So finden Salzburgs Osterfestspiele zu ihrem Ursprung zurück
In der Karwoche kehren die Berliner Philharmoniker in Salzburgs Festspielbezirk zurück. Wie einst Karajan dirigiert Kirill Petrenko Wagners »Ring«.
RÜCKKEHR DER BERLINER PHILHARMONIKER
Mit dem »Ring des Nibelungen« hatte 1967 alles begonnen. Wie immer waren die Salzburger dagegen. Aber sie fanden sich bald damit ab, dass nunmehr nicht nur im Sommer, sondern auch in der Karwoche die betuchte Klientel des Dirigenten Herbert von Karajan in die Stadt pilgern würde, um ihr Idol zu bestaunen. Zwar stimmte nicht ganz, was ursprünglich angedacht war, dass nämlich die neuen Osterfestspiele ganz ohne öffentliche Zuwendungen auskommen würden. Karajan hatte das versprochen. Doch was seither an Steuern in die Salzburger und Wiener Finanztöpfe zurückfloss und wie großzügig die Gäste den Fremdenverkehr anreicherten, sah man auch an der Salzach gern.
Finale in Grafenegg mit Hindernissen: Zwei Maestri mußten absagen!
Festivalchef Rudolf Buchbinder übernimmt am 7. September die Leitung des Abschlußkonzert des diesjährigen Grafenegger Sommer selbst. Ursprünglich sollte Zubin Mehta nach Jahrzehnten ans Pult des NÖ Tonkünstlerorchesters zurückkehren, wo einst seine Karriere begonnen hatte…
Noch im Podcast vor Festspielbeginn freute sich Rudolf Buchbinder über die Zusage seines Freundes Zubin Mehta, nach so langer Zeit wieder am Pult jenes Orchesters zu stehen, mit dem die Karriere des Dirigenten während seiner Studienzeit in Wien einst begonnen hatte. »Die fragen mich immer: Kommt er wirklich? Und ich sag: Ja, ja. Er kommt!«
Die Berliner unter Petrenko, Salzburg 2025 (SF/Lena Laine)
Salzburger Festspiele. Vor mehr als 40 Jahren hielten wir bei Mahlers Neunter mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan den Atem an. Nun stürmte das Orchester den Gipfel unter Kirill Petrenko erneut – über eine andere Bergwand…
Der Komponist, der »Carmen« für die Sowjets neu erfand
Rodion Schtschedrin, einst von Dmitri Schostakowitsch gefördert, mit seiner Ballettversion von Bizets »Carmen«-Musik weltberühmt geworden, aber auch stets neugierig, was die musikalische Avantgarde bereithielt, ist 92-jährig in München gestorben.
Die »Carmen« besiegelte seinen Erfolg, und anders als Georges Bizet, der die Grundlage dafür geschaffen hatte, durfte Rodion Schtschedrin die Lorbeeren noch ernten. Wenn auch nach Umwegen. Die legendäre Primaballerina des Moskauer Bolschoitheaters, Maja Plissetskaja, war seine Frau. Für sie schuf er, basierend auf der Musik der populären Oper, ...
Heute sendet Ö1 den Mitschnitt eines Konzerts, das im Jahr 2019 im Wiener Musikverein aufgezeichnet wurde – Christian Thielemann am Pult der Staatskapelle Dresden, Frank Peter Zimmermann als Violinsolist. Ein Gipfeltreffen also, ausschließlich Musik der deutschen Romantik gewidmet: Auf Mendelssohns Violinkonzert folgte Schumanns Vierte (eigentlich zweite) Symphonie. Einbegleitet wurde das Konzert durch Carl Maria von Webers Jubelouvertüre.
Sieht aus wie eine Lehár-Operette: Michael Lakners Stärke war es immer, die Stücke und ihre Autoren nicht zu desavouieren. So hat er die Operette in Baden wieder hoch leben lassen.
Intendant und Regisseur Michael Lakner verabschiedete sich mit Lehárs „Giuditta“ aus Baden – und mit ihm die traditionsreiche Vorherrschaft der Operette im Programm des Stadttheaters.
Tipp: Am Freitagabend sendet Ö1 den Mitschnitt von Sabine Devieilhes Liederabend von den Salzburger Festspiele, aufgenommen am 3. August 2025. Die Aufzeichnung ist dann auf der Ö1-Plattform bis Mitte September abrufbar.
Die französische Sopranistin gehört zu den abolut führenden Klassik-Interpreten unserer Zeit.
Bei den Festspielen war sie auch in der Titelpartie von Mozarts „Zaide“ in einer semikonzertanten Aufführung zu erleben. Nachzuhören ebenfalls auf Ö1.
Zuletzt beeindruckte ein Liedprogramm im Wiener Konzerthaus.
Eines der eindrucksvollsten des diesjährigen Festspielsommers fand gleich zur Eröffnung in der Salzburger Felsenreitschule statt: Die konzertante Aufführung von Hans Werner Henzes Floß der Medusa hinterließ betroffene, tief bewegte Zuhörer. Das Stück enthält schon in der Anlage »szenische« Elemente, den Rest erledigen die Musik und die Interpreten, Der ORF war mit Mikrophonen und Kameras dabei und sendet die TV-Version am 23. August.
Der Tenor aus Südafrika, der in den Neunzigerjahren die Herzen des Wiener Opernpublikums eroberte und bald in aller Welt als der führende Tenor im Heldenfach galt, wäre am 19. August 2025 60 Jahre alt geworden. Bereits mit 51 erlag er einem tückischen Krebsleiden, das ihn auf dem Höhepunkt seines Ruhms dahinraffte.
Wenn er als Lohengrin sang: Aus Glanz und Wonne komm ich her, dann nahm man das für bare Münze. Seit Menschengedenken hatte kein Tenor mehr diese Partien mit solcher Leichtigkeit und geradezu liedhafter Eleganz gesungen. Bei der Gralserzählung wirkte er frisch und munter, als hätte die Vorstellung gerade begonnen.
Erinnerungen an das Gesangsphänomen Johan Botha in der SINKOTHEK