Zu Zeiten war der Engländer Reginald Kell der führende Klarinettist der Welt. Seine Karriere begann in großen Orchestern. Gleich nach Ende seiner Ausbildung an der Londoner Royal Academy holte ihn Sir Thomas Beecham in sein soeben gegründetes London Philharmonic Orchestra, ab 1939 war er Solo-Klarinettist in Toscaninis Luzerner Festspielorchester.
Artur Balsam stammte aus Warschau, studierte in Łodź und vervollkommnete sich dann unter anderem bei Artur Schnabel. Er wurde spätestens in den Fünfzigerjahren zu einem vielbeschäftigten Pianisten in den Aufnahmestudios der großen Schallplattengesellschaften.
Balsam war liebevoller Begleiter von Solisten wie Yehudi Menuhin, mit dem er bei dessen ersten großen Teenager-Tournee in den Dreißigerjahren musizierte. Bei dieser Gelegenheit entstanden auch frühe Schallplatten-Aufnahmen, darunter etwa Tartinis Teufelstriller-Sonate, die 1936 auf HMV erschien und im Rahmen einer Menuhin-Edition bei Warner 2016 wieder aufgelegt wurde.
Später arbeiteten auch Nathan Milstein, Joseph Szigeti, David Oistrach, Zino Francescatti oder Leonid Kogan mit ihm. Legendäre Aufnahmen...
Er war ein Dirigent, der die leidenschaftlichsten Aufführungen auf dem Konzertpodium - aber auch im Opernhaus - realisieren konnte. Seine Wirkung auf die Musiker war ungemein suggestiv, sein Gedächtnis legendär: Wenn Mitropoulos während einer Probe kurz nachdachte, witzelten die Musiker: Jetzt blättert er um. Der Maestro hatte ein photographisches Gedächtnis und konnte Partituren im Nu auswendig lernen, um aus dem Stegreif die Probenziffern anzusagen und jede beliebige Stimme zu korrigieren.
An der Wiege seines Künstlertums standen zwei bedeutende Vorbilder: Ferruccio Busoni gehört zu den Lehrern des aus Athen stammenden jungen Pianisten an der Berliner Musik-Akademie, Erich Kleiber war sein Mentor, bei dem er an der Lindenoper assistieren durfte.
Mitropoulos' in...
Die kroatische Sopranistin hieß tatsächlich Zinka, aber nicht Milanov, sondern Kunc. In Agram (Zagreb) geboren, studierte sie in zunächst in ihrer Heimatstadt, dann in Mailand und Berlin. Den letzten Schliff erhielt sie bei ihrem Bruder Borislaw Kunc, der anläßlich ihrer Konzertreisen häufig ihr Klavierpartner war.
Borislaw Kunc brach während eines Konzerts mit seiner Schwester in Detroit 1964 auf dem Podium tot zusammen.Ihr Bühnendebüt absolvierte Zinka Kunc als Leonore in Verdis Troubadour im slowenischen Laibach im Jahr 1927. Im Jahr darauf war sie Ensemblemitglied in Agram, wo sie in den folgenden sieben Spielzeiten mehr als 350 Auftritte absolvierte. Ihre gesamtes Repertoire hatte sie 1935 in kroatischer Sprache einstudiert. 1936 debütierte sie - nach Gastspi...
Ashton stammte aus Ecuador und war Schüler von Leonid Massine und Mitglied der Truppen von Ida Rubinstein und Marie Rambert. Ab 1935 gehört er dem Sadler’s Wells Ballet an. Um 1930 tritt er erstmal als Choreograph hervor. 1963-70 war Ashton Direktor des Londoner Royal Ballet.
Zwei Fassungen seiner aufrüttelnden Veroperung von von Grimmelshausens »Simplicius Simplicissimus« hat Karl Amadeus Hartmann vorgelegt. Beide sind auf Tonträgern greifbar.
Intensivstes Musiktheater gelang dem großen Expressionisten unter den deutschen Komponisten, der die Zeit des Nationalsozialismus in innerer Emigration verbrachte. Grimmelshausens Simplicius ...
Die Symphonien
(Karl Amadeus Hartmann)
Karl Amadeus Hartmann war einer der wenigen großen Symphoniker im Deutschland des XX. Jahrhundert. Verstummt im inneren Exil während der Jahre des Nationalsozialismus, wurde Hartmann nach 1945 zu einer der Leitfiguren der musikalischen Moderne in der Ära des Wiederaufbaus. Als Gründer der Münchner Konzertreihe...
Karl Amadeus Hartmann, Deutschlands bedeutendster Symphoniker der Ära nach 1945, kam als jüngster Sohn eines Münchner Lehrers und Malers in München zur Welt. Er begann unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg ebenfalls an der Lehrer-Akademie zu studieren, brach diese Ausbildung aber nach drei Jahren zugunsten der Musik ab. Er immatrik...
1905 - 1959
Eric Zeisl (in den Anfängen häufig: Erich Zeisel) war der Sproß einer jüdischen Wiener Kaffeehaus-Dynastie: Großvater und Vater betrieben ein - von Joseph Roth mehrmals journalistisch beschriebenes - Café Tegetthof nahe dem Wiener Praterstern. Erich schrieb sich gegen den Willen seiner Familie als Student am Konservatorium ein und absolvierte den grundlegenden Musiktheorie-Kurs von Richard Stöhr. Komposition studierte er danach unter anderem bei Joseph Marx.
Der Liedkomponist
1921 erschienen erste Lieder im Druck. Die großen Wiener Verlagshäuser Universal Edition und Dobliner publizierten in der Folge seine Werke - vor allem Liedkompositionen, von denen bis zur Emigration des Komponisten Hunderte entstanden, aber auch größer angelegte Werke wie das Requiem concertante, da...