Kategoriearchiv: Kalender

Helmut Walcha

1907 – 1991

Walcha war vielleicht der berühmteste deutsche Organist des XX. Jahrhunderts. Für die Deutsche Grammophon hat er zweimal das Gesamtwerk Johann Sebastian Bachs für sein Instrument aufgenommen, von 1947 bis 1952 in mono, ab Ende der Fünfzigerjahre noch einmal in Stereo.

Walcha war als Sohn eines Postbeamten in Leipzig zur Welt gekommen und erblindete als Sechzehnhjähriger. Dennoch wurde er einer der Meisterschüler Günther Ramins und avancierte zum Organisten der Frankfurter Friedenskirche, ehe er 1938 die Orgelprofessur an der Frankfurter Musikhochschule übernahm, wo er nach 1945 das Institut für Kirchenmusik aufbaute.

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Paul Hindemith

1895 – 1963

SINKOPHON

Paul Hindemith stammte aus Hanau, studierte am Hoch’schen Konservatorium, Frankfurt/Main Violine und Komposition und wurde 20jährig Konzertmeister des Frankfurter Opernorchesters. Ab 1922 spielte er sieben Spielzeiten lang Bratsche im von ihm selbst mitbegründeten »Amar-Quartett«. Ab 1923 engagierte sich Hindemith im Organisationsausschuss der Donaueschinger Musiktage, die zum Schauplatz der Uraufführung seines Streichquartetts op. 16 wurden, die ihn schlagartig als eine der zentralen schöpferischen Persönlichkeit der Neuen Musik in Deutschland erscheinen ließ.

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Rudi Stephan

1887 – 1915

Am 29. September 1915 fiel der deutsche Soldat Rudi Stephan bei Tarnopol in Galizien (heute Ukraine) auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs. Er war 28 Jahre alt – und galt trotz seiner Jugend in Friedenszeiten als einer der Hoffnungsträger der deutschen Musik, Seine Oper → Die ersten Menschenseine symphonischen Werke, die (zweite) Musik für Orchester, die Musik für Geige und Orchester hatten ihn in die erste Riege der jungen Komponisten katapultiert.

In einem Nachruf, den Kasimir Edelschmid 1915 in der »Frankfurter Zeitung« publizierte hieß es:

Sein Gerechtigkeitssinn war von solch glasharter Schärfe und Durchsichtigkeit, dass es das Auskommen mit ihm erschwerte. Er war weniger impulsiv als abwägend. Kleinigkeiten, über die andere, auch vornehme Menschen, lächelnd weggingen, beschäftigten sein moralisches Bewusstsein lange … In all seinen Handlungen, selbst in seinem Lachen, das er gern und tief lachte, war ein besonderer Ernst. Sein Urteil war gerecht und radikal wie bei Menschen, die, von innerer Berufung schlicht überzeugt, für eine Sache leben. Ich glaube nicht, dass seinem Wesen die große Güte fehlte, die die Grundlage einer großen Leistung ist. Er war ohne Aufheben von sich überzeugt mit der inneren Bescheidenheit der mittelalterlichen Meister.

Prägungen

Studiert hatte Stephan, der sich schon in seiner Gymnasialzeit vor allem für die musischen Dinge interessiert hatte und daher ein schlechter Schüler war, bei Bernhard Sekles (1872-1934). Dieser wiederum war einer der profiliertesten Kompositionsprofessoren seiner Generation. Zu seinen Schülern zählten – nach Staphen – Paul Hindemith, Hans Rosbaud (1895-1962) und Theodor W. Adorno (1903-69).

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Leo Schützendorf

1886-1931

Alban Bergs erster Wozzeck – und einer der großen Komödianten der Berliner Opernszene in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Aber in die Bassbuffo-Ecke konnte man Leo Schützendorf nicht so einfach abdrängen, auch wenn er spät in seiner Karriere vor allem in Operetten auftrat.
Der 14. Dezember 1925 markierte für den Nachruhm dieses Sängers jedenfalls das entscheidende Datum: Es war die Uraufführung von Alban Bergs »Wozzeck« in der Berliner Lindenoper unter Erich Kleibers Leitung. Schützendorf war der Interpret der Titelpartie – und er hat nach übereinstimmender Aussage der Zeitgenossen den heiklen Balanceakt zwischen Gesang, Deklamation und allen dazwischen liegenden vokalen Möglichkeiten bravourös bewältigt – und das Schicksal des getriebenen, geknechteten Soldaten ebenso vielschichtig als Schauspieler erlebbar gemacht.

