Kategoriearchiv: Feuilleton
Hans Neuenfels
Der Altmeister der Theaterprovokation Salzburg. Hans Neuenfels, der "Vater des Regietheaters", inszeniert heuer Tschaikowskys "Pique Dame". Bei den Festspielen hat der Regisseur nicht zuletzt mit seiner "Fledermaus"-Adaption zum Ausklang der Ära Mortier für Aufsehen gesorgt.
Seine "Aida"-Inszenierung in Frankfurt, 1981, wird schon in der theaterwi...
Lohengrin in Bayreuth
Einspringer Piotr Beczala triumphierte als Belcanto-Lohengrin, Christian Thielemann absolvierte sein zehntes und letztes Debüt auf dem Grünen Hügel, und das Publikum rätselte über Yuval Sharons Regie-Ideen. Der Gral blitzt im Umspannwerk Es war selbstverständlich der Abend von Christian Thielemann. Zehn seiner Musikdramen hat Richard Wagner für sei...
Über die Unvollendete
Ist die "Unvollendete" wirklich unvollendet? Wie klängen Schuberts h-Moll-Symphonie und Bruckners Neunte, wären sie zu Ende komponiert? Über gewagte Erstaufführungen in Wien.
Die Meisterwerke unserer Klassiker sorgen ohnehin für immerwährende Beschäftigung; aber nichts reizt die Fantasie von Musikfreunden mehr als die Frage, wie Geschichten ausgehen könnten, die uns nicht bis zu Ende erzählt worden sind. Wie hätten sie etwa geklungen, die letzten Sätze von Mozarts Requiem, wenn dem Komponisten noch ein paar Arbeitswochen mehr geschenkt gewesen wären?
Jüngst führte der Concentus musicus im Musikverein eine viersätzige Version von Schuberts "Unvollendeter" auf, die doch normalerweise nach zwei Sätzen zu Ende ist und, so will es die Fama, musikalisch doch ein ganz und gar befriedigendes, al...
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Elina Garanca
»2021 kommt die Kundry« Elina Garanca feiert am Samstag ihr internationales Rollendebüt als Dalila an der Wiener Staatsoper. Im "Presse"-Gespräch kündigt sie weitere künstlerische Wagnisse an.
Fünfzehn Jahre ist es her, dass Wiener Melomanen auf diese Edelstimme aufmerksam wurden: Im Jänner 2003 sang eine junge Lettin, die sich ihre ersten Sporen im Ensemble des Staatstheaters Meiningen verdient hatte, die Lola in Mascagnis Cavalleria rusticana an der Wiener Staatsoper - die Santuzza in derselben Oper wird sie in der kommenden Spielzeit im Haus am Ring verkörpern. Dazwischen liegt eine Bilderbuchkarriere, die das Mädchen aus Riga, das einsam in seinem Hotelzimmer in der deutschen Provinz Opernpartien und - mittels Wörterbuch und Tagesschau - auch die deutsche Sprache studierte, in den Oly...
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Helga Rabl-Stadler
Beständigkeit der Qualität als absolutes Richtmaß Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler im Gespräch über Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Österreich gedenkt heuer des 100. Geburtstages von Gottfried von Einem. Die Salzburger Festspiele leisten ihren Beitrag, denn "dieser Komponist gehört zur Festspiel-Geschichte", meint Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, "die Uraufführung von 'Dantons Tod' im Jahre 1947 hat der Regisseur Oscar Fritz Schuh als die Wiedergeburt der Salzburger Festspiele durch das moderne Musiktheater bezeichnet". Gottfried von Einem hat sich in der Folge als Mitglied der künstlerischen Entscheidungsgremien der Festspiele um die konsequente Einbindung zeitgenössischer Musiktheaterformen in den sommerlichen Spielplan bemüht. Sein eigenes Schaffen stand dabei keineswe...
