Schlagwort-Archiv: Pausentratsch Konzert

Schafft die Salzburger Festspiel-Eröffnung ab!

APERÇU

Bei der festlichen Eröffnung der Salzburger Festspiele gab es diesmal eine peinliche Panne. Offenbar geführt von Insidern, gelangten einige Personen, die gegen das Vorgehen der israelischen Regierung im Gaza-Streifen protestieren wollten, auf die Bühne und in die Arkaden der Felsenreitschule und störten dort die Rede des Vizekanzlers, Andreas Babler. Die Aufregung war nachher größer als während des Vorfalls: Wie konnte das passieren? Warum hat das Sicherheitssystem versagt?

Die Lehre daraus: Man kontrolliert nun die Eintrittskarten, die seit der Corona-Pandemie ohnehin personalisiert sind – was übrigens einen empfindlichen Eingriff in die Rechte der Kartenkäufer darstellt – noch rigoroser als zuvor. Als ob die prächtig geschmückten Festspieladabeis und die nach wie vor oft gut gekleideten Musikfreunde eine Gefährdung darstellen würden. Das ist so absurd, wie das jährliche Theater um die Festspieleröffnung. Diese stellt nämlich für noch halbwegs bei Sinnen befindliche Kultur-Konsumenten seit langem nur noch ein Ärgernis dar. Nicht wenn, wie diesmal, Protestaktionen gestartet werden, sondern wegen der unerträglichen hohlen Phrasen, die bei dieser Gelegenheit von den Politikern, aber meist auch von den Festrednern gedroschen werden.

Was die bis zum Überdruß wiedergekäuten Moralisierungen von allen Seiten mit der europäischen Kunst und ihrem Beitrag zu unserm Leben zu tun haben sollen, müssen sich die Berichterstatter jedesmal verkrampft aus den Fingern saugen und in weitere belanglose Worthülsen verpacken.

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Wer war Haydn?

Die Frage, die mir Katrin Nussmayr diesmal gestellt hat, scheint allzusimpel. Wir alle antworten doch auf die Frage, »Wer sind die musikalischen Klassiker?«, wie aus der Pistole geschossen mit: Haydn, Mozart und Beethoven.
Und doch: Mozarts Musik ist so omnipräsent wie die Beethovens. Aber Haydn? Der »Papa« der Klassik hat zwar irgendwie alles erfunden, was gut und teuer ist, die Symphonie, wie wir sie kennen, oder das Streichquartett, die Königsdisziplinen der Instrumentalmusik für zwei Jahrhunderte. Aber wann haben wir das letzte Mal etwas von Haydn im Konzert gehört?

Eben.

Also doch »Wer war Haydn?« – hier im »Presse«-Podcast

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Eurovision – Der Songcontest. Und was noch?

Die EBU, Vereinigung der europäischen Rundfunkanstalten, feiert ihr 75-jähriges Bestehen auf ungewöhnliche Weise: Man hat Kompositionsaufträge für zeitgenössische Komponisten vergeben. Die über mehrere Spielzeiten verteilten Uraufführungen werden jeweils europaweit übertragen. Eine schöne Geste der Veranstalter, die sich nicht ganz mit der Organisation des populären »Songcontests« zufrieden geben.

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Sanftes Lächeln einer Sommernacht

Philharmonische Klänge vor Schloß Schönbrunn

Konzert der Philharmoniker in Schönbrunn. Zum 22. Mal fand der größte Klassik-Event nach dem Neujahrskonzert statt. Diesmal sogar bei idealem Wetter.

Freitag der Dreizehnte, aber ein Wetter prachtvoll wie selten. Nicht immer – vor allem in den ersten Jahren nicht – hatten die Wiener Philharmoniker so viel Glück bei ihrem »Konzert für die Welt«. Live ist dieser internationale TV-Termin ein musikalisches Volksfest für die Wiener, die bereits eineinhalb Stunden vor Beginn in endlose Kolonnen von der Kennedybrücke in Richtung des Hietzinger Tors strömen. Manche sogar elegant gewandet, die anderen wie auf dem Weg zum Freibad.

Die Restaurants ringsum sind ausgebucht. Eine verzweifelte Dame versichert, sie hätte zwei Plätze reserviert. Man verweist sie auf ein Lokal ähnlichen Namens um die Ecke…

Selbst vor den Toiletten im Schloßpark – was das imperiale Design betrifft, gewiss die luxuriösesten der Welt – bilden sich lange Schlangen. Nur hinter dem Palmenhaus steckt ein Entenpärchen, schlafbereit, schon seine Schnäbel ins Gefieder.

