Kategoriearchiv: Feuilleton

Welser-Möst in Zürich

Orchester-Märchen aus dem Böhmerland Franz Mösts Einstand in Zürich hätte nicht fulminanter verlaufen können: Der künftige Chefdirigent machte im Opernhaus Dvoraks "Rusalka" zum veritablen Orchester-Märchen.

Die künstlerische offenkundig höchst effektive Österreicher-Phalanx, die Direktor Alexander Pereira in Zürich aufgebaut hat, wurde für diese ...

 

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»Cardillac« in Wien

Der Mörder war wieder der Gärtner Drei Jahrzehnte ist es her, daß der Goldschmied Cardillac seine letzten Kunden in Wien ermordet hat. Jetzt treibt er wieder sein Unwesen in der Stadt.

Man sollte sich Paul Hindemiths packendstes Musikdrama in der Staatsoper ansehen. Des Stückes wegen, nicht, weil Marco Arturo Marelli eine kongeniale Inszenierung i...

 

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Festwochen-»Figaro«

Herrn Figaros Pradler Ritter-Hochzeit Jonathan Millers Festwochen-"Figaro", schon bei der Premiere ein schmuddeliges Experiment szenischer Sozialkritik, ist zum billigsten Klamauk verkommen.

Das Reprisen-Ensemble im Theater an der Wien benimmt sich, als stammte das Libretto nicht von Da Ponte sondern von den Löwingers. Da genügt es nicht, daß Gärt...

 

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Mortier über Abbado

»Ich hab' die Schnauze voll« Krieg in Salzburg - Festspiel-Chef Gerard Mortier läßt im Gespräch Dampf ab: „Ich werde Claudio Abbados Alleingänge nicht mehr akzeptieren."

In den letzten Wochen mehrten sich die Anzeichen, daß im Salzburger Festspielhaus ein Machtkampf tobt. Claudio Abbado, der ebenso still wie konsequent die Übernahme der ehemals Herbert von Karajan vorbehaltenen absoluten Führungsposition betrieben hat, schien kurz vor dem Ziel. Nach den Osterfestspielen, die er Sir Georg Solti längst abgerungen hat, würde er dank vertraglicher Abmachungen nun offenbar auch den Programmplan des Sommerfestivals unwidersprochen diktieren können. Nun schießt Gerard Mortier, der die Verträge anders auslegt, zurück. „Ich hab' die Schnauze voll", kommentiert er, über diesbezügliche Meldungen in ...

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Rattle dirigiert Bruckner

Bruckner-Abenteuer mit Simon Rattle Applaudiert werde hierzulande gern unter dem Motto "Wenn man bedenkt", formulierte Hans Weigel einst. Weigel meinte damit die rückhaltlose Anerkennung von Schauspieler- oder Sängerleistungen auch angesichts des Faktums, daß der verehrte Künstler seinen Zenit längst überschritten habe. Bei Simon Rattle ist es bein...

 

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Abbado und die Berliner

Abbados Lärmpegel Auch in Berlin ändern sich die Zeiten. Früher kamen die dortigen Philharmoniker, um atemberaubende Virtuosität in den Dienst ebensolcher Interpretationen zu stellen. Heute machen sie vor allem Lärm im Musikverein.

Das muß allerhand mit der Person des Chefdirigenten zu tun haben. Claudio Abbado tut das Gegenteil von dem, was Herbe...

 

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Boulez dirigiert

Pierre Boulez, der verläßlich Wahrhaftige Der letzte Takt des Festwochen-Eröffnungskonzertes klang wie die Inspirationsquelle für den letzten großen Roman Thomas Bernhards: „Auslöschung". Konsequenz eines Musik-Ereignisses.

Der letzte, ein Pizzicato-Ton könnte jeder Kritik entgegen gehalten werden, die meint, Pierre Boulez' Interpretationen seien ...

 

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Boulez erzählt

Freiräume für die Avantgarde Pierre Boulez leitet zur Festwocheneröffnung erstmals ein „Philharmonisches" in Wien. Im Gespräch philosophierte er über musikalische Grundsatzfragen.

Eigentlich, so erläuterte der Dirigent und Komponist vor Journalisten, wollte er dieses Eröffnungskonzert im Musikverein als Gegenüberstellung von Mahlers Sechster Symphonie mit Werken der Wiener Schule gestalten, die direkt auf Mahler Bezug nehmen: Weberns und Bergs Orchesterstücke. "Das wäre aber für die Blechbläser zu schwierig gewesen. Jetzt spielen wir vor der Mahlersymphonie die frühen Lieder von Berg. Die Orchesterstücke reichen wir in Salzburg nach." Für die Salzburger Festspiele plant Boulez neben Konzerten auch die einzige Oper, die er während der nächsten Jahre zu dirigieren gedenkt: Schönbergs "Moses...

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»Puritaner« mit Gruberova

Koloratur-Wahnsinn zum Quadrat Edita Gruberova hat sich Bellinis „Puritaner" für Wien gewünscht. Jetzt weiß man, warum: Die Elvira ist ihre herrlichste Partie.

Die Premiere geriet zum Triumph des Koloraturwunders, das sich damit erstmals in solcher Vollkommenheit einfühlsamster vokaler Gestaltungskünste bediente. Was man an der vergleichbar nicht ...

 

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Christa Ludwigs Abschied

Morgen wird diese Sonne nicht mehr scheinen Christa Ludwigs letzter Abend im Goldenen Musikvereinssaal ist vorbei. „Und morgen wird die Sonne wieder scheinen", sang sie zuletzt nicht ganz zutreffend.

Die Gestaltungskunst der Ludwig, unvergleichlich, muß uns in Hinkunft die Videotechnik zurückrufen. Kameras waren anwesend, als der Publikumsliebling...

 

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