Mirga Gražinytė-Tyla, seit ihrem Sieg beim Salzburger Festspiel-Dirigentenwettbewerb eine der viel umworbenen Künstlerinnen im internationalen Klassik-Business, erwartet ihr drittes Kind und hat daher alle Verpflichtungen für den kommenden Sommer abgesagt. Darunter fallen auch die Konzerte, die als Abschieds-Veranstaltungen mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra geplant waren: Mirga Gražinytė-Tyla ist seit 2016 Chefdirigentin des seit dem Engagement von Simon Rattle in aller Welt bekannten Klangkörpers und übergibt 2023 diesen Posten an den Japaner Kazuki Yamada.
Bis zum Juni will die 35jährige Dirigentin ihren Verpflichtungen aber noch nachkommen. Darunter fallen auch Konzerte in der Hamburger Elbphilharmonie, in der Alten Oper Frankfurt, im Pariser Théâtre des Champs-Elysées, im Linzer Brucknerhaus (31. März) und im Wiener Musikverein (1., 3. und 4. April)
Heute abend findet aus Anlaß des sogenannten »Gipfeltreffens« von Bundesjugendorchester und Bundesjugendballett in Essen die Uraufführung von John Neumeiers neuem Ballett zu Richard Strauss‘ Orchestersuite Der Bürger als Edelmann statt. Es ist das Opus 169 des Choreographen, das er den acht Tänzern der von ihm ins Leben gerufenen Jugendtruppe geschaffen hat.
Die Welt spiele den Menschen weiterhin Streiche, postete Anna Netrebko am Mittwoch auf Social-Media-Kanälen. Sie hätte unter diesen Umständen keine Lust mehr, aufzutreten. „Genug von Impfungen, Tests, Maskenpflicht und Abstandhalten. Ich habe beschlossen, auf meine Gesundheit zu achten. Ich habe viele Jahre lang hart gearbeitet und möchte nun etwas Gutes für mich tun.“ Auf Kur an einem ruhigen Ort werde sie sich dem eigenen Körper widmen. Wann sie wieder auftreten will, ließ die Diva offen. Derzeit wäre sie als Abigail in Londons Covent Garden Opernhaus angesetzt gewesen. Sie wurde durch Ludmilla Monastyrskaja ersetzt. Geplant wären demnächst auch Aufführungen von Verdis „Macbeth“ in Zürich, ein Galakonzert zum 175-Jahr-Jubiläum des Opernhauses von Barcelona und ein Konzert mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko beim Osterfestival von Baden Baden.
Die ukrainische Dirigentin Oksana Lyniv wird Musikdirektorin des traditionsreichen Opernhauses von Bologna. Sie war zuletzt Chefdirigentin der Oper Graz und dirigierte als erste Frau bei den Bayreuther Festspielen. Nun ist sie auch die erste Chefin eines italienischen Opernhauses. Und das, nach nur einem Auftritt mit dem Orchester des Teatro Communale, der im Vorjahr noch dazu ohne Publikum im Auditorium – nur für die Mikrophone und Kameras eines Live-Streams stattfand. Das jedenfalls ist einzigartig. Die 44jährige Dirigentin möchte nicht zuletzt an die große Wagner-Tradition Bolognas anknüpfen – nicht von ungefähr stehen im Foyer dieses Hauses die die Portrait-Büsten von Wagner und Verdi einträchtig und gleichwertig positioniert einander vis-a-vis – auch das singulär in Italien.
Die Pandemie fordert Tribute. Die Hamburgische Staatsoper kann beispielsweise ihre »Lohengrin«-Produktion wegen des großen szenischen Aufwands nicht zeigen. Die Intendanz hat sich entschlossen, die vier zwischen 16. und 29. Jänner geplanten Aufführungen von Wagners Musikdrama konzertant abzuhalten.
König Heinrich: Christof Fischesser, Lohengrin: Eric Cutler, Elsa: Simone Schneider, Friedrich von Telramund: John Lundgren, Ortrud: Okka von der Damerau, Heerrufer: Andrzej Dobber
Im Alter von 71 Jahren ist Maria Ewing gestorben. Die Amerikanerin machte Mitte der Siebzigerjahre eine Blitzkarriere und war quasi über Nacht an einigen der bedeutendsten Häusern zu erleben. Ihr Bühnentemperament sicherte ihr in einer Zeit, da Publikum und Regisseure mehr und mehr auch auf die optische Präsenz der Darsteller achteten, sogelich höchste Aufmerksamkeit. Bei Ewing, Tochter einer Holländerin und eines Afro-Amerikaners, war es stets die blutvolle Darstellung der Charaktere, die Zuschauer und Kritiker überzeugte. Daß sie auch mit ebenso charakteristischer Stimme und guter Stimmbeherrschung sang, nahm man befriedigt zur Kenntnis.