Eine Gedenkminute und das »lebenswerte Leben«

 

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Riccardo Muti im Salieri-Jahr: Mozart gewinnt ja doch immer!

WAS HEISST SCHON »WIENER FESTWOCHEN«? +++ 200, TODESTAG VON ANTONIO SALIERI +++ EIN FALSCHES »PHILHARMONISCHES« +++ RICCARDO MUTIS »ALTERSSTIL«

Die Hofmusikkapelle im Musikverein: eine Konfrontation Mozarts mit seinem erbitterten Feind, Antonio Salieri, dem Jahresregenten 2025.

WAS HEISST SCHON »FESTWOCHEN«?

Über die Frage, welches Profil sich die Musikstadt Wien mit ihren Festwochen gibt, wird aus aktuellem Anlass gerade viel diskutiert. Der Reigen war aus einem Musikfest hervorgegangen, bei dem sich die Crème der internationalen Komponisten ein Stelldichein gab. Die hießen damals natürlich Paul Hindemith, Igor Strawinsky oder Pierre Boulez …

Boulez ist übrigens einer der Jahresregenten 2025. Ein anderer: Antonio Salieri, dessen künstlerischer Zweikampf mit Mozart früher einmal eine Festwochen-Ausstellung wert gewesen wäre. Aber dergleichen ist mittlerweile ja einem Allerweltsgetümmel gewichen, das in seiner Zeitungeistigkeit überall in der EU stattfinden könnte. „Klassische“ Musik, für die der Name Wien international steht, ist längst vollständig aus dem Programm gestrichen. In den großen Konzerthäusern wird sie zur Freude der Touristen wie der Einheimischen freilich weiterhin gepflegt.

 

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Siegesfeiern in Moskau

So pfiff Schostakowitsch auf Stalin!

KULTURPOLITIK ZUM NACHHÖREN: PODCAST

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Siegesfeier Anno 1945: Schostakowitsch schreibt seine Neunte Symphonie. Deren Vorgänger handelten vom Krieg, Musik für das belagerte Leningrad, eine Tondichtung über die brutale Schlacht um Stalingrad. Wer dann eine Zelebration für die triumphierende Rote Armee erwartet hatte, bekam einen kleinen, feinen Klangzirkus. Statt Pathos und Bombast gab es lustige Flötentöne: Schostakowitsch hat regelrecht auf Stalin „gepfiffen“, damit viel riskiert, vor den Augen und Ohren der Nachwelt aber alles gewonnen.

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Igor Levits »Eroica« im Wiener Musikverein

Brahms und Beethoven/Liszt als Parforcetour

Musikverein Wien / Julia Wesely

Musikverein. Behutsame Klangzaubereien bei Brahms, brachiale Dramatik bei Beethoven in Liszts Arrangement.

Als wär‘s die Fortsetzung des Salzburger Festspielabends: Die Kombination von Brahms-Stücken und Franz Liszts Arrangement einer Beethoven-Symphonie schien damals schon im Falle später „Intermezzi“ mit der Siebenten Symphonie rätselhaft; die notabene pausenlose Gegenüberstellung der Brahms-Balladen op 10 mit der »Eroica« stellte diesmal ebenfalls Fragen: Was erwartet man von der Konfrontation eines Frühwerks von Brahms und der bis heute kolossal wirkenden Dritten Beethoven-Symphonie? Was heißt das: Romantik? Was Klassik?

 

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Die Musikstadt Wien verliert nach und nach ihre Klassiker

Ein Blick auf die Konzertprogramme der kommenden Saison lehrt: Schostakowitsch scheint den Veranstaltern längst wichtiger als Beethoven. Und von Haydn findet sich kaum mehr eine Spur. Der einzige dauerpräsente »Wiener Klassiker« ist mittlerweile der früher so vernachlässigte Gustav Mahler…

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Gastorchester mit Schostakowitsch, Prokofieff, Strawinsky

Waren das Zeiten, als man unseren großen Konzertorchestern vorwarf, sie würden zu viel Brahms spielen. Der hätte doch nur vier Symphonien komponiert, stünde aber ununterbrochen auf dem Programm, hieß es. Anno 2025 ist alles anders. Jüngst haben die beiden großen Wiener Konzertveranstalter ihre Saisonbroschüren aufgelegt. Und da staunt man nicht schlecht, wenn man die Programme der Orchesterkonzerte studiert.

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