Kategoriearchiv: Feuilleton

„Intermezzo“

Aber die Musik!

Theater an der Wien. Neuversuch mit Richard Strauss' gern vernachlässigtem "Intermezzo".

Pauline Strauss war eine der prägnantesten Künstlerehefrauen der Geschichte. Schon Hofmannsthal kam auf den Gedanken, sie für eine Bühnenfigur Modell stehen zu lassen: "Eine bizarre Frau mit einer sehr guten Seele im Grund, unbegreiflich, launisch, herrisch und dabei doch sympathisch", so formulierte es der Dichter. Richard Strauss ließ der Gedanke nicht mehr los. Nur notdürftig getarnt, wurde ein Ehekrach im Hause Strauss zum Opernsujet. Aus Richard wurde der Kapellmeister Robert Storch, aus Pauline dessen Frau Christine - und diese wiederum zu einer der umfangreichsten Sopranrollen der Operngeschichte. Hofmannsthal und Hermann Bahr winkten ab: Dieses Sujet, dessen Intrige auf einer allzu harmlosen Verwechslung basiert, schien den Poeten zu hausbacken. Strauss dichtete selbst.

Die Haydn-Hymne

Gott hat's erhalten! Haydns Kaiserlied. Eine Ausstellung in der Nationalbibliothek hinterfragt, wie ein Genie bewusst populär werden kann - und wie Deutschland Kakanien "bestahl".

Sagen Sie, wie machen Sie diese wunderbaren Adagio-Sätze in Ihren Symphonien?", fragte einst, reichlich naiv, eine Verehrerin den Komponisten Johannes Brahms. Der ätzte ...

 

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Über den Anfang

Aller Anfang ist ein Schock Beethovens Auftakt. Zum Start des Symphonienzyklus der Wiener Philharmoniker unter Christian Thielemann: Über die Schwierigkeiten, mit der Musik zu beginnen.

Wie fängt ein Musikstück am besten an? Der Anekdote zufolge hat Richard Strauss einmal gemeint, der Komponist möge zuerst einmal mit großem Aplomb die Hörer wachrü...

 

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Christel Goltz

In memoriam

Eine Generation von Opernfreunden hat sie nicht mehr auf der Bühne erlebt. Doch im Bewusstsein des Publikums ist der Name Christel Goltz präsent - als "letzte große Hochdramatische des deutschsprachigen Wiener Opernensembles", wie Direktor Ioan Holender das formulierte, als am Wochenende bekannt wurde, dass die Künstlerin 96-jährig in Baden/Wien verstarb. Christel Goltz war zur Wiedereröffnung des Hauses am Ring, 1955, die Färberin in der "Frau ohne Schatten". Diese, ihre Glanzpartie, sang sie danach in sämtlichen Aufführungen der Rudolf-Hartmann-Inszenierung! In einer anderen Paraderolle, der Salome, hatte sie damals durch die ...

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Adolf Dallapozza

"Heute fehlen die Persönlichkeiten!" Interview. Erinnerungen einer lebenden Legende an 50 Jahre Volksoper: Tenor Adolf Dallapozza über strenge Dirigenten, gesangliche Ideale und Vorzüge des Ensembles.

Seit 50 Jahren steht Adolf Dallapozza auf der Bühne der Volksoper: erst im Chor, seit 1963 als Solist. Der Publikumsliebling erzählt von den Anfängen als Opern- und Operettentenor, als er sich in Bescheidenheit zu üben hatte: "Als ich begann, waren im Volksopernensemble Stars, zu denen man nur aufgeschaut hat. Man hat sich nicht in den Nähe getraut. Ich hätte diesen Leuten die Hände geküsst, hätten sie uns Ratschläge gegeben . . . " Doch für Neulinge im Ensemble gab es Hilfestellung der Dirigenten: "Wir hatten damals wirkliche Erzieher. In der Oper Argeo Quadri, in der Operette Anton Paulik ...

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