Richard Strauss war der musikalisch eminent talentierte Sproß des Münchner Hornisten Franz Strauss und dessen Frau, einer geborenen Pschorr. Der Komponist stammte also von einem Mitglied der Münchner Hofkapelle und der legendären Bierbrauerdynastie ab. Er hat schon im KIndesalter begonnen, Musik zu komponieren. Improvisierend am Klavier gelang ihm eine wohlgeformte Polka samt Einleitung und Trio, die freilich noch der Vater notieren mußte: Klein Richard konnte noch keine Noten lesen, geschweige denn schreiben.
Die Messe des Agnostikers
Bald versuchte sich der angehende Komponist auch theoretisch zu perfektionieren. Als 13jähriger begann er, den Text des Mess-Ordinariums zu vertonen, für den ...
»Estampes«
Die Estampes markieren einen Wendepunkt in Claude Debussys Schaffen: Seinen unverwechselbaren, eigenen Stil hatte er zwar bereits Anfang der Neunzigerjahre mit seinem Prélude à l'après-midi d'un Faune gefunden, doch für sein Instrument, das Klavier, schuf er erst mit diesem Zyklus ein vollgültiges Meisterwerk. Die ...
Claude Debussy
1862 - 1918
Debussy kam in kleinbürgerlichen Verhältnissen zur Welt und hat nie die Schule besucht, sondern wurde innerhalb der Familie privat unterrichtet. Zeitlebens blieb er menschenscheu. Madame Mauté de Fleurville, eine Schülerin Frédéric Chopins, wurde auf den musikalischen Buben aufmerksam und erteilte ihm Klavierunterricht, b...
Den direkten Liszt-Abkömmling Rosenthal hielten viele Zeitgenossen für den größten aller Pianisten. Er seinerseits soll aber nie auch nur ein freundliches Wort über einen Kollegen verloren haben.
→ ROSENTHAL-ANEKDOTEN
Der strenge Eduard Hanslick kritisierte am allseits als überwältigend empfundenen Spiel des jungen Rosenthal ein »Ungestüm«, von dem er hoffte, es werde sich mit der Zeit legen, »wie es sich ja auch bei Liszt und Tausig später gelegt hat.«
Die erhaltenen Aufnahmen dokumentieren das Spiel eines alten Mannes, der wohl jenes »Ungestüm« längst eingebüßt hatte, aber für die dankbaren Nachgeborenen noch Beweisstücke jener klanglichen Sensibilität und Liebe zur Tonschönheit dokumentieren, die für die romantische Schule essentiell waren.
Rosenthals Aufnahme von → Liszt...
Delius war der Sproß einer deutschen (ursprünglich niederländischen) Händler-Dynastie und war von seinem Vater auch zur Kaufmannslehre ausersehen.Als Mitarbeiter im Textilunternahmen der Familie fühlte er sich allerdings unwohl - und die Farmer-Tätigkeit, die man ihm daraufhin in den USA finanzierte,...
1861 - 1906
Arenskij studierte 1879 bis 1882 am St. Petersburger Konservatorium bei Nikolai Rimskij-Korsakow, der die Berufung seines Zöglings ans Moskauer Schwesterinstitut tatkräftig beförderte. Arenskij wechselte sofort nach Abschluß seines Studiums in den Lehrkörper des Moskauer Konservatoriums und war von 1895 für sechs Jahre auch Direktor der...
(1860-1909)
Einer der zahlreichen Ein-Werk-Komponisten der Musikgeschichte: Die Suite Iberia sicherte dem Spanier dauerhaften Ruhm. Als Wunderkind hatte Isaac Albeniz schon mit vier Jahren für Aufsehen gesorgt, studierte Klavier in Paris und Brüssel und wurde zu einem der führenden Pianisten seiner Generation.
Romantik - Oper - Franreich
1860 - 1956
Gustave Charpentier war Student von Jules Massenet am Pariser Conservatoire und erregte durch formale Fantasie die Aufmerksamkeit seiner Zeitgenossen. Für seine Kantate Didon erhielt er den Rom-Preis.Seine symphonische Suite Impressions d'Italie wiesen ihn als Meister der spätromantischen illustrativen Klangs...
Max Fiedler war einer der führenden Dirigenten seiner Generation, zog es aber vor, seßhaft zu bleiben und nach Bindungen an Hamburg (auch als Konservatoriums-Direktor) und an die Berliner Philharmoniker über viele Jahre das Musikleben in Essen zu prägen, statt allzuviel herumzureisen. Das - nebst vielleicht der Tatsache, daß Fiedler vor allem im Konzert brillierte und kaum je Opern dirigierte - ist wohl der Hauptgrund, warum sein Name nicht jenen Stellenwert in der Erinnerung der Musikwelt gewann, den er angesichts beeindruckender interpretatorischer Leitungen verdient hätte.
Brahms' Anwalt
Die Zeitgenossen verbanden seinen Namen vor allem mit profunden Aufführungen der Symphonik von Johannes Brahms. Immer dirigierte gab Fiedler ganze Brahms-Abende, die bald legendären Status erlangten. Immerhin führte die künstlerische Ahnengalerie des Dirigenten direkt zu Brahms zurück, der den jungen Solisten kannte und ihn angeblich sogar einmal gebeten haben soll, an seiner Stelle an einer Aufführung seines B-Dur-Klavierkonzerts mitzuwirken, was Fiedler aber bescheiden abgelehnt haben soll.
1858–1931
Eugène Ysaÿe war nach übereinstimmenden Aussagen seiner Zeitgenossen eine Hühne von einem Mann, also nicht nur künstlerisch, sondern auch körperlich eine imponierende Erscheinung. Für die Kollegen Kreisler, Zimbalist, Elman, Thibaud oder Szigeti galt er als Numero uno unter den großen Geigern seiner Zeit.
Geboren in Lüttich, erhielt er seinen ersten Unterricht mit vier Jahren von seinem Vaters. Als Henri Vieuxtemps ihn eines Tages üben hörte, drang er darauf, den jungen Mann ans Konservatorium zu schicken. Dort studierte Ysaÿe bei Rudolphe Massart, dann bei Wieniawski, der inzwischen die Stelle des kränklichen Vieuxtemps eingenommen hatte. Auf Vieuxtemps stieß Ysaÿe dann doch noch in Paris. Er bezeichnete ihn stets als seinen wichtigsten Lehrer.
Seinem imme...