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Maurice Ravel

1875 – 1937

Einen »schweizerischen Uhrmacher« hat ihn Igor Strawinsky genannt. Und tatsächlich haben die Werke Maurice Ravels etwas von musikalischem Fein-Handwerk, sind bis in kleinste Detail formal ausgefeilt und mit ebensolcher Liebe instrumentiert. Selbst aus kammermusikalischen Besetzungen holt Ravel undenkliche Farbkombinationen – und sein Orchester klingt reicher, differenzierter als das jedes anderen Komponisten jener Zeit; selbst Instrumentations-Genies wie Richard Strauss oder Erich W. Korngold inkludiert!

Die Klavierwerke

Das Streichquartett

Das Klaviertrio

Ma mere l’oye

AKTUELL

AM PULS DER KLASSIK-WELT

… auch im Wohnzimmer: Tipps für Live-Streams, TV- und Rundfunk-Übertragungen, aktuelle CD-Neuerscheinungen und Internet-Links.

straussopern

  • Arabella      UA: 1933 – Dresden

  • Ariadne auf Naxos      UA: 1912 – Stuttgart/1916 – Wien

  • Capriccio      UA: 1942 – München

  • Daphne      UA: 1938 – Dresden

  • Der Rosenkavalier      UA: 1911 – Dresden

  • Die ägyptische Helena      UA: 1928 – Dresden

  • Die Frau ohne Schatten      UA: 1919 – Wien

  • Die Liebe der Danae      UA: 1944 – Salzburg

  • Die schweigsame Frau      UA: 1935 – Dresden

  • Elektra      UA: 1909 – Dresden

  • Feuersnot      UA: 1901 – Dresden

  • Friedenstag      UA: 1938 – München

  • Guntram      UA: 1894 – Weimar

  • Intermezzo      UA: 1924 – Dresden

  • Salome      UA: 1905 – Dresden


  • Mahler 2

    Symphonie Nr. 2 c-Moll

    »Auferstehungssymphonie«

    • Allegro maestoso. Mit durchaus ernstem und feierlichem Ausdruck
    • Andante comodo. Sehr gemächlich.
    • Nie eilen In ruhig fließender Bewegung
    • »Urlicht«. Sehr feierlich aber schlicht. Nicht schleppen
    • Im Tempo des Scherzos. Wild herausfahrend – Wieder zurückhaltend – Langsam. Misterioso

    Mahlers Zweite basiert auf einer ursprünglich einsätzigen Tondichtung namens Totenfeier, die 1888 während Mahlers Zeit als Musikdirektor der Hamburgischen Oper fertig instrumentiert vorlag.

    Erst fünf Jahre später griff der Komponist seine symphonischen Pläne wieder auf. Die instrumentalen Binnen-Sätze entstanden 1893, wobei der dritte Satz eine instrumentale und inhaltlich erweiterte Version des Wunderhornlieds Des Antonius von Padua Fischpredigt darstellt. Ein Jahr später lag die gesamte, nun fünfsätzige Symphonie unter Einbindung des bereits etwa gleichzeitig mit der Fischpredigt entstandenen Wunderhorn-Lieds Urlicht in Partitur vor.

    Um die »Totenfeier« inhaltlich von den folgenden Sätzen abzusetzen, fordert der Komponist in der endgültigen Partitur nach Verklingen des Kopfsatzes mindesten fünf Minuten Pause, eine Vorschrift, die in der Praxis kaum je eingehalten wird.

    Die leichtergewichtigen Mittelsätze kontrastieren zum wild-bewegten, tragischen Geschehen des durch seinen ursprünglichen Titel bereits hinreichend charakterisierten ersten Satzes in denkbar schlichtestem Erzählton: Ein menuettartiges Andante comodo wird von einem gespenstisch flüchtigen Trio unterbrochen und schließt nach dem Dacapo in stiller Beschaulichkeit.

    Mit Paukenschlägen fährt das Scherzo drein und schildert die geschäftige Bewegung der zur Predigt des Hl. Antonius heranschwimmenden und sich dann wieder verlierenden Fische, Sombol der vergänglichen fortwährenden Bewegung im menschlichen Leben.

