Schlagwort-Archiv: Pausentratsch Konzert

Nézet-Séguin in der Höhle des Löwen

Der nächste Wiener Neujahrsdirigent präsentiert sich in einem Abonnementkonzert der Philharmoniker im Musikverein mit einem anderen – nämlich mit Richard Strauss.

Was von Yannick Nézet-Séguin zu halten sei, fragen einander Wiener Musikfreunde seit dem 1. Jänner, als bekannt wurde, daß der Kanadier das Neujahrskonzert 2026 leiten würde. Wer ist das?, heißt es des öfteren fragend. Dabei hat der Chefdirigent der New Yorker Metropolitan Opera schon einige Repertoireaufführungen an der Staatsoper dirigiert und das Wiener Orchester also auch in seinem »Hauptberuf« bereits kennengelernt.

Wie er sich mit der Wiener Klangkultur tut, erfährt man an diesem Wochenende, wenn Nézet ein Philharmonisches dirigiert. Immerhin steht da Beethoven auf dem Programm – das Dritte Klavierkonzert mit Yefim Bronfman – aber auch ein Strauss, wenn auch der Münchner Richard mit seinem ausladenden Tongemälde »Ein Heldenleben«.

Ö1 überträgt, wie gewohnt, live am Sonntag um 11 Uhr. Und Neugierige können sich über Strauss-Tondichtung vorab natürlich in der SINKOTHEK informieren – oder eine Referenzaufnahme zur Einstimmung »vorhören«:

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»Novität« von Maurice Ravel: »Sémiramis« – 2025 uraufgeführt!

APERÇU

Rechtzeitig zum 150. Geburtstag lancierte die Pariser Bibliothèque nationale eine kleine Sensation zum Ravel-Jahr: In der Sammlung findet sich das Originalmanuskript eines Werks namens »Prélude et Danse – Sémiramis«. Zum runden Geburtstag des Komponisten erlebte das Werk im März 2025 seine öffentliche Erstaufführung – gespielt vom New York Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Gustavo Dudamel.

Titel in Ravels Handschrift

Von dieser Komposition wußte die Ravel-Forschung bisher nur aus einem einzigen knappen Tagebucheintrag des Pianisten Ricardo Vines, der am 7. April 1902 notierte: Vormittags bei der Aufführung von »Sémiramis« von Ravel. »Prélude et Danse« wurden also gespielt, allerdings konnte es an diesem Tag in Paris keine öffentliche Matinée geben, denn der 7. April war ein Montag. Des Rätsels Lösung: Es handelte sich um eine Studentenaufführung des Orchester des Pariser Konservatoriums, an dem der damals bereits 27-jährige Ravel nach wie vor studierte.

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Zum Tod von Peter Schmidl

Der philharmonische Soloklarinettist starb 84-jöhrig Sein Spiel hat mindestens eine Generation von Wiener Musikfreunden fürs Leben geprägt: So musste eine Klarinette in Wien klingen! Heller, doch satter Ton, geschmeidige, doch rhythmisch prägnante Phrasierung – nachzuhören etwa in der Aufnahme des Mozart-Konzerts mit seinen philharmonischen Kollegen unter Leonard Bernstein. Mit Peter Schmidl ist am vergangenen Samstag eine Musikerlegende gestorben.

Zur Welt gekommen war Schmidl im mährischen Olmütz am 10. Jänner 1941. Vater und Großvater waren bereits Soloklarinettisten der Wiener Philharmoniker gewesen. Peter Schmidl machte zunächst zwar ei...

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Wie schreibt man nun Johann Strauß?

VERWIRRUNG UM DIE SCHREIBWEISE --- EDUARD STRAUSS, VERBRANNTE DAS ERBE SEINER BRÜDER

Zum 200. Geburtstags des Walzerkönigs hat man eine unnötig verwirrende Diskussion über die Namensschreibung vom Zaun gebrochen: Strauss oder Strauß?

Zum Jubiläum herrscht wieder Chaos. Obwohl es in den vergangenen Jahrzehnten mehrheitlich üblich war, den Namen des Walzerkönigs „Johann Strauß“ zu schreiben, gelang es im Vorfeld von dessen 200. Geburtstag mit dem Verweis auf den „Wunsch der Familie“, sogar die Koordinatoren der Stadt Wien zu überzeugen, die Schreibweise mit dem Doppel-S zu verwenden.

Eine vernachlässigbare Kleinigkeit in Zeiten wie diesen, gewiss. Aber doch im Zusammenhang mit einem für Wien relevanten Thema ein unnötiger Rückfall in eine leidige Schreibverwirrung.

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Neujahr 26: Nézet-Séguin

Yannick Nézet-Séguin dirigiert das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2026. Der 49jährige Amerikaner ist Musikchef der New Yorker Metropolitan Opera und bisher kaum als Dirigent des Wiener Meisterorchesters in Erscheinung getreten, verfügt aber in den USA über eine starke Lobby. Weltweit sehen mehr als eine Milliarde Menschen die TV-Übertragung.

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Podcast: Brahms als Symphoniker

IM FOKUS

Er war ein Spätzünder in Sachen Symphonie. Die Zeitgenossen schätzten ihn als Pianisten, als Meister subtiler Liedkunst und als versierten Chorleiter – aber mit der Veröffentlichung seiner Ersten Symphonie hat sich Johannes Brahms viel Zeit gelassen.

Warum und wie er dann doch zum führenden Symphoniker seiner Ära wurde, beleuchtet ein Podcast.

Brahms als Symphoniker

LEKTÜRE IN DER SINKOTHEK

Erinnerungen an Nikolaus Harnoncourt

APERÇU

Erinnerungen an die Pionierzeiten der Originalklang-Bewegung werden lebendig: Der Concentus musicus gibt ab 2025 eine Reihe von Konzerten im Casino Zögernitz, wo legendäre Bach-Aufnahmen entstanden, die mittlerweile längst digitale Höhenflüge absolvieren.

FRÜHE JAHRE Anfangs hielt man den Musikantenkreis um Nikolaus Harnoncourt ja für ein...

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Unbekannter Mozart?

APERÇU

Schon wieder ein neuer Mozart und ein neues KöchelverzeichnisWir lieben Mozart, werden von der Wissenschaft mit immer neuen Erkenntnissen über sein Schaffen konfrontiert, lassen uns aber nicht irritieren.

Eine Mozart-Novität

Das jüngste Fundstück liegt in Graz.

Thema con Variazioni per il Clavi Cembalo Del Sign. Wolfg. Amadé Mozart

S...

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Franz Schmidt – Franz who?

Der Mann mit sieben Siegeln

In Wien Hietzing hat man dem Komponisten zumindest ein Denkmal gesetzt

Franz Schmidt wäre dieses Jahr zu feiern: Vor 150 Jahren wurde er geboren. Aber anders als beim gleichaltrigen Arnold Schönberg, der die musikalische Welt verändert hat, tut sich bei Schmidt, der noch einmal aufgezeigt hat, was bei höchster Formbeherrschung in de klassisch-romantischen Tradition noch alles möglich ist, rein gar nichts.

Zur Erinnerung ein Podcast, der versucht, Schmidt musikalische Welt zu ergründen – auch jenseits des großen Oratoriums »Das Buch mit sieben Siegeln«, das zumindest im Wiener Konzertleben nicht ganz vergessen ist.

ZUM PODCAST

Mehr Informationen zu Franz Schmidt und seinem Werk in der SINKOTHEK