Kategoriearchiv: Kalender

„Zaide“ in Salzburg – Mozart, der Experimentator

Das „Zaide“-Ensemble, Salzburg 2025 (Foto: SF/Marco Borrelli)

Salzburg 2025, ein wenig eigenartig programmiert, wenn man die Festspielgeschichte in Acht nimmt, kein Richard Strauss im Opernprogramm, dafür zwar immerhin zweimal Mozart – aber beide Premieren sind keine vollwertigen Neuinszenierungen, sondern halbkonzertante Aufführungen. Im Falle des Jugendwerks „Mitridate, re di Ponto“ gelang das recht gut, im Falle der Premiere am 17. August wartete man gespannt auf Raphaël Pichon und sein Ensemble mit Sabine Devieilhe als Titelheldin in „Zaide“, einem der faszinierendsten Opernprojekte des Komponisten – ein Vorgängerstück der „Entführung aus dem Serail“, das Mozart unvollendet hinterließ – allerdings fehlen nur die Ouvertüre und das Finale, essentiell für eine Gesamtaufführung, gewiß, aber doch ist genügend Material für ein ausgiebige Auseinandersetzung mit dem Fragment vorhanden.

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Riccardo Muti mit Schubert und Bruckner in Salzburg

Was ist Größe in der Musik?

Salzburger Festspiele. Riccardo Muti, am 15. Augst längst Fixstarter am Pult der Philharmoniker im Festspielhaus, dirigierte 2025 Schuberts Vierte und Bruckners f-Moll-Messe.

Muti, Schubert, Bruckner – die Verbindungslinien scheinen uns heutzutage so vertraut wie der Auftritt des Maestro in der traditionellen philharmonischen Matinee am 15. August im Festspielhaus. Dieser Termin war einst ganz selbstverständlich Herbert von ­Karajan vorbehalten. Chefsache, sozusagen. Die Festspielbesucher hätten gestaunt, hätte damals einer zu prophezeien gewagt, der Mann aus Neapel könnte einmal zum logischen Karajan-Nachfolger werden, zu jener Respektsperson, auf deren Intentionen sich das selbstbewusste Wiener Orchester am Höhepunkt der Festspiele willig einläßt.

Die Rezension in der "Presse"

 

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Donizettis Maria Stuarda, live in Ö1 aus Salzburg – Was man dazu wissen sollte

SALZBURGER FESTSPIELE – DONIZETTI »Maria Stuarda« – HINTERGRUND – HANDLUNG – MUSIK – FASSUNGEN

Liseette Oropesa als Maria Stuarda, Salzburger Festspiele 2025 (SF/M. Rittershaus)

Ö1 überträgt am 16. August 2025

»Ja, wenn sich alles dreht«, titelte Walter Weidringer in der »Presse« – Ein Werk der Belcantoära wie »Maria Stuarda« ist nicht leicht glaubwürdig auf die Bühne zu bringen und noch weniger leicht, vielleicht, ist die Musik stilistisch adäquat zu realisieren.Die Rezension lesen Sie hier.

Was man wissen sollte, wenn man sich »Maria Stuarda« in der Festspielproduktion live ansehen möchte oder die Rundfunkübertragung in Ö1 hört, soll im folgenden kurz zusammengefaßt werden.

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Ravel-Erstaufführung in Grafenegg

Einen spektakulären Fund machte man – rechtzeitig zum 150. Geburtstag des Komponisten – in der Autographensammlung der Pariser Bibliotheque nationale – »Prélude et Danse« aus »Sémiramis« von Maurice Ravel. Das Stück kam im März in New York zur Uraufführung und erlebt nun im Eröffnungskonzert des diesjährigen Grafenegg-Festivals seine österreichische Erstaufführung. Das Tonkünstler-Orchester spielt unter der Leitung seines neuen Chefdirigenten Fabien Gabel. Das Pianistenduo Katia und Marielle Labèque musiziert am Beginn des Abends im Wolkenturm das Doppelkonzert von Francis Poulenc, danach folgt Richard Strauss‘ »Alpensinfonie«.

ORFIII überträgt am 14. August ab 20.15 Uhr live, zeitversezt.

Mozart, der Freimaurer

Salzburg spielt maurerische Klänge aus der Feder des Genius loci, stellt Beziehungen zwischen einer Freimaurerkantate und der Zauberflöte her – und präsentiert die berühmte Maurerische Trauermusik. wie sie vielleicht ursprünglich erklang: mit Chor.

