Osterfestspiele wieder mit den Berlinern

So finden Salzburgs Osterfestspiele zu ihrem Ursprung zurück

In der Karwoche kehren die Berliner Philharmoniker in Salzburgs Festspielbezirk zurück. Wie einst Karajan dirigiert Kirill Petrenko Wagners »Ring«.

RÜCKKEHR DER BERLINER PHILHARMONIKER

Mit dem »Ring des Nibelungen« hatte 1967 alles begonnen. Wie immer waren die Salzburger dagegen. Aber sie fanden sich bald damit ab, dass nunmehr nicht nur im Sommer, sondern auch in der Karwoche die betuchte Klientel des Dirigenten Herbert von Karajan in die Stadt pilgern würde, um ihr Idol zu bestaunen. Zwar stimmte nicht ganz, was ursprünglich angedacht war, dass nämlich die neuen Osterfestspiele ganz ohne öffentliche Zuwendungen auskommen würden. Karajan hatte das versprochen. Doch was seither an Steuern in die Salzburger und Wiener Finanztöpfe zurückfloss und wie großzügig die Gäste den Fremdenverkehr anreicherten, sah man auch an der Salzach gern.

Ein Festival mit Tradition

Nach Karajans Tod wollte daher niemand mehr auf das Festival verzichten. Zwischendrin zogen seine Berliner Philharmoniker nach Baden-Baden ab. Aber dort gingen die Kulturgeschäfte nicht so gut wie erhofft. Daher findet das Orchester, das zur Osterzeit immer mit seinem jeweiligen Chefdirigenten »festspielt«, 2026 – rechtzeitig zur 60. Auflage des Festivals – den Weg zurück, allerdings zunächst nicht ins Festspielhaus, sondern in die Felsenreitschule. Die ist ein pittoresker Schauplatz für Opernaufführungen, denen dann aber nicht so viele Musikfreunde folgen können wie im großen Haus. Dieses aber wird – möglicherweise – demnächst umgebaut und steht nicht zur Verfügung.

Kirill Petrenko und der neue „Ring“

Die Chance, dass diese baulichen Maßnahmen aus monetären Gründen zumindest zurückgestellt, wenn nicht abgesagt werden, besteht zwar. Aber wer ein künstlerisches Programm plant, der muss auf Nummer sicher gehen. Also lautet die Botschaft: Kirill Petrenko wird – wie einst Karajan in den ersten Jahren – einen neuen „Ring des Nibelungen“ herausbringen. 2026 beginnt man mit „Das Rheingold“, in den folgenden Jahren wird sich die Tetralogie runden, unterbrochen nur durch ein ehrgeiziges Intermezzo: „Siegfried“ folgt dann erst 2029 nach einer Produktion von Arnold Schönbergs Zwölfton-Fragment „Moses und Aron“.

Eine aparte Programmierung

Eines Festspiels würdig ist eine solch aparte Programmierung allemal. Und Regisseur Kirill Serebrennikow freut sich, wie er sagt, seine Inszenierung des Wagner-Epos im pittoresken Ambiente der Felsenreitschule herausbringen zu dürfen. Intendant Nikolaus Bachler meinte bei der Präsentation, er sei nun dort angelangt, wo er von Anfang an hinwollte. Er muss jedenfalls einkalkulieren, dass gegenüber