Seinen Namen kennt jeder, seine Bedeutung für die Musikgeschichte kann kaum überschätzt werden. Das weiß man. Arnold Schönberg ist der Vater der musikalischen Moderne. Populär geworden ist seine Musik freilich nicht. Einige wenige Kompositionen der Frühzeit erfreuen die Ohren der Konzertbesucher wirklich. Allen voran die instrumentale Vertonung eines erotischen Gedichts von Richard Dehmel, „Verklärte Nacht“ hat es geschafft, ein Publikums-Favorit zu werden. Ob sich das im Jahr der Geburtstagsfeiern zu Schönbergs Hundertfünfzigstem ändern wird?
Die Wiener Sängerknaben, seit Jahren durch die Wiener Chormädchen zum gemischten Jugendchor geworden, sind in akuter Finanznot. Der Wegfall privater Sponsoren-Gelder und die Tournee-Ausfälle in Zeiten der Covid-Pandemie haben dem Chor-Budget zugesetzt.
Nach 23 Jahren konsequenter Wagner-Arbeit war Christian Thielemann heuer nicht bei den Bayreuther Festspielen aufgetreten. Auch 2024 steht keine Thielemann-Vorstellung auf dem Plan. 2025 gibt es jedoch eine Wiederaufnahme von Neo Rauchs »Lohengrin«-Produktion – und dafer kehrt der Kapellmeister zurück auf den »Grünen Hügel«.
Am 2. August des Jahres 1947 wurde Interpretationsgeschichte geschrieben: Die noch weitgehend unbekannte Maria Callas feierte ihr Debüt als Ponchiellis »Gioconda« in der Arena von Verona. Bei den Festspielen kam es auch zur Erstbegegnung der Sängerin mit dem Kunstmäzen Giovanni Battista Meneghini, der ihr Ehemann und Manager werden sollte. Bis 1954 trat die Diva immer wieder in der Arena auf. Bei ihrem Abschied war sie bereits der unangefochtene Weltstar.
Die von Norbert Brunner gegründete Initative »Musica iuventutis« feiert ihren 40. Geburtstag.
DEN PODCAST HÖREN
Zur Feier des Tages gibt es einen »Presse«-Podcast zum Thema, der auch hören läßt, wie viele außerordentliche Talente in dieser Veranstaltungsreihe ihre Wien-Debüts feiern durften: Die Liste ist lang und reicht von Julian Rachlin, Barbara Moser oder Angelika Kirchschlager bis zu Emanuel Tjeknavorian, der am 20. Oktober das Jubiläumskonzert im Mozartsaal des Konzerthauses dirigieren wird.
Christian Thielemann (64) übernimmt mit der Spielzeit 2024/25 das Amt des Generalmusikdirektors der Staatsoper „Unter den Linden“ in seiner Heimatstadt Berlin.
Er folgt damit auf den langjährigen Opernchef Daniel Barenboim, der seine Position zu Beginn des Jahres krankheitsbedingt zur Verfügung gestellt hat. Barenboim konnte auch die für ihn programmierte Neuproduktion von Wagners „Ring des Nibelungen“ in der vergangenen Spielzeit nicht mehr selbst leiten. Thielemann sprang ein. Nicht nur deshalb bezeichnete ihn Elisabeth Sobotka, die designierte Direktorin der Berliner Staatsoper als „logischen Nachfolger“.
Igor Levit übernimmt im Konzert des West Eastern Divan Orchesters unter Daniel Barenboim am 17. August bei den Salzburger Festspielen den Solopart in Beethovens Erstem Klavierkonzert. Argerich mußte krankheitshalber absagen.
Einen Ersatz suchten auch die Wiener Philharmoniker für ihr Festspielkonzert am 21. August: Franz Welser-Möst mußte absagen, Daniel Harding springt ein und übernimmt das geplante Programm mit Werken von György Ligeti und Richard Strauss.
Richard Dünser legt eine Spielfassung von Franz Schuberts Symphonie-Fragment in E-Dur vor. Sie wird am 25. April in Baden bei Wien uraufgeführt. Der Mitschnitt ist am 15. Mai (20 Uhr) in Ö1 zu hören.