Am Tag des Hl. Ambrosius eröffnet seit Menschengedenken die Mailänder Scala ihre Saison. Erstmals durchbrach die Staatsoper das ungeschriebene Gesetz und setzte am selben Abend eine Premiere an. Notizen zu einem „Opernduell“, das keines war.
Eine Premiere in der Wiener Staatsoper am 7. Dezember? Gewiß: Asmik Grigorian als Turandot, das s...
Nach 23 Jahren konsequenter Wagner-Arbeit war Christian Thielemann heuer nicht bei den Bayreuther Festspielen aufgetreten. Auch 2024 steht keine Thielemann-Vorstellung auf dem Plan. 2025 gibt es jedoch eine Wiederaufnahme von Neo Rauchs »Lohengrin«-Produktion – und dafer kehrt der Kapellmeister zurück auf den »Grünen Hügel«.
Die Diva war nur 53 als sie starb und hatte die Bühnen der Welt schon 1965 verlassen. Und doch: Schon den Zeitgenossen galt sie als »Primadonna assoluta« und die Kenner sind sich ein halbes Jahrhundert nach dem Tod der Künstlerin noch einig: Es hat ihr keine mehr gleichtun können.
VERSUCH EINER WÜRDIGUNG
Ja, sie hat den italienischen Staatspräsidenten sitzen lassen. Ja, sie hat mit den Intendanten der wichtigsten Opernhäuser Kriege ausgefochten. Ja, sie glaubte, im griechischen Reeder Aristoteles Onassis ihren Lebensmenschen gefunden zu haben, der dann aber doch Jackie Kennedy heiratete. Ja, sie war früh ausgebrannt und konnte nie wieder an ihre großen Erfolge anschließen.
Diese Frage stellen sich derzeit vielleicht viele Wiener, die der Plakate des Theaters an der Wien ansichtig werden: Man gibt »Schwanda, der Dudelsackpfeifer« im Museumsquartier – und das ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Kaum ein Operngeher kennt denn Namen des Komponisten, dabei war Weinberger einst ein vielgespielter – auch als Operettenk...
Elsa van den Heever und Tanja A. Baumgartner in der ersten Szene (Pöhn)
Der Dirigent kehrte anläßlich der Wiederaufnahme von Strauss’ „Frau ohne Schatten“ umjubelt in die Staatsoper zurück – und wurde im Beisein dreier Direktoren Ehrenmitglied des Hauses.
Das kommt nicht alle Tage vor: der Staatsoperndirekto...
Christian Thielemann (64) übernimmt mit der Spielzeit 2024/25 das Amt des Generalmusikdirektors der Staatsoper „Unter den Linden“ in seiner Heimatstadt Berlin.
Er folgt damit auf den langjährigen Opernchef Daniel Barenboim, der seine Position zu Beginn des Jahres krankheitsbedingt zur Verfügung gestellt hat. Barenboim konnte auch die für ihn programmierte Neuproduktion von Wagners „Ring des Nibelungen“ in der vergangenen Spielzeit nicht mehr selbst leiten. Thielemann sprang ein. Nicht nur deshalb bezeichnete ihn Elisabeth Sobotka, die designierte Direktorin der Berliner Staatsoper als „logischen Nachfolger“.
Jüngst erschien, als Antwort auf einen klugen Gastkommentar des Wiener Ex-Staatsopernchefs Ioan Holender, eine Replik, bestehend aus Zitaten des einstigen Salzburger Festspiel-Intendanten Gerard Mortier. Wohlgemerkt, keine Philosophen- oder Dichterworte, sondern Sentenzen eines Theater-Provokateurs, der in den Neunzigerjahren dafür gesorgt ...
Was zu erwarten war, ist eingetreten: Die Salzburger Festspiele konnten auf dem Opernsektor heuer nur einen einzigen echten Erfolg verbuchen: Die Premiere von Bohuslav Martinůs »Griechischer Passion« hinterließ ein bewegtes, betroffenes Publikum: Die starken Klänge der gemäßigt modernen Tonsprache des Komponisten, in Verbindung mit der allzu aktuel...
Das Publikum hat längst abgestimmt: Weder in Paris noch in Wien oder in Verona findet die Mehrheit der Opernfreunde, dass sich ein Künstler politisch äußern muss, bevor er auf der Bühne Höchstleistungen bringen darf. Das Wichtigste scheinen immer noch die Höchstleistungen zu sein. Insofern hat sich mit den Ovationen, die international der Diva Anna Netrebko dargebracht werden, eine Diskussion überflüssig zu machen, wie viel politische Statements Interpreten in Zeiten wie diesen abzugeben haben, ehe man sie engagieren darf.