Kategoriearchiv: Feuilleton

Jérusalem

Verdi-Premiere der Komparative »Jerusalem«, ein zwischendurch immer wieder qualitätsvolles Werk aus Giuseppe Verdis Frühphase, kam an der Staatsoper unaufdringlich zur Erstaufführung. Die Inszenierung, neu zwar, wirkt dennoch altvertraut. Robert Carsen hat vor einer von Michael Levine errichteten monumentalen romanischen Mauer, in der Schießscharte...

 

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Fedosejews »Neunte»

Romantisches Wagnis vor der Hochzeit Beethovens Neunteim Konzerthaus, die jährliche »Morgengabe« der Symphoniker, wurde diesmal zum Versprechen für die Zukunft: Mit dem künftigen Chef Wladimir Fedosejew könnte dieses Orchester wieder für Überraschungen gut sein.

Fedosejews Beethoven-Bild ist zutiefst romantisch. Wer wollte ihm das angehörs eines t...

 

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Pierre Boulez im Gespräch

Freiräume für die Avantgarde »Die Presse«, 5. Mai 1994 Pierre Boulez leitet zur Festwocheneröffnung erstmals ein "Philharmonisches" in Wien. Im Gespräch philosophierte er über musikalische Grundsatzfragen. Eigentlich, so erläuterte der Dirigent und Komponist vor Journalisten, wollte er dieses Eröffnungskonzert im Musikverein als Gegenüberstellung von Mahlers Sechster Symphonie mit Werken der Wiener Schule gestalten, die direkt auf Mahler Bezug nehmen: Weberns und Bergs Orchesterstücke. "Das wäre aber für die Blechbläser zu schwierig gewesen. Jetzt spielen wir vor der Mahlersymphonie die frühen Lieder von Berg. Die Orchesterstücke reichen wir in Salzburg nach." PIERRE BOULEZ – PORTRAIT Für die Salzburger Festspiele plant Boulez neben Konzerten auch die einzige Oper, die er während der nächs...

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Così fan tutte

Ende Oktober 1994 ereignete sich im Theater an der Wien eine Premiere, die bald als Legende galt: Riccardo Muti dirigierte Mozarts dritte Da-Ponte-Oper als Staatsopern-Produktion im kleinen Haus. Das wurde zur Signal-Produktion für den Wunsch, das damals als Musical-Haus geführte Theater an der Wien künftig doch wieder für die Oper zu nutzen. zur R...

 

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»Von heute auf morgen«

Moses, Aron, Löwinger Arnold Schönbergs Oper »Von heute auf morgen« war unter Pierre Boulez' Leitung im Konzerthaus zu erleben. Eine Entdeckung? Eher ein abschreckendes Beispiel.

Arnold Schönbergs Einfluß auf die Entwicklung der Avantgarde war so groß wie zu Zeiten offenkundig seine Weltfremdheit. Er wünschte sich, daß man irgendwann seine Melodie...

 

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Beat Furrer im Gespräch

Theater der »erlebten Musik« »Narcissus« heißt das jüngste Auftragswerk der Grazer Oper, das beim »steirischen herbst« Anfang Oktober Premiere haben wird: Frucht zweieinhalbjähriger Arbeit Beat Furrers. Ein Gespräch. 14. September 1994 Beat Furrer zählt zu den bekanntesten Komponisten in der seit einigen Jahren erstaunlich belebten Wiener Avantgarde-Szene. Vor zwanzig Jahren ist der nun vierzigjährige Schweizer »eingewandert«, hat also sein halbes Leben in der österreichischen Hauptstadt verbracht, die als jeglicher Modernisierung abhold gilt. 

Furrer, ganz Schüler Roman Haubenstock-Ramatis, war und ist gewiß nie bereit, Kompromisse für die Verehrer des reinen C-Dur-Dreiklangs einzugehen. Daß er es dennoch in Wien ausgehalten hat, daß er die Stadt auch als Nährboden begriffen, genütz...

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Harnoncourts Beethoven-Zyklus

Verdiente Ovationen für einen Ersatzkaiser Daß Nikolaus Harnoncourt es geschafft hat, zum Ersatzkaiser unter den Dirigenten zu werden, ist an dieser Stelle bereits zu Protokoll gegeben worden. Die Ovationen, die ihm nach seinem Beethovenzyklus bei den Salzburger Festspielen bereitet wurden, bestätigen dieses Urteil.

Das Phänomen ist leicht erklärt...

 

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Solti mit dem LSO

Dank Solti mit Herz und Seele bei der Sache Aus London kam der wirkungsvollste Angriff auf jeglichen künstlerischen Schlendrian bei den Salzburger Festspielen: Sir Georg Solti und London Symphony demonstrierten, was musikalische Professionalität ist.

Ich weiß zwar nicht, wie lange man mit einem Londoner Orchester probieren muß, bis die Musiker füh...

 

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Chéreau in Salzburg

Marginalien zu Mozart Die Renommierproduktion der Salzburger Festspiele galt Mozarts „Don Giovanni". Man war gespannt auf Patrice Chéreaus Inszenierung. Sie ist fulminant. Man wartete, weil man in Salzburg die Hoffnung noch immer nicht aufgeben will, auch auf musikalische Sensationen. Die blieben aus.

Optisch artet diese Aufführung in eine Art bew...

 

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»Rake« in Salzburg

Ombra infelice sucht Strawinsky „The Rake's Progress" ist die einzige abendfüllende Oper Igor Strawinskys. Also durfte sie beim Strawinsky-Schwerpunkt der Salzburger Festspiele 1994 nicht fehlen. Die Frage ist nur, ob die Festspiele diesen Schwerpunkt nötig haben.

Gerard Mortiers Ordnungsliebe in Ehren. Aber ein Festival, das sich doch nach wie vo...

 

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