Die Hamburger Neuinszenierung von Richard Strauss‘ »Elektra« ist bis 11. März auf der französischen Streaming-Plattform medici.tv (kostenpflichtig) abrufbar. In der von GMD Kent Nagano dirigierten Premiere der Inszenierung von Dmitri Tcherniakov gaben Violeta Urmana die Klytämnestra, Aušriné Stundyté – wie schon bei den Salzburger Festspielen – die Elektra und Jennifer Holloway die Chrysothemis. Im Bild: Die neue Hamburger Version des Atridenpalastes… (live wieder im Spielplan ab 2. April)
Lise Davidsen und Leif Ove Andsnes (Foto: Decca)
Ein Grieg-Album
Lise Davidsen und Leif Ove Andsnes machen sich für das Liedschaffen des norwegischen Nationalkomponisten stark, der nicht selten auch deutsche Texte komponiert hat.
Decca
Dieser Tage kommt das jüngste Album von Lise Davidsen in den Handel. Sie ist die gesuchteste neue dramatische Sopranistin im Opernbusiness und macht sich in ihrer Studioproduktion für Decca für den norwegischen Nationalkomponisten Edvard Grieg stark. Der Meister der "Peer Gynt"-Schauspielmusik ist im Konzertleben lediglich mit seinem viel gespielten Klavierkonzert präsent, hat aber ein reiches Liedschaffen h...
Die Wiener Staatsoper nimmt morgen, am Dreikönigstag, ihren Spielbetrieb wieder auf. Auf dem Programm steht Puccinis La Bohème unter der Leitung von Eun Sun Kim, die zuletzt unter anderem an der New Yorker Metropolitan Opera erfolgreich war und mit dieser Vorstellung an der Staatsoper debütiert.
Das zweite Bild in Franco Zeffirellis unvergleichlicher Produktion
Benjamin Bernheim, der als Rodolfo angesetzt war, ist erkrankt und wird durch Simir Pirgu ersetzt. Bernheim möchte in der Reprise am 9. Jänner aber singen. Mimi ist Nicole Car, erstmals als Musette zu erleben: Vera-Lotte Boecker, die zu Silvester eine quirlige Adele in der »Fledermaus« gegeben hat.
Die Wiener Staatsoper muß wegen mehrerer Omikron-Fälle ihre Vorstellungen bis einschließlich 5. Jänner 2022 absagen. Betroffen von der Absage ist auch die für 1. Jänner geplante „Fledermaus“-Aufführung. Die Absage konnte lediglich drei Stunden vor dem geplanten Vorstellungs-Beginn kommhniziert werden.
Das Foyer der Staatsoper mit den Bundestheaterkassen bleibt geöffnet, auch die Führungen durch das Haus werden weiter angeboten. Die Tickets werden selbstverständlich refundiert.
Staatsoperndirektor Bogdan Rošcic erklärte: »Die Staatsoper kämpft seit bald zwei Jahren mit Corona und hat bisher, wenn nicht gerade Lockdown war, keine einzige Vorstellung abgesagt. Dieser Weg ist in den vergangenen Wochen immer schwieriger geworden. Die Belegschaft der Oper ist zu über 85% dreifach geimpft und wird mindestens dreimal die Woche PCR-getestet. Aber die Arbeitsbedingungen, vor allem bei den künstlerischen Gruppen, das gemeinsame Spielen, Singen, Tanzen, Musizieren machen einen vollständigen Schutz unmöglich. Unter den Zeichen von Omikron haben die Geschwindigkeit und Intensität des Infektionsgeschehens drastisch zugenommen. Unser Ziel ist es, durch diese Unterbrechung des Spielbetriebs und eine weitere Verschärfung unserer Sicherheitsmaßnahmen ab 6. Jänner wieder spielen zu können. Ich entschuldige mich bei allen Besucherinnen und Besuchern, die Karten für die betroffenen Vorstellungen haben, für die Unannehmlichkeiten. Wir werden alles dafür tun, den Spielbetrieb am 6. Jänner wieder aufzunehmen.«