Salzburgs neuer Intendant sucht eine Oper über Stefan Zweig. Die gibt es bereits!

In einem ersten Statement hat der designierte Intendant der Salzburger Festspiele einen interessanten Wunsch geäußert: Nebst einer Neuinszenierung des »Rosenkavaliers« aus der Feder der Festspielgründer Hofmannsthal und Strauss denkt er an eine Oper über den Wahlsalzburger Stefan Zweig, dessen Villa auf dem Kapuzinerberg ja seit einigen Monaten heftig in der Diskussion steht, weil die Familie Porsche sie gekauft hat und sie nun, aufwendig renoviert, wieder verkaufen möchte. Die Salzburger träumen von einem Zweig-Museum, das angesichts der Zeitgeschichte tatsächlich einen Ehrenplatz in der Stadt erhalten sollte – allein, man sucht nach Mäzenen, denn die Kulturpolitik möchte die Amkaufssumme von 12,5 Millionen Euro, die Grundlage eines solches Projekte wäre, offenbar nicht aufbringen...

Immerhin der Traum von Peter de Caluwe hätte sich schon erfüllt, wenn er ein wenig in der jüngsten österreichischen Musikgeschichte blätterte...

Über das Leben Stefan Zweigs gibt es nämlich bereits eine Oper, eine sehr gute noch dazu, deren Wiederaufführung sich lohnen würde! Sie stammt aus der Feder des Wiener Komponisten Christoph Cech und wurde als Auftragswerk 1996 in der Wiener Kammeroper uraufgeführt. Sie heißt »Aus allen Blüten Bitternis – Stefan Zweig’s Weg in die Emigration«. Das Libretto zu dieser »Oper in 19 Stationen« stammt von Alfredo Bauer. Die Uraufführung hinterließ starken Eindruck, was – wie sooft – in der Praxis zu nichts führte...

Das wäre ein ideales Festspielprojekt, zumal in der Ära de Caluwe zunächst einmal das Große Festspielhaus wegen Umbauarbeiten gar nicht zur Verfügung steht. Da käme eine nach außen klein dimensionierte, inwendig sehr gehaltvolle Komposition eines Österreichers doch gerade recht...

HIER DER TEXT DER REZENSION VON 1996

 

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