    Sehnsucht nach Transzendenz spricht dann aus dem Alt-Solo im Urlicht, in dem erstmals in Mahlers Symphonik die Singstimme zu Wort kommt.

    Ein gigantisches Chorfinale nach einem – von Mahler angereicherten Text von Friedrich G. Klopstock über die Auferstehung besingt dann die himmlischen Freuden nach dem Jüngsten Gericht, das am Beginn des ausgreifenden fünften Satz zum musikalischen Ereignis wird. Apokalyptische Bläser-Fanfaren rufen die Toten auf, flehentliche Klänge beschreiben die Angst vor dem Kommenden, ein gewaltiger Heerzug setzt sich in Bewegung. Schließlich wird es vollkommen still, auch die letzten Boten irdischen Daseins, die Vogelstimmen verstummen. Im äußersten Pianissimo beginnt der Chor die Auferstehung zu besingen – Sopran- und Alt-Solo mischen sich nach und nach als Botschafter menschlicher Zweifel, Seelenqualen und Glaubenszuversicht hinzu.

    1. I Concertgebouw Orchester - Otto Klemperer 1951
    2. II Concertgebouw Orchester - Otto Klemperer 1951
    3. III Concertgebouw Orchester - Otto Klemperer 1951
    4. IV Urlicht Kathleen Ferrier, Concertgebouw Orchester - Otto Klemperer 1951
    5. V Jo Vincent, Kathleen Ferrier, Concertgebouw Orchester - Otto Klemperer 1951

    Die Gesangstexte

    IV. Satz »Urlicht«

    O Röschen rot,
    Der Mensch liegt in größter Not,
    Der Mensch liegt in größter Pein,
    Je lieber möcht‘ ich im Himmel sein.
    Da kam ich auf einem breiten Weg,
    Da kam ein Engelein und wollt‘ mich abweisen.
    Ach nein, ich ließ mich nicht abweisen!
    Ich bin von Gott und will wieder zu Gott,
    Der liebe Gott wird mir ein Lichtchen geben,
    Wird leuchten mir bis in das ewig selig‘ Leben!

    V. Satz

    Auferstehn, ja, auferstehn wirst du,
    mein Staub, nach kurzer Ruh.
    Unsterblich’s Leben
    wird, der dich schuf, dir geben!

    Alt solo:

    O glaube, mein Herz, o glaube:
    Es geht dir nichts verloren!
    Dein ist, ja dein, was du gesehnt,
    Dein, was du geliebt, was du gestritten!

    Sopran solo:

    O glaube: Du wardst nicht umsonst geboren!
    Hast nicht umsonst gelebt, gelitten!

    Chor und Alt:

    Was entstanden ist, das muß vergehen!
    Was vergangen, auferstehen!
    Hör auf zu beben!
    Bereite dich zu leben!

    Sopran und Alt solo:

    O Schmerz! Du Alldurchdringer!
    Dir bin ich entrungen.
    O Tod! Du Allbezwinger!
    Nun bist du bezwungen!
    Mit Flügeln, die ich mir errungen,
    In heißem Liebesstreben
    Werd ich entschweben
    Zum Licht, zu dem kein Aug‘ gedrungen!

    Chor:

    Mit Flügeln, die ich mir errungen,
    Werd ich entschweben!
    Sterben werd‘ ich, um zu leben!
    Aufersteh’n, ja aufersteh’n wirst du,
    Mein Herz, in einem Nu!
    Was du geschlagen,
    Zu Gott wird es dich tragen!

    Mahler 3

    Symphonie Nr. 3 d-Moll

    • Kräftig. Entschieden
    • Tempo di Menuetto. Sehr mäßig
    • Comodo. Scherzando
    • Sehr langsam. Misterioso
    • Lustig im Tempo und keck im Ausdruck
    • Adagio

    Die Symphonie entstand zwischen 1892 und 1896 und wurde zu Mahlers längstem Werk, obwohl von der ursprünglich siebensätzigen Disposition »nur« sechs Sätze übrigblieben. An siebenter Stelle sollte zunächst das Wunderhorn-Lied Vom himmlichen Leben stehen, das zur Keimzelle der Vierten Symphonie wurde und diese nun als vierter Satz beschließt.

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