Kurt Schwertsik feierte am 25. Juni 2025 seinen 90. Geburtstag
Ein Wiener Komponist hat es geschafft, sich bei den fortschrittlichen Kollegen sozusagen hinten anzustellen, aber als Erster durchs Ziel zu kommen – das da war: Neue Musik zu schreiben, die man trotzdem gern hört.
Rechtzeitig zum Start ihres Festivals »Wörthersee Classics« hat die Geigerin Elena Denisova jüngst ihre neue CD in den Handel gebracht. Bei TyXart erschien eine Aufnahme der drei Solo-Violinsonaten Johann Sebastian Bachs – hoch konzentriert, klangschön mit kraftvoll-kernigem Ton – und formal beeindruckend ebenmäßig gemeistert.
HÖREN AUF SPOTIFY
Auf den großen Streaming-Plattformen ist die CD bereits abrufbar.
Die Netrebko bei ihem Bühnendebüt als Lisa (Foto: Staatsoper/Pöhn)
In der Wiener Staatsoper erschien Anna Netrebko wieder einmal – und diesmal gerechtfertigt – im Tandem mit Yusif Eyvazov. Tschaikowskys düsteres Spielerdrama nach Puschkin wurde dank beider Interpreten, die ihre Partien erstmals in Wien sangen, zum Ereignis. Zumindest musikalisch.
REZENSION VOM 22. JUNI 2025
Ja, man hört in manchen Passagen, daß die Stimme dem langen Primadonnendienst Tribut zu zollen hat. Und doch und immer noch: Ein Abend, an dem Anna Netrebko auf der Bühne steht, garantiert spannendes Musiktheater. Die Ausdruckskraft dieser Singschauspielerin ist ungebrochen. Und in manchen lyrischen Momenten, die Tschaikowsky den Protagonisten seiner Puschkin-Oper „Pique Dame“ schenkt, tönt der Sopran beinah so geschmeidig und farbenreich wie früher.
Sommernachtsgala, heuer bei herrlichem Frühsommerwetter
Rudolf Buchbinder, Michael Spyres und ein junges Operntalent aus Südafrika bei der Sommernachtsgala: Die Tonkünstler und ihr Klassik-Mischmasch für das ORF-Kulturprogramm– sowie die Antwort auf die Frage, wie man es einer jungen Sängerin besonders schwer machen kann.
Erich Kleiber Beethovens Neunte H. Güden, S. Wagner, A. Dermota, L. Weber Wr. Philharmoniker
Herbert von Karajan Gustav Holst und R. Strauss »Die Planeten«, »Tod und Verklärung« Wr. Philharmoniker
Das Wiener Label Gramola bringt Aufnahmeklassiker aus dem Analog-Zeitalter wieder heraus, »frisch« digitalisiert und in erschwinglichen CD-Ausgaben. Für eine Generation, die Interpreten wie Herbert von Karajan oder Swjatoslaw Richter nur noch vom Hörensagen kennt, und die Namen wie Mitropoulos, Reiner oder Monteux erst für sich entdecken muß, wo sich aber noch ein CD-Player im Hause findet, die ideale Möglichkeit, an historisch bedeutsame Einspielungen bedeutender Werke der Musikgeschichte zu kommen. Mit knapp 15 Euro liegt der Verkaufspreis der Silberscheiben doch im erschwinglichen Segment.
Die ersten Wiener Beethoven-Aufnahmen erschienen 2019 bei Intense Media
Weisheit am Klavier
NACHRUF VOM 17. JUNI 2025
In Mähren geboren, in Kroatien und Graz aufgewachsen, nach London ausgewandert: In seinem musikalischen Herzen blieb der Künstler ein Wiener.
Er zog, diese Pointe konnte man sich als Rezensent damals nicht entgehen lassen, als letzten Ton seines unwiderruflich letzten Soloauftritts noch ein As aus dem Ärmel, ein zweigestrichenes As, mit dem er – nach leichter Verzögerung Liszts „Au Lac de Wallenstadt“ beendete. Verschmitzten Blicks, versteht sich. Die scheinbar simple Pointe war, typisch Alfred Brendel, doch vielschichtigen Zuschnitts. Der weltweit hoch verehrte Beethoven- und Schubert-Interpret, hielt die Wiener Klassiker hoch wie kaum ein Zweiter, spielte aber mit derselben Hingabe Liszt und ließ es nicht zu, wenn jemand diesen Komponisten weniger hoch achten wollte.
»Der Ring des Nibelungen« im Juni 2025 war die letzte Tat des scheidenden Musikdirektors der Wiener Staatsoper.
Andreas Schager als Siegfried
Rollen- und sogar Hausdebüts in den wichtigsten Partien – und der Abschied vom Musikdirektor des Hauses: Die beiden Aufführungsserien von Wagners „Ring des Nibelungen“ stehen vor allem aus musikalischen Gr...
Gleich zwei Gesangswettbewerbe haben jüngst in Wien bzw. im Haydn-Geburtshaus in Rohrau stattgefunden: Die Staatsopern-Freunde konnten dank der kräftigen Unterstützung von Hedda Urbani einen nach der Mäzenin benannten Wettbewerb für Opernsänger ausrichten. Die Haydnregion Niederösterreich bat schon zum siebenten Mal zum Haydn-Wettbewerb, der ausdrücklich Musik der Wiener Klassik und nebst Oper und Oratorium auch dem Liedgesang gewidmet ist.
Und die Musikuniversität hat wieder ihren Beethoven-Wettbewerb ausgerichtet. Alle drei Bewerbe erfreuten sich regen Zuspruchs aus aller Welt. Unser Renommee als Musikland scheint doch noch ungebrochen zu sein
Konzert der Philharmoniker in Schönbrunn. Zum 22. Mal fand der größte Klassik-Event nach dem Neujahrskonzert statt. Diesmal sogar bei idealem Wetter.
Freitag der Dreizehnte, aber ein Wetter prachtvoll wie selten. Nicht immer – vor allem in den ersten Jahren nicht – hatten die Wiener Philharmoniker so viel Glück bei ihrem »Konzert für die Welt«. Live ist dieser internationale TV-Termin ein musikalisches Volksfest für die Wiener, die bereits eineinhalb Stunden vor Beginn in endlose Kolonnen von der Kennedybrücke in Richtung des Hietzinger Tors strömen. Manche sogar elegant gewandet, die anderen wie auf dem Weg zum Freibad.
Die Restaurants ringsum sind ausgebucht. Eine verzweifelte Dame versichert, sie hätte zwei Plätze reserviert. Man verweist sie auf ein Lokal ähnlichen Namens um die Ecke…
Selbst vor den Toiletten im Schloßpark – was das imperiale Design betrifft, gewiss die luxuriösesten der Welt – bilden sich lange Schlangen. Nur hinter dem Palmenhaus steckt ein Entenpärchen, schlafbereit, schon seine Schnäbel ins Gefieder.
Jahrzehntelang haben die Musiker des Artis Quartetts – bei aller gebotenen analytischen Klarheit – einen unverkennbar „wienerischen Ton“ gepflegt. Aus Anlaß des letzten Abonnementkonzerts des Ensembles im Wiener Musikverein (13. Juni) erklingen im Podcast »Musiksalon« noch einmal beispielhafte Wiedergaben von Werken von Haydn bis Zemlinsky.