reine Tor in die Staatsoper. Wenn dieser Parsifal im realen Leben Stephen Gould heißt, dann findet er sich im Gralsbezirk n...

 

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Günther Theuring

Der klassische Verführer Zum Tod des Gründers des Wiener Jeunesse-Chors, der zwei Generationen für Musik und Werte der abendländischen Kultur zu begeistern wusste und zu diesem Zweck auch die Meisterkurse ins Leben rief. Er war ein Rattenfänger. Zwei Generationen von jungen Musikfreunden gingen ihm in die Falle. Als musikalischer Charmeur bezauberte er nicht nur die Damenwelt, sondern auch die jungen Männer: Günther Theurings Kompetenz und Überzeugungskraft in Sachen Barock, Klassik, Romantik und Moderne konnte und wollte sich keiner entziehen, der in seine Nähe kam. Die offenkundigen Anziehungskräfte wusste er zu nutzen: Die Projekte seines ...

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Manuel Legris

Jetzt inszeniert der Direktor Am Sonntag ist an der Staatsoper in mehrfachem Sinn Premiere: Manuel Legris bringt seine Choreographie des „Corsaire“. Wie und wieso, das erklärte er der „Presse“. Le Corsaire“ – diesen Titel verknüpfen Ballettomanen hierzulande vor allem mit Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew. Freilich: Anders als dergendäre „Schwanensee“, den dieses Traumpaar einst mit der Wiener Ballett-Compagnie auf Film verewigt hat, gab es an der Staatsoper bis dato von diesem legendären Petipa-Werk nur den großen Pas de deux zu sehen. Bis zu diesem Wochenende: Am Sonntag hat das gesamte Ballett in einer Choreographie von Ballettdirektor Manuel Legris Premiere. Wobei das Wort Premiere mehrfach zutrifft: „Le Corsaire“ stand noch nie auf dem Spielplan des Hauses, Manuel Legris hat noch nie ...

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Thomas Hengelbrock

Wie Händel über Venedig staunte „Venedig war um 1700 das Opernzentrum der Welt“, sagt Thomas Hengelbrock. Er dirigiert Händels in Venedig uraufgeführte „Agrippina“ im Theater an der Wien. Für Thomas Hengelbrock ist es eine Rückkehr: „Es ist ja lang her, daß ich Chefdirigent an der Volksoper war“, räsoniert er im Gespräch anlässlich der Probenarbeit zur Premiere von Händels „Agrippina“ im Theater an der Wien: „Ich freue mich sehr, wieder hier zu arbeiten“ – und auf Wiener Pläne in den kommenden Jahren.

Wien hat eine weite Strecke der künstlerischen Entwicklung dieses Dirigenten verpasst. Man kennt ihn hier eher als Spezialisten für Barockmusik denn als universellen Maestro, der beispielsweise als Chefdirigent des NDR-Orchesters am 11. Jänner kommenden Jahres die Hamburger Elb-Philharmonie ...

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Peter Maxwell Davies

Welche Melodien singt denn der Widerspruchsgeist Sir Peter Maxwell Davies, britischer Avantgardist und zehn Jahre lang königlicher Hofkomponist in London, starb 81-jährig auf den Orkneys. Ein Widerspruchsgeist war er zweifellos. Wenn ihm etwas nicht passte, ging er auf die Straße, um zu protestieren – und es war ihm recht, wenn man in der Zeitung lesen konnte: „Prominenter Komponist wettert gegen Premierminister“. Ob dieser Gordon Brown hieß oder Tony Blair, war einerlei: Sir Peter ließ jeden wissen, was er von seinen Entscheidungen hielt. Im Zweifelsfall: nichts. Der Revoluzzer Ihrer Majestät Auch als Musiker war er zuweilen gesellschaftspol...

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