Anna Netrebkos Debüt bei den Salzburger Festspielen
Ganz stimmt das nicht: Anna Netrebko war im Salzburger Festspielhaus schon einmal als Blumenmädchen in einem von Valery Gergiev dirigierten konzertanten »Parsifal« zu erleben. Aber da wurde noch niemand aufmerksam auf die Sängerin. Mit der »Don Giovanni«-Premiere unter Nikolaus Harnoncourt war die...
»Ich habe mich immer gewehrt,einer vom Dienst zu sein«
Der Tenor im Gespräch – am 7. April 1994
Peter Seiffert ist, was Timbre und Schmelz betrifft, eine Ausnahme-Erscheinung unter deutschen Tenören. Deutsche Tenöre sind ja zumeist nicht das, was sich der Opernfreund unter einem »typischen Tenor« vorstellt.Die Italiener, die Spanier haben da in Sachen Timbre und Schmelz Maßstäbe gesetzt, und nur selten erreicht ein »Germane« ähnliche sinnlich-stimmliche Qualitäten. Ihnen glaubt man viel eher den Bachschen Oratorienton als ein erotisierendes »Bella figlia dell'amore«...
Hin und wieder aber gibt es Ausnahme-Erscheinungen, die solch scheinbar eherne Gesetze durchbrechen und schon auch Arien aus »Tosca« für Platte aufzunehmen wagen dürfen, ohne sich hernach dafür genieren zu müssen. Peter Seiffert ist einer von diesen Raren. 1954 in Düsseldorf geboren, will er alles eher sein als ein »typisch deutscher« Tenor. »Ich habe«, erzählt er gut gelaunt und jovial im Gespräch, »mich immer gewehrt, einer vom Dienst zu sein«.
Jahrgang 1971
Einer der großen Lied-Sänger seiner Generation, geprägt durch die Arbeit mit Nikolaus Harnoncourt und dem Concentus musicus.
Das Singen liegt bei den Boeschs in der Familie: Die Großmutter war eine der renommiertesten Gesangs-Pädagoginnen Wiens, der Vater, Christian Boesch, der weltweit meistbeschäftigte Darsteller des Papageno in Moz...
Mit dem südafrikanischen Tenor Johan Botha erschien mehr als nur ein strahlender Gralsritter im internationalen Opern-Business.
Es war Staunen erregend. Nach drei Stunden Aufführungsdauer stützte die mächtige Erscheinung des Schwanenritters die Hände aufs Schwert und begann die berüchtigte Gralserzählung zu singen, als gälte es, ein zartes Schubertlied zum Klingen zu bringen. Es war Johan Bothas Debüt als Lohengrin in der Wiener Staatsoper und die Musikfreunde der Stadt waren sich hernach einig: Einen solchen strahlenden Helden hatte man seit Menschengedenken nicht mehr erlebt. So sicher, so mühelos, in allen Lagen belkantesk klangen Wagnersche Heldenpartien nur auf historischen Aufnahmen.
Geboren am 9. Juli 1963 Crewe in der englischen Grafschaft Cheshire, studierte an der Oxford University und verdiente sich die ersten Sporen als Tenor seit 1985 in Auftritten mit den Originalklang-Ensembles Taverner Consort und London Baroque. Zu seinen Förderern gehört auch Sir Yejudi Menuhin, der ihn zum Festival nach Gstaad einlud, aber auch sein New York Debüt in einer Aufführung des Mozart-Requiems dirigiert.
Sie war ein Stimm-Phänomen, wie es in der jüngeren Opern-Vergangenheit kaum ein zweites gegeben hat: Ihre Koloraturgewandtheit war legendär und leitete eine Renaissance des Belcanto-Repertoires im internationalen Opernbetrieb ein. Für Edita Gruberova setzten Intendanten weltweit immer wieder Donizetti- und Bellini-O...
Die Schönheit der Stimme, die weich, rund und dabei leuchtend strömenden Vokallinien - wer dabei war, als die Baltsa noch nicht die Baltsa war, sondern eine ungemein talentierte Sängerin aus Griechenland, die das Callas-Stipendium gewonnen hatte, der erinnert sich, wie das Publikum im zweiten Akt des Figaro atemlos der Canzonetta dieses j...
Wendy Fine kam am 19. Dezember 1943 in Durban (Südafrika) zur Welt. Dort begann sie auch ihre Ausbildung, die sie dann in Wien beendete, wo einer ihrer Lehrer, der Pianist Erik Werba, zu ihrem ersten wichtigen Förderer wurde.
Vom Stadttheater im schweizerischen Bern kam sie 1964 nach dem Sieg beim Wiener Mozart-Wettbewerb an die Wiener Staatsoper. In jener Zeit entstanden erste Schallplattenaufnahmen, darunter von Ludwig van Beethovens seltener gespielten Werken wie der Schauspielmusik zu Egmont (unter Heinz Wallberg) oder des Oratoriums Christus am Ölberge.
Einer der Lieblings-Tenöre des Wiener Opernpublikums
In den siebziger Jahren war Giacomo Aragall beinahe so etwas wie ein » Haustenor« der Wiener Staatsoper. Seine Auftritte in Rigoletto, Traviata, La Boheme, Manon und Tosca sind unvergessen.Seiner Nervosität zum Trotz hat dieser Sänger doch so gut wie immer überragende Leistungen geboten. Vielleicht war sein sensibles Nervenkostüm sogar notwendig, um dermaßen vollendete Rollencharakterisierungen zu bieten, wie sie ihm offenbar selbstverständlich waren. Einer Weltkarriere, die seinem Können entsprochen hätte, stand es jedoch im Wege.Wie auch immer: Die Wiener Opernfreunde sind dankbar, daß Aragall ihnen über Jahre hin gezeigt hat, in welche Höhen psychologisierender Intensität ein großer Gestalter seine Stimme führen kann.
Aragalls Comebac...
Tochter des deutschen Baritons Willi Domgraf-Fassbaender und der Schauspielerin Sabine Peters. In den Sechzigerjahren Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper, die auch danach ihr Stammhaus blieb. Legendär dort ihre Interpretation von Richard Strauss‘ »Rosenkavalier« unter der Leitung von Carlos Kleiber.
Als begnadete Sing-Schauspielerin war sie für Jahre nicht nur für Dirigenten, sondern auch für Regisseure erste Wahl im Mezzo-Fach. In Herbert von Karajans »Rheingold«-Verfilmung ist sie die Fricka. Unter Karl Böhm sang sie an der Seite von Gundula Janowitz bei den Salzburger Festspielen die Dorabella in »Così fan tutte«.