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Opern-Zensur

Zwischentöne

Die kaiserlichen Zensoren bringen uns noch 2020 um Pointen

Selbst ein Dichter wie Hugo von Hofmannsthal zielte hie und da auf die Region unter der Gürtellinie, was Richard Strauss sich gern gefallen ließ.

Opernkenner werden sich vermutlich gefragt haben, ob man an der Staatsoper im Zuge einer musikalischen Neueinstudierung der altgewohnten - gottlob nicht ausrangierten - Schenk-Inszenierung des "Rosenkavaliers" endlich auch einige der Kürzungen eliminieren würde, die seit Jahr und Tag in dieser Partitur gemacht werden.

Vor allem die sogenannte "Mägdeerzählung" des Och...

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Mythos »Frau ohne Schatten«

Eine Opernstaffel: Die Rückkehr der schattenlosen Frauen

Nicht nur »Game of Thrones«, auch die Rezeption der aufwendigsten Oper des Duos Hofmannsthal und Strauss ist eine unendliche Geschichte.

Keine zweite Oper des großen Repertoires hat es so schwer gehabt wie jene, mit der die Wiener Staatsoper am kommenden Samstag ihren Jahrestag begeht. Die Frau ohne Schatten hat für Wien besondere Bedeutung: Sie wurde im Haus am Ring uraufgeführt. Anders als die Mailänder Scala kann Wiens Opernhaus ja nicht auf eine reiche Geschichte bedeutender Weltpremieren zurückblicken.

Aber auch die Fr...

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Die Bassariden

Salzburger Zweitversuch mit einem Meisterwerk

Hans Werner Henzes Antiken-Tragödie »Die Bassariden«, 1966 bei den Festspielen uraufgeführt, wird beim Zweitversuch 2018 von der Regie auf TV-Krimi-Niveau reduziert.

August 2018

Die Wiederaufführung einer Oper des XX. Jahrhunderts in konzertanter Form sei in Regietheater-Zeiten wie diesen sinnvoller als der Versuch einer Neuinszenierung, so wurde an dieser Stelle vorgestern im Gefolge des Erfolgs von Gottfried von Einems „Prozess“ gemutmaßt.In der Felsenreitschule machten die Salzburger Festspiele gleich die Probe aufs Exempel. Sie setzte...

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Der Psychologe Mozart

Mozart, der Erfinder der Psychologie

Mit den drei Opern, zu denen da Ponte die Libretti gedichtet hat, beginnt nicht nur das Zeitalter des Opernrepertoires, sondern auch die musikalische Seelenkunde.

Es sind ein paar Drei- bzw. Viergespanne, die besondere Schnitt- und Wendepunkte in der Musiktheatergeschichte markieren. Die drei großen erhaltenen Opern von Claudio Monteverdi, der „Orfeo“, der „Ulisse“ und die „Poppea“. Im 19. Jahrhundert Verdis Dreisprung mit „Rigoletto“, „Il trovate“ und „La Traviata“ sowie natürlich Wagners „Ring des Nibelungen“, der ja auch für drei Abende, aber unte...

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Jenufa, tschechisch

Der Tod grinst nun nicht mehr zum Fenster herein

„Jenufa“ erstmals in tschechischer Sprache an der Staatsoper.

Einst sangen Gabriela Beňačková und Eva Randová unter Václav Neumann „Jenufa“ auf Deutsch. Nun haben die Deutschen Ingo Metzmacher, Angela Denoke und Dorothea Röschmann Janačeks populärste Oper auf Tschechisch einstudiert. Das Singen in der Landessprache hat – fast ein halbes Jahrhundert nach Karajans Initiative für die Originalsprachen in der Oper – ausgedient. Das ist international Standard.

Und doch mag manch einer im Auditorium festgestellt haben, daß ein Satz, wie ihn d...

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DER REGIE-WAHN

Ein Feuilleton aus dem Jahr 2015

Regisseure bringen die Oper um ihre Zukunft

Inszenierungswahn. "Fidelio" ohne Dialoge und mit grob verfälschtem Schluss bei den Festspielen, radikale Umdichtungen allenthalben im Repertoire: Neue Publikumsgenerationen sehen vor allem Theatermacher-Eitelkeiten.

Opernfreunde haben längst resigniert. Sie wissen, am Ende einer Premiere kann es zu einem Orkan an Missfallenskundgebungen kommen. Aber danach sind sie es, die mit einer Neuproduktion leben müssen. Bei Festspielen fällt das nicht so ins Gewicht, denn die inkriminierten Regie-Untaten stehen meist...

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Dialoge in der Oper

SALZBURGER FESTSPIELE 2015

Gesprochenes Wort gehört zur deutschen Oper von Mozarts "Entführung" bis zu Webers "Freischütz", darf aber bei "Fidelio" diesmal nicht sein.

Was darf ein Regisseur aus einem Stück einfach weglassen?

Am meisten erregten sich die Pausengespräche anlässlich der "Fidelio"- Premiere im Salzburger Festspielhaus über die Absenz der Dialoge.Nun gehört Beethovens einzige Oper der Gattung des deutschen Singspiels an. Die Romantiker sahen das nicht als Hindernis, ihren Stellenwert als Bindeglied zwischen Mozarts "Zauberflöte" und Webers "Freischütz" zu empfinden.

D...

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»Rosenkavalier«-Facetten

Der neue Salzburger "Rosenkavalier" hat ungeahnte Facetten

Oper und Zensur. Seit der Uraufführung sind in Hugo von Hofmannsthals berühmtestem Textbuch anzügliche Passagen gestrichen, die Richard Strauss auch entsprechend illustrativ komponiert hat. Die heutige Festspiel-Premiere ist die erste, in der wirklich alles zu hören sein wird.

Der Ochs auf Lerchenau" sollte nach dem Willen von Richard Strauss die Hauptfigur der ersten echten Gemeinschaftsproduktion mit Hugo von Hofmannsthal heißen. "Der Rosenkavalier" stand als Titel erst knapp vor der Uraufführung fest. Hofmannsthal und Pau...

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Telephonieren im Konzertsaal

ZWISCHENTÖNE

Wenn das Handy in Konzert- oder Opernhaus klingelt, dann muss das nicht nur Grund zum Ärgern, es kann eine Chance zur Besinnung sein.

Darf man Verdi kürzen? Nicht, solange Handys läuten!

Es war eine von jenen täuschend echten Nachahmun gen des Telefonklingelns - als es sich noch »Telephonklingeln« schreiben durfte. Eine Menge von Mobilfunknutzern weiß gar nicht mehr, warum dieses Geräusch älteren Semestern so verhältnismäßig sympathisch im Vergleich zu sonstigen angebotenen Signaltönen ist.

Die sind ja das Einzige, was man heutzutage "wählt". Nummern tippt man ja ...

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Netrebkos Lucia

Anna und der reine Wahnsinn

Netrebkos Comeback. Nun auch in Wien: "Lucia di Lammermoor", ohne hohes Es, aber dafür erstmals mit Glasharmonika.

Nicht allzu lange sollte die Babypause dauern: Anna Netrebko ist zurück auf den internationalen Bühnen. Wie jüngst in New York, meldet sie sich in Wien gleich mit anspruchsvollstem Repertoire. Nichts Geringeres als Donizettis "Lucia" steht auf dem Staatsopern-Programm. Und vorsichtshalber verlautet aus der Direktion gleich vorab: Das berüchtigte hohe Es am Ende der "Wahnsinns-Arie" wird nicht gesungen.

Es steht auch nicht in der Partitur, doch...

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