Kategoriearchiv: Feuilleton
Turandot
Brot und Spiele stützen ausgehöhlte Mächte Marco-Arturo Marelli sicherte mit „Turandot“ einer weiteren Oper den soliden Bestand im Wiener Repertoire. Die Prinzessin scheint nun weniger „von Eis umgürtet“ als fragil. Es gibt in jeder Generation bestenfalls eine Handvoll international konkurrenzfähiger Darstellerinnen der Turandot. In unseren Tagen i...
Gabriele Sima
Edelstein im wienerischen Opernschatz Zum Tod des treuen Ensemblemitglieds Gabriele Sima. Sie war eine der herzerfrischenden Erscheinungen im Ensemble der Wiener Staatsoper: Die Innsbruckerin Gabriele Sima, Zögling des ehemaligen Opernstudios, hatte am Salzburger Mozarteum und an der Wiener Musikhochschule studiert und Preise in Athen („Maria Callas“) und Wien („Hugo Wolf“) gewonnen – der Bühne wie dem Liedgesang widmete sie sich denn auch sensibel und mit spürbarer Hingabe. Opernfreunde schätzten ihr erfrischend natürliches Auftreten, das sie zum Cherubino („Figaros Hochzeit“) ebenso prädestinierte wie für den heiklen jugendlichen Gruß des H...
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Originalklang und -optik
Die Moden früherer Zeiten Historienfilme, Originalklang, ja, aber wie sahen eigentlich historische Opernaufführungen aus? Das Teatro barocco zeigt es haargenau. Zu den Spezialitäten des Wiener Musiktheater-Tausendsassas Bernd Roger Bienert zählt es, den Moden früherer Zeiten nachzuspüren. Er löckt damit auch wider den Stachel unserer nur vordergrün...
Zubin Mehta
Das Wienerische an einem indischen Musik- Globetrotter Seinen 80. Geburtstag feierte der Weltbürger Zubin Mehta mit philharmonischen Konzerten in der Stadt, in der er zum Dirigenten wurde. Seine Vorliebe für Apfelstrudel artikulierte Zubin Mehta nicht erst, als man ihn zum Dirigenten des Neujahrskonzertes machte. Er hat sich immer zu jener Stadt be...
Puccinis Turandot
Die fernöstliche Millionenshow Wer ist Turandot? Weniger Männermörderin als eine Frau, die selbst ihren Ehemann wählen will. Giacomo Puccinis letzte Oper, „Turandot“, 1926 an der Mailänder Scala uraufgeführt, war ein Fragment geblieben. Eines der lebensfähigsten der Musikgeschichte. Neben Franz Schuberts h-Moll-Symphonie, die sich als zweisätziger ...
Capriccio an der Wien
Wann muß das Schöne pausieren? 1945? Heute? „Capriccio“ am von Richard Strauss wird gut gesungen und fein differenziert musiziert, ist aber auf der Bühne nicht zu sehen. Stattdessen zeigt die Regisseurin des Jahres 2013 einen platten zeitgeschichtlichen Kommentar. Richard Strauss' letzte Oper ist avisiert, ein „Konversationsstück für Musik“, wie es...
Masaaki Suzuki
Nachhilfestunden in Barock-Interpretation Masaaki Suzuki beehrte das Konzerthaus mit seinem Bach Collegium. Vor zwei Generationen staunte man hierzulande noch über das Interesse, das man in Japan der europäischen Musik entgegenbringt. Bis heute quellen unsere Musikakademien förmlich über von asiatischen Studenten. Mittlerweile hat man sich aber dar...
Joyce DiDonato
Der sanfte Wind aus der Lagune in Dur und Moll Joyce DiDonato entführte das Publikum der Wiener Staatsoper mit suggestiven Klängen nach Venedig. Vivaldi und Rossini, gut. Aber Reynaldo Hahn und Gabriel Fauré? Und außerdem: Wer war Michael Head? Joyce DiDonato ist berühmt genug, daß das Publikum auch bei apartesten Programmen die Wiener Staatsoper b...
Capriccio
Reden über Kunst, wenn Bomben fallen
»Capriccio«, das letzte große Bühnenwerk von Richard Strauss, zu dem er gemeinsam mit dem Dirigenten Clemens Krauss selbst den Text verfaßt hat, ist ein Kuriosum in der Operngeschichte - und dennoch nie ganz aus den Spielplänen verschwunden. Obwohl der Komponist hier mitten im II. Weltkrieg die Frage diskutiert...