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Einems »Dantons Tod« wieder in Wien
Andre Cheniers rhythmischer Bruder

Staatsoper. Gottfried von Einems jugendliche Genieprobe, die Büchner-Oper "Dantons Tod", kehrte zum 100. Geburtstag des Komponisten zurück. Das ist ein effektsicheres Repertoirestück, in dem endlich auch der Chor eine Hauptrolle spielt.

Es ist ein großer Abend des Chors. Zu Recht bekamen die Damen und Herren des singenden Personals der Staatsoper nach dieser Premiere ihre »Solovorhänge«. Nicht viele Opern integrieren die Vox populi so zwingend in die Handlung wie Gottfried von Einems »Dantons Tod«. Wer einen Chor hat, der sich – unterstützt von einer exquisiten Komparserie – mit der Spiellaune einer Ballettcompagnie darauf einlässt, der es versteht, seinen Part mit Durchschlagskraft und Differenzierungskunst zu einer Hauptrolle zu machen, hat schon gewonnen.
Bernd Bienert
Eine Zeitreise in die Epoche Maria Theresias Teatro Barocco 2018. Intendant Bernd R. Bienert belebt im historischen Theatersaal des Congress Casino Baden mit L 'isola disabitata von Joseph Haydn die originale Aufführungspraxis.
Baden. Bernd R. Bienert ist immer für Überraschungen gut. Wann immer er eine neue Musiktheaterproduktion ankündigt, spitzen Kenner die Ohren: Was wird der Bühnenzauberer diesmal zutage fördern. Die meisten Opernfreunde dürften nicht einmal wissen, dass es einen historischen Theatersaal im Congress Casino Baden gibt. Den hat Bienert für die jüngste Produktion seines Teatro Barocco ausgewählt. Nach dem Schlosstheater Laxenburg und dem Stift Altenburg nun also ein weiterer historischer Spielraum. Joseph Haydns 1779 entstandene "Isola disabitata" steht diesmal auf dem ...
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Jong Min Park
Vom Stichwortgeber zum Star Kommenden Montag singt Jongmin Park erstmals Mozarts Figaro. Ein Gespräch mit dem 31-jährigen Ensemblemitglied aus Korea. Er macht von der Staatsoper aus Weltkarriere. Er ist einer jener jungen Sänger, die zum illustren Stamm des Wiener Staatsopern-Ensembles gehören und von hier aus große Karriere machen: Der Südkoreaner Jongmin Park ist in den vergangenen vier Spielzeiten zu einem der beliebtesten Mitglieder des Hauses geworden. War er in der Premierenserie von Verdis "Macbeth" noch der Spion, sang er ein knappes Jahr später bereits ehrfurchtgebietend den Banco. Hellhörige Stammbesucher wurden auf den dunkel leuchtenden Bass schon aufmerksam, als er noch als Stichwortbringer agierte, etwa in "la Traviata", "Faust" oder "Fanciulla del West". Längst ist er ein P...
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Caspar Einem
»Angeblich war er sogar stolz auf meine politische Karriere« Gottfried von Einems Sohn im Gespräch. Der ehemalige Innen- und Wissenschaftsminister Caspar Einem über Dialoge und Konflikte mit seinem Vater, über dessen Haltung in der Waldheim-Affäre, über das (fehlende) "von" im Namen - und über die blauen Haare seiner Großmutter. Wilhelm Sinkovicz: Was hat für Sie Ihren Vater charakterlich am meisten ausgezeichnet? Caspar Einem: Dass er so unbeirrt seinen Überzeugungen gefolgt ist. Er hatte da nie Angst. Gelegentlich hat er aufs falsche Pferd gesetzt, würde ich sagen. So hat er beim ORF immer für den Generalintendanten geworben, der gerade gegangen war . . . Hat er sich da zuweilen auch geschadet?
Ja. Wenn er sich etwa in Salzburg für Brecht starkgemacht hat aus Gründen der Qualität, ohne