Archiv der Kategorie: Kalender

Schostakowitschs Vermächtnis

MATTHIAS GOERNE SiNGT DIE »MICHELANGELO-SUITE« – CD-NEUERSCHEINUNG – HOCHPOLITISCHE KLÄNGE VOR UND HINTER DER »MAUER«

Die Poesie des Bildhauers

Dmitri Schostakowitsch Suite nach Gedichten von Michelangelo

Matthias Goerne – Mikko FranckOrchestre National, Radio France

Die Sonette Michelangelos haben viele Komponisten inspiriert, allen voran Hugo Wolf, der drei seiner letzten Kompositionen diesem Künstler widmete. Auch im XX. Jahrhundert haben etliche Meister sich der Poesie des großen Bildhauers bedient, unter anderem auch Benjamin Britten, der wiederum mit Dmitri Schostakowitsch befreundet war, der im Jahr nach Brittens Tod, 1974, einen Zyklus nach Michelangelo-Gedichten vertont hat.

Matthias Goerne

Die »Michelangelo«-Suite stellt so etwas wie ein musikalisches Vermächtnis dar. Matthias Goerne und das Pariser Rundfunk-Orchester unter Mikko Franck haben sie konzentriert und – auch in den introvertierten, leisen Passagen spannungsgeladen – mit beeindruckender Intensität aufgenommen. Und mit einer wenige Jahre zuvor entstandenen Orchestermusik zur Zelebration des 50. Jahrestages der russischen Oktoberrevolution gekoppelt, die auf lärmend-vordergründige Weise durch die »offiziellen«, der sowjetischen Kulturdoktrin verpflichteten Klänge die vollständig nach innen gekehrte, private, subjektive – und damit vielleicht subversive – »ehrliche« Musik desselben Komponisten konterkariert. Ein Hörabenteuer…

 

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Das Wiener Opernleben – alles in Butter?

APERÇU

Es sieht hie und da aus, als liefe in der Musikstadt alles nach Plan. Ein Blick auf die Spielpläne der drei Opernhäuser suggeriert, Wien sei nach wie vor ein Musiktheater-Mekka mit breit gestreutem Repertoire. Einheimischen drängen sich aber ein paar Fragen auf. März 2025

Raritäten an der Wien, Operette in der Volksoper, große Oper an der ...

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Der alte »Barbier von Sevilla« der Staatsoper ist wieder da!

UNGEPLANTE WIEDERAUFNAHME EINER MEISTERLICHEN INSZENIERUNG – DERGLEICHEN FUNKTIONIERT ÜBER NACHT!

APERÇU

Wegen interner Probleme mußte die Wiener Staatsoper am Dienstag kurzerhand Günther Rennerts klassische Inszenierung von Rossinis »Barbier von Sevilla« wieder aufnehmen. Gottlob lagen die Kulissen und Kostüme noch im Depot! Sonst wäre an diesem Abend vermutlich »geschlossen« auf dem Programm gestanden. Was auch immer die wahren Gründe für diesen »Unfall« gewesen sein mögen: Das Publikum erlebte das Stück, das auf dem Theaterzettel avisiert war – das ist heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Als wäre immer alles in Ordnung gewesen im wienerischen Opern-Sevilla: Maria Kataeva (Rosina), Paolo Bordogna (Bartolo), Sebastian Wendelin (Ambrogio) im alten »Barbier«-Set von 1966

Und es weckt Begehrlichkeiten nach der Rückkehr alter, liebgewordener Regie-Arbeiten. Das mußte Bogdan Roščić erfahren, als er vor den Vorhang trat, um die Abänderung mitzuteilen.

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Asmik Grigorians erste Norma

De Tommasi, Akhmetshina, Grigorian – untaugliche Optik, aber von den Damen phänomenal gesngen! (Theater an der Wien: Monika Rittershaus)

Die Künstlerin feierte trotz Indisposition ein glänzendes Rollendebüt im Theater an der Wien. Die Inszenierung ist, wie heute leider immer zu erwarten, völlig untauglich und verzwergt eine Oper, die vokal zu einem veritablen Schicksals-Drama wurde … auch weil mit Aigul Akhmetshina eine junge Gegenspielerin für die Grigorian gefunden wurde, die aufhorchen ließ.

Im Normalfall könnte an dieser Stelle keine Rezension der jüngsten Premiere im Theater an der Wien erscheinen: Wenn der Intendant des Hauses vor einer Aufführung von Bellinis »Norma« erscheint, um dem Publikum mitzuteilen, die Darstellerin der Titelpartie sei – wie alle Kollegen auch – während der Probenarbeit von einer fiebrigen Erkrankung befallen worden und noch nicht ganz genesen, dann ist der Abend für den kritischen Betrachter erledigt. »Norma« ohne Norma ist wie »Carmen« ohne Carmen. Aber für diesmal war das Rollendebüt von Asmik Grigorian angekündigt. Also war alles anders: Die Sängerin entpuppte sich trotz Indisposition als grandiose Interpretin einer als grenzwertig schwierig geltenden Partie. Und sie mußte den Abend nicht einmal allein tragen: In Aigul Akhmetshina fand sie eine Gegenspielerin, die eine der sattesten Mezzostimmen unserer Zeit hören ließ – und in den Duetten zu beeindruckender Form auflief.Also doch ein Bericht über „Norma“ und die Tatsache, daß sich der Besuch im Haus an der Wien lohnt, auch wenn wieder einmal keine Rede davon sein kann, daß das angekündigte Werk auf der Bühne auch zu sehen ist. Dem steht die szenische Verzwergung der psychologischen Schicksalsverknotungen durch Vasily Barkhatov entgegen. Aber davon in gebotener Kürze zuletzt.Zuerst einmal: Der Gesang sorgte an diesem Abend dafür, daß die ersten beiden Silben des Wortes Musiktheater endlich zu ihrem Recht kamen.

 

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Zum Tod von Edith Mathis

Eine Sopranstimme voll unschuldiger Schönheit

Die Schweizer Sängerin starb 86-jährig. Daheim auf den großen Opernbühnen der Welt, war sie für Karajan, Böhm, Bernstein und Kleiber erste Wahl. Sie sang unvergleichlich rein und klar Mozart bei den Salzburger Festspielen. Führende Komponisten schufen neue Opernpartien für sie.

In Zeiten des Wirtschaftswunders gehörte sie zum internationalen Traum-Ensemble, das stilbildend wirkte: Edith Mathis war dabei, wenn Karl Richter Bach aufnahm, Herbert von Karajan Haydns „Schöpfung“, Carlos Kleiber Webers „Freischütz“ oder Karl Böhm Mozarts „Figaro“ - mit Gundula Janowitz, Hermann Prey und Dietrich-Fischer-Dieskau, in einer Konstellation also, die sich in der Opernrealität schon deshalb kaum je ergeben konnte, weil die beiden Herren nicht miteinander konnten.

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Joseph Joachims Stradivari erzielt Rekordpreis

Joseph Joachim mit seiner Stradivari

Eine 300 Jahre Meistergeige, von Antonio Stradivari in seiner »Goldenen Periode« gefertigt, erzielte bei einer Versteigerung in New York den dritthöchsten Preis, den je ein historisches Musikinstrument bei einer Auktion erreicht hat. 11,3 Millionen Dollar (das sind umgerechnet knapp elf Millionen Euro) bezahlte ein anonymer Bieter für das Instrument, das früher dem legendären Geiger Joseph Joachim gehörte.

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Wie geht es denn der MET?

Ö1 überträgt heute »Tosca« aus der New Yorker Metropolitan Opera. Eine Zeitlang steht die Aufnahme dann auf dem Onlineportal des Senders zum Abruf bereit.

New Yorks Opernhaus schlittert von einer Krise in die andere. Seit Nine-Elven, als die Abonnenten davongelaufen waren, hat sich die Metropolitan Opera in Wahrheit nicht mehr erholen können. Das ...

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Mozarts Hornkonzerte, vermehrt!

NEUE CD - MOZARTS HORNKONZERTE - NEUE STÜCKE "GEFUNDEN"

Mozart-Konzerte können allerhand Überraschungen bietenDie Neuaufnahme der Hornkonzerte mit Alec Frank-Gemmill enthält auch bisher „Unerhörtes“ - und jedenfalls mehr als die bisher bekannten vier Werke.

Die vier Hornkonzerte Mozarts muss jeder Hornist, der etwas auf sich hält, aufgenommen haben. Es gibt Legenden unter den bis dato festgehaltenen Interpretationen - und es gibt immer wieder Überraschungen, wenn eine neue CD erscheint: Die jüngste Einspielung stellt (wenn auch nicht zum ersten Mal) bereits die Vierzahl in Frage! Wie viele Hornkonzerte hat Mozart denn nun geschrieben?

Alec Frank-Gemmill, eine Musikerlegende in seiner britischen Heimat, war lange Zeit der allseits anerkannt virtuose Solohornist des Schottischen Kammerorchesters, eher er nach Göteborg übersiedelte. Als Solist hat er nun mit dem Schwedischen Kammerochester unter Nicholas McGegan eine eloquente Neuaufnahme der Mozartschen Hornkonzerte vorgelegt, die tatsächlich in der vordersten Liga der klassischen Produktionen mitspielt (BIS Records).

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