Kategoriearchiv: Feuilleton

Gioconda de Vito

1907- 1994

Gioconda de Vito war in ein und derselben Saison auf den Berliner Konzertpodien die Solistin im Bruch-Violinkonzert, einmal unter Wilhelm Furtwängler, einmal unter der Leitung von Furtwänglers Antipoden Herbert von Karajan. Das war Ende der Dreißigerjahre und man hat der Künstlerin später verübelt, daß sie in jenen Jahren überhaupt in Deutschland konzertiert hat - und daß man bei dieser Gelegenheit nicht etwa das Mendelssohn-Konzert gegeben hat, das wohl beide Dirigenten lieber aufs Programm gesetzt hätten, das aber damals verboten war . . .

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Sandor Veress

1907-1992

AUFNAHMEN

Ungarn hat im XX. Jahrhundert einen Meister hervorgebracht, der die europäische Musikgeschichte nachhaltig geprägt hat. Das war Béla Bartók. Zwei seiner Zeitgenossen kennen engagierte Musikfreunde zumindest dem Namen nach oder weil sie das eine oder andere von deren Werken mögen: Zoltán Kodály, der mit Bartók sich in der Volksmusik-Forschung verdient gemacht hat, und Ernst von Dohnányi, den unverdrossenen Spätromantiker und großen Pianisten.Nach 1945 waren es zumindest zwei Namen, die aufhorchen ließen, wenn es um die musikalische Avantgarde ging: György Ligeti und György Kurtág. Was war dazwischen?

DER LEHRER Die Antwort findet man, wenn man nach dem Lehrer von Ligeti und Kurtág fragt: Sándor Veress, der auch der Lehrer des Oboisten und Komponisten Heinz Holliger g...

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Pierre Fournier

1906 - 1986

Der Bruder des Geigers Jean Fournier hatte als Pianist begonnen, doch zwang ihn eine Kinderlähmung umzusatteln: Pierre Fournier wurde Cellist - und einer der größten seines Jahrhunderts.

Als Student des Pariser Konservatoriums, das leuchtende Vorbild Casals vor Augen, ergreift er buchstäblich jede Gelegenheit, öffentlich aufzutreten, spielt in Kinosälen oder in Parks, spielt Unterhaltungsmusik mit einem Ensemble, dessen Schlagzeuger niemand Geringerer als der Komponist Arthur Honegger ist!»Schlagzeug-Kollege« Honegger wird 1939 der erste Komponist sein, der Fournier ein Werk zueignet. Kollegen wie Schoeck, Martinon, Martinu, Martin, Poulenc und Roussel folgen.

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Reginald Kell

Reginald Kell

1906 - 1981

Zu Zeiten war der Engländer Reginald Kell der führende Klarinettist der Welt. Seine Karriere begann in großen Orchestern. Gleich nach Ende seiner Ausbildung an der Londoner Royal Academy holte ihn Sir Thomas Beecham in sein soeben gegründetes London Philharmonic Orchestra, ab 1939 war er Solo-Klarinettist in Toscaninis Luzerner Festspielorchester.

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Artur Balsam

1906-1994

Artur Balsam stammte aus Warschau, studierte in Łodź und vervollkommnete sich dann unter anderem bei Artur Schnabel. Er wurde spätestens in den Fünfzigerjahren zu einem vielbeschäftigten Pianisten in den Aufnahmestudios der großen Schallplattengesellschaften.

Balsam war liebevoller Begleiter von Solisten wie Yehudi Menuhin, mit dem er bei dessen ersten großen Teenager-Tournee in den Dreißigerjahren musizierte. Bei dieser Gelegenheit entstanden auch frühe Schallplatten-Aufnahmen, darunter etwa Tartinis Teufelstriller-Sonate, die 1936 auf HMV erschien und im Rahmen einer Menuhin-Edition bei Warner 2016 wieder aufgelegt wurde.

Später arbeiteten auch Nathan Milstein, Joseph Szigeti, David Oistrach, Zino Francescatti oder Leonid Kogan mit ihm. Legendäre Aufnahmen...

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Dimitri Mitropoulos

1896 - 1960

Er war ein Dirigent, der die leidenschaftlichsten Aufführungen auf dem Konzertpodium - aber auch im Opernhaus - realisieren konnte. Seine Wirkung auf die Musiker war ungemein suggestiv, sein Gedächtnis legendär: Wenn Mitropoulos während einer Probe kurz nachdachte, witzelten die Musiker: Jetzt blättert er um. Der Maestro hatte ein photographisches Gedächtnis und konnte Partituren im Nu auswendig lernen, um aus dem Stegreif die Probenziffern anzusagen und jede beliebige Stimme zu korrigieren.

An der Wiege seines Künstlertums standen zwei bedeutende Vorbilder: Ferruccio Busoni gehört zu den Lehrern des aus Athen stammenden jungen Pianisten an der Berliner Musik-Akademie, Erich Kleiber war sein Mentor, bei dem er an der Lindenoper assistieren durfte. Mitropoulos' in...

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Zinka Milanov

1906 - 1989

Die kroatische Sopranistin hieß tatsächlich Zinka, aber nicht Milanov, sondern Kunc. In Agram (Zagreb) geboren, studierte sie in zunächst in ihrer Heimatstadt, dann in Mailand und Berlin. Den letzten Schliff erhielt sie bei ihrem Bruder Borislaw Kunc, der anläßlich ihrer Konzertreisen häufig ihr Klavierpartner war.

Borislaw Kunc brach während eines Konzerts mit seiner Schwester in Detroit 1964 auf dem Podium tot zusammen.Ihr Bühnendebüt absolvierte Zinka Kunc als Leonore in Verdis Troubadour im slowenischen Laibach im Jahr 1927. Im Jahr darauf war sie Ensemblemitglied in Agram, wo sie in den folgenden sieben Spielzeiten mehr als 350 Auftritte absolvierte. Ihre gesamtes Repertoire hatte sie 1935 in kroatischer Sprache einstudiert. 1936 debütierte sie - nach Gastspi...

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Dmitri Schostakowitsch

1906 - 1975 ZWISCHEN DEN NOTENZEILEN

Die Symphonien Die Streichquartette Die Klavierkonzerte Die Violinkonzerte Die Cellokonzerte Die Klaviersonaten

ZEITTAFEL Geboren im September 1906 in St. Petersburg

1919 Im Alter von 13 beginnt Schostakowitsch seine Musikstudien am Konservatorium von St. Petersburg (damals: Petrograd) 1925 Spektakulär...

 

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Erich (Eric) Zeisl

1905 - 1959 Eric Zeisl (in den Anfängen häufig: Erich Zeisel) war der Sproß einer jüdischen Wiener Kaffeehaus-Dynastie: Großvater und Vater betrieben ein - von Joseph Roth mehrmals journalistisch beschriebenes - Café Tegetthof nahe dem Wiener Praterstern. Erich schrieb sich gegen den Willen seiner Familie als Student am Konservatorium ein und absolvierte den grundlegenden Musiktheorie-Kurs von Richard Stöhr. Komposition studierte er danach unter anderem bei Joseph Marx.

Der Liedkomponist 1921 erschienen erste Lieder im Druck. Die großen Wiener Verlagshäuser Universal Edition und Dobliner publizierten in der Folge seine Werke - vor allem Liedkompositionen, von denen bis zur Emigration des Komponisten Hunderte entstanden, aber auch größer angelegte Werke wie das Requiem concertante, da...

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