Verdi, weitherzig in allen Sprachen
Staatsoper. Auf Französisch gibt man zum letzten Mal auf längere Zeit den nach wie vor atemberaubenden ,,Don Carlos", auf Italienisch leidet ,,Rigoletto" auf mustergültige Art.
Das ist und bleibt eine der herausragenden Produktionen, die in Wien zu sehen und zu hören sind: Verdis ,,Don Carlos" in der längstmöglic...
Wer die Programme internationaler Gastorchester studiert, muss den Eindruck gewinnen, das Publikum verlange fortwährend dieselbe Musik. Neugierige, auf in die Liederabende!
Hört auf mit Schostakowitsch - Singt Lieder von Tomaschek!
Neugier ist eine unter Musikfreunden offenbar nicht besonders ausgeprägte Tugend. Wer jetzt widerspricht, sollte einen...
Worüber haben sich die Leut' damals eigentlich aufgeregt?
Das RSO unter Cornelius Meister gedachte des peinlichsten Momentes in der Geschichte des Musikvereins mit einem Remake.
Oh ja, man kann es nachvollziehen, versucht man sich nur ein bisschen hineinzuversetzen in die Gefühlswelt eines Musikfreundes, der einen Abend lang der neuesten Musik laus...
Sozialkritik nach Noten: Einmal frech, einmal bitterernst
Neue Musik ist nicht mehr unbedingt ein Minderheitenprogramm. Sie kann auch ,,politisch" sein – mit mehr oder weniger Humor: Uraufführungen von Schwertsik und Dünser.
Stell dir vor, sie machen Neue Musik, und keiner geht hin – so konnte man noch in den Achtzigerjahren witzeln. Noch wohlmeine...
»Parsifal« lotet Seelengründe aus
Staatsoper. Wenige Tage nach der Osterfestspiel-Premiere kontert Wien. Die Repertoireaufführung der Mielitz-Inszenierung gerät nicht nur musikalisch festspielreif.
Sage noch einer, es gäbe bei zeitgenössischen Inszenierungen keine Qualitätsunterschiede. Von Christine Mielitz' Wiener ,...
Staatsoper. Franz Welser-Möst hat die nach wie vor taugliche Alban- Berg-Inszenierung von Adolf Dresen musikalisch neu einstudiert – mit einem vokal mehrheitlich bemerkenswerten Ensemble.
Beim ,,Wozzeck" muss Wien sich selbst finden
Es hilft nichts, Alban Bergs ,,Wozzeck" gilt immer noch als Gipfelwerk der sogenannten Neuen Musik. Ein Gipfelwerk, f...
Reserve-Christus zwischen den Buddhastatuen
Christian Thielemanns Einstand in Salzburg mit der Staatskapelle Dresden: ein musikalisch ungemein spannender, modern klingender ,,Parsifal" in Luxusbesetzung, aber mit jämmerlich misslungener Regie.
Die Gabe der Bewußtseinsspaltung muss besitzen, wer anläßlich der Salzburger Osterfestspiele glücklich aus...
Igor Levits offizielles, atemberaubendes Musikvereins-Debüt: Beethovens ,,Hammerklaviersonate", für Pianisten wie Hörer eine Grenzerfahrung, geriet zum triumphalen Einstand.
Die ,,Hammerklaviersonate" als Debüt-Stück? Diese enigmatische Symphonie für Klavier mit dem unenträtselbaren, schier endlosen langsamen Satz und dem klaviertechnisch wie hörps...
Neue Musik, spannend wie ein guter Krimi
Das Gewandhausorchester Leipzig unter Riccardo Chailly beeindruckte mit einer Novität für Orgel und Orchester von Thomas D. Schlee.
Eine Erstaufführung – und das Publikum lauscht gebannt, das kommt nicht alle Tage vor. Mit ,,Ich rufe zu dir" ist Thomas Daniel Schlee gelungen, was der Untertitel verspricht, e...
Wagner erobert Rom
„Rheingold". Kirill Petrenko gab mit der Accademia di Santa Cecilia einen Vorgeschmack auf den Jubiläums-"Ring" der kommenden Bayreuther Festspiele.
Die Schatten von Bayreuth reichen bis auf die Piazza Navona. Oder beinahe so weit. Im römischen Parco della musica, im Norden der Stadt, bat die Akademie der Heiligen Cäcilie zum kon...