ZUR RUNDFUNKÜBERTRAGUNG AM 12. AUGUST 2025

Die Salzburger Festspiele widmen eine halbe Mozart-Matinee den maurerischen Aktivitäten des Komponisten. Viel ist über Mozarts Mitgliedschaft in der Loge „Zur wahren Eintracht“ diskutiert und gerätselt worden. Das Mozarteumorchester geht in seiner Matinee am kommenden Sonntag den Dingen akustisch auf den Grund und präsentiert unter der Leitung von  Roberto González-Monjas einige Werke, die direkt oder indirekt mit Mozarts Freimaurer-Mitgliedschaft zu tun haben.

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Feuilletons von Anno dazumal: Schönbergs Erwartung

Zemlinsky und Schönberg

Salzburg spielt heuer wieder einmal Arnold Schönbergs Erwartung – und manche Rezensenten tun so, als wäre das eine Großtat. Dabei gilt dieses Werk seit Jahr und Tag als Schlüsselstück des musikalischen Expressionismus und wurde in jüngster Zeit von vielen bedeutenden Opernsopranen in aller Welt gesungen; oft in konzertanten Wiedergaben, immer wieder aber auch in Inszenierungen. Und die Salzburger Festspielaufführung mit Jessye Norman in Robert Wilsons Inszenierung in den Neunzigerjahren genießt bereits legendären Status.

DAS WERK WAR SOFORT EIN EMINENTER ERFOLG

Obwohl die Komposition bereits auf dem Höhepunkt der sogenannten atonalen Phase Schönbergs vollendet war, dauerte es bis in die ersten Jahre der Zwölfton-Phase des Komponisten, daß Erwartung den Weg auf die Bühne fand. 1924 dirigierte Alexander von Zemlinsky beim Prager Musikfest die Uraufführung. Marie Gutheil-Schoder sang – und es kann keine Rede davon sein, daß die Zeitgenossen Schönbergs radikale Musiksprache nicht geschätzt hätten: Die Rezension im Prager Tagblatt berichtet von stürmischem Applaus und erweist sich als kluge Einordnung der Komposition in die Entwicklungsstränge der jüngeren Musikgeschichte.

Dvořáks »Amerikanisches« Qartett und der »wienerische« Stil

Wiener Konzerthausquartett

Antonìn Dvořáks »Amerikanisches« Quartett mit seinen vielen »böhmischen« Anklängen, in Japan aufgenommen – als Musterbeispiel für die »wienerische« Streichquartettkultur.

Anton Kamper - Walter Weller - Fritz Händschke - Ludwig Beinl (Juni 1962)

Warum diese Aufnahme hörenswert ist?

Für eine japanische Firma hat das Wiener Konzerthausquartett, ein legendäres philharmonisches Ensemble unter der Führung von Anton Kamper, Aufnahmen gemacht, darunter eine hinreißende Interpretation von Dvořáks berühmtestem Streichquartett – Seite an Seite mit der nicht minder beliebten »Symphonie aus der Neuen Welt« in den USA entstanden, aber voll von sehnsuchtsvollen Erinnerungen an die böhmische Heimat – und für Wiener Musiker über die Jahrzehnte hin so etwas wie ein »Heimspiel«, läßt sich doch die berühmter »Wiener Geigenschule« auf böhmische Wurzeln zurückführen – bis heute üben Geigenstudenten ja die Etüden von Otakar Ševčík…

ALS DIE WIENER TRADITION NOCH LEBENDIG WAR

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Florian Boesch singt Brahms und Wolf

Linn, 2025

Neue Lied-Aufnahmen mit gewagtem Programm

Brahms und Wolf konnten einander nicht ausstehen – haben die Musikgeschichte aber auf sehr ähnliche Weise bereichert. Im neuen Album von Florian Boesch und Malcolm Martineau stehen die beiden mit »ernsten Gesängen« harmonisch nebeneinander. Bewegend.

Kein leichtes Programm haben sich Florian Boesch und Malcolm Martineau für ihre jüngste CD ausgesucht: Weder Brahms noch Hugo Wolf gehören zu den Straßenfegern, wenn es um die Programmierung von Liederabenden geht. Und obwohl die Sammlung einige der berühmtesten Gesänge der beiden Meister enthält: Das Gros des Programms zwingt zur Besinnung, zur Einkehr, vor allem aber: zu analytischem Hören. Dieses aber trägt reiche Früchte! Man lernt unter anderem: Brahms und Wolf, die einander gehaßt haben, fanden sich in ihrer Kunst näher beieinander als ihnen wohl lieb gewesen sein könnte…

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