Das Ehepaar Harnoncourt mit Attila Láng. (Foto: privat)
Er war ein bestimmender Faktor im wienerischen Kulturleben, einer von jenen, die kein Aufhebens um sich machen. Ohne Attila Láng wäre freilich manches in dieser Stadt nicht passiert, was scheinbar selbstverständlich zu ihrem Kulturimage gehört.
Die Netrebko als Lady Macbeth »unter den Linden«, ein neuer »Boris« in Hamburg, der ganze Wagner an der Deutschen Oper, eine Salzburger Festspiel-»Salome« an der Wiener Volksoper – in deutschsprachigen Landen hebt die Saison wieder an…
Sie ist eine der interessantesten Pianistinnen unserer Tage, hat etliche feinsinnige CD-Alben herausgebracht und hinterfragt auch altbekannte Werke gern auf neue Sichtweisen. So hat Ragna Schirmer jüngst bei der Styriarte aufhorchen lassen, als sie avisierte, nebst Beethovens »Waldsteinsonate«, einigen Piècen von Chopin und Mendelssohn auch Werke von Clara Schumann zu spielen und – vor allem: eine von Clara herausgegebene Version des berühmten »Carnaval« ihres Gatten Robert Schumann.
Die vielgeliebte Neuproduktion der italienischen Version von Verdis Don Carlos, die heuer beim Opernfestival Klosterneurg herausgekommen ist, wird heute von ORFiii ausgestrahlt.
Für Verehrer des finnischen Nationalkomponisten Jean Sibelius ist heute ein großer Tag: Eines der beliebtesten Werke Sibelius‘ ist die »Karelia-Suite«, eine vergleichsweise frühe Komposition, die bis dato in einer Spielversion bekannt war, die nicht dem letzten Willen des Komponisten entspricht. Das hat der Dirigent und Musikforscher Tuomas Hannikainen herausgefunden. Sein heutiger Auftritt im großen Saal der Universität von Helsinki wird das falsche Bild korrigieren.
Stephen Gould war der „Held vom Dienst“ in allen heiklen Tenorfragen, die Richard Wager und Richard Strauss gestellt haben. Nun zieht er sich zurück.
Ich werde mich erst einmal voll und ganz auf meine Gesundheit konzentrieren und danach meinen zweiten Traum erfüllen: Ich möchte junge talentierte Sänger in Meisterklassen unterrichten.
Siegfried in Bayreuth
So kommentiert der UA-amerikanische Tenor seine Zukunftspläne. Auf den internationalen Opernbühnen, wo er seit vielen Jahren erste Wahl für das schwere Fach des Heldentenors war, möchte er nicht mehr erscheinen.
ORFiii überträgt heute zeitversetzt die semikonzertante Aufführung von Bizets Carmen mit Elina Garanca in der Titelpartie. Ramon Vargas ist der Don José, Erwin Schrott der Escamillo. Die Ukrainerin Tetiana Miyus, Grazer Opernfreunden bestens bekannt, singt die Micaela. Marcus Merkel dirigiert.
Die ehrgeizigste Salzburger Festspielproduktion dieses Sommers ist gewiß die Salzburger Erstaufführung von Bohuslav Martinus letzter Oper, »Griechische Passion«, deren Urfassung erst 1999 bei den Bregenzer Festspielen erstmals gespielt worden ist.