Der musikalisch talentierte Sproß einer zaristischen Offiziers-Familie war 16 Jahre jung, als er unter dem Einfluß seines Lehrers Mikli Balakirev daran ging, eine viersätzige Symphonie zu schreiben. Das Werk war 1865 vollendet und wurde, so Cesar Cui, die erste russische Symphonie.
Ein führender Kopf der nationalrussischen Schule sollte Rimskij-Korsakow dann bleiben, vor allem als Meister des Musikdramas - und als Lehrer: Igor Strawinsky ging aus seiner Schule hervor und auch Meister, die nicht bei ihm studierten, profitierten von der in späten Jahren brillant ausgeprägten Orchestrierungskunst. Rimskij-Korsakow kann neben Wagner als einer der Ahnväter des modernen, farblich vielfältig aufgefächerten Orchesterklangs gelten. Die schillernden Klänge von Strawinskys Feu...
1841 - 1894
Alexis Emanuel Chabrier war, so scheint es im Rückblick, vor allem einmal ein Meister der gehobenen Unterhaltungsmusik im Paris der Belle Époque. Seine Opéra bouffe L'étoile, die 1877 in den Bouffes Parisiens herauskam, gilt als eine der besten französischen Operetten der Ära nach Offenbach.
Doch stand einem anhaltenden ...
Wenn es einen Komponisten gibt, der auch in den Augen (und Ohren) der Russen der »russischste« ist, dann war das wohl Modest Mussorgsky.Mit → Boris Godunow und → Chowanschtschina hat er die russischen Nationalopern schlechthin gedichtet und komponiert - für die Musikgeschichte ...
Mit seiner Carmen hat Georges Bizet eine der zehn meistgespielten Opern des internationalen Repertoires geschaffen. Den Siegeszug dieses Werks hat er nicht mehr erlebt. Carmen kam kurz vor Bizets Tod an der Pariser Opéra comique heraus und schien zunächst nicht erfolgreicher als die anderen Bühnenwerke, die der Komponist zuvor herausgebracht hatte
* Le docteur Miracle, (1857)* Les pêcheurs de perles, (1863)* La jolie fille de Perth, (1867)* Djamileh, (1872)
Zwischendrin skizzierte Bizet unermüdlich große Opern, Operetten, Bühnenmusiken. Außer den oben genannten erblickte nur die Operette Marlbrough s’en va-t-en guerre das Bühnenlicht. Nach der Urauführung im Pariser Théâtre Athénée (13. Dezember 1867) verschwand aber der Großteil des Manuskripts. Nur der erste Akt hat sich erhalten.
1837 - 1910
Balakirew stammte aus Nischnij Nowgorod und erhielt seine erste, bemerkenswert grundlegende Ausbildung am Alexandrovsky-Institut in seiner Heimatstadt durch den Pianisten Karl Eisrach.Das offenkundige Talent des Teenagers führte dazu, daß man ihm sogar Proben des Instituts-Orchesters anvertraute.
1835 - 1913
Er war ein Zeitgenosse von Johannes Brahms, lebte bis zum »Skandaljahr« 1913 und symbolisiert in seiner Biographie den ästhetischen Wandel der deutschen Musikgeschichte wie kaum ein Zweiter: Felix Draeseke, geboren als Sohn eines Predigers, galt seinen Zeitgenossen gleichermaßen als fortschrittlich-revolutionärer Parteigänger der Partei um Richard Wagner wie - später - als gefürchteter Kontrapunkt-Professor und Bewahrer der Tradition - womit er den Unmut von Kollegen wie Richard Strauss oder Max Reger erregte ...
»Konfusion in der Musik«
In Alter von 70 Jahren verfaßte der hoch angesehene Komponist eine Schrift über »Die Konfusion in der Musik« und setzte sich damit in den Augen der »fortschrittlichen« Zeitgenossen an die Spitze einer Reaktionsbewegung, die der Entwicklung in...
Borodin, der illegitime Sohn des Fürsten Gedianow, war erfolgreicher und hoch geachteter Chemiker und betrieb die Musik als Hobby.Schon als 14jähriger brachte er Werke für Flöte und Klavier und eine Cellosonate heraus, wandte sich jedoch nach seinen Studien in St. Petersburg und Reisen durch Italien, die Schweiz und Deutschland einer Tätigkeit als Militärarzt zu.
Ab 1864 war er als Professor für organische Chemie an der Petersburger Akademie tätig.Unter der regen Anteilnahme seiner Komponistenfreunde vom sogenannten »mächtigen Häuflein« arbeitete Borodin freilich nebenher an musikalischen Werken, von denen einige zu den bedeutendsten Dokumenten der russischen Romantik zählen.
Rimskij-Korsakow berichtete über die Parallel-Universen, in denen sein Freund Borodin lebte: Hier das ...
Eines von 20 Kindern einer Familie im ungarischen Készthély nahe Ödenburg - das musikalisch Talent des kleinen Károly Goldmark war zwar unverkennbar, doch die Zeit- und Lebensumstände standen einer raschen Entwicklung entgegen.
Schon 1838 hatte es der junge Musiker nach Wien geschafft, um hier Technik und Musik zu studieren. Doch die Revolution von 1848, in deren Wirren es sogar - wie sich herausstellte: versehentlich - zu einer Verhaftung des jungen Ungarn kam, führten ihn zurück die ungarische Hälfte des Habsburgerreichs.
Erste Ende der Fünfzigerjahre kam es zu Aufführungen Goldmark’scher Kompositionen. Und vor allem das Streichquartett in B-Dur fand wohlwollende Aufnahme. Mendelssohns frühromantischer Geist spukt da noch zwischen den Zeilen der vier klassizistisch geformten Sätze, um...
(1830-1915)
Goldmark-Büste Viktor Tilgners in der Wiener Staatsoper
Grand Opéra aus Österreich
Bis 1938 wußten Wiener Musikfreunde, wer Carl Goldmark war. Nach 1945 fand nicht einmal seine einst viel gespielte Königin von Saba, so etwas wie eine wienerische Grand Opéra, ins Repertoire zurück.
Goldmarks Leben und Karriere
»unstreitig der hervorragendste Claviervirtuose der Gegenwart«
Doch nichts wäre dem russischen, in Deutschlang (auch musikalisch) sozialisierten Musiker lieber gewesen, als hätte man ihn als Komponisten wahrgenommen. Immerhin hat er ein gewaltiges Oeuvre vorgelegt, ein Dutzend Opern, von denen »Der Dämon« die berühmteste wurde, sechs Symphonien, zehn Streichquartette, Hunderte Lieder ---
Bezeichnend für Rubinsteins Lebenslauf ist seine eigene Schilderung der Leipziger Uraufführung seines ehrgeizigsten symphonischen Projekts, der »Ozean-Symphonie« an den Widmungsträger des Werks: Franz Liszt:
Ich komme gerade vom Gewandhaus zurück, wo meine Symphonie aufgeführt wurde. [...] Der 1. Satz wurde gut gespielt und das Publikum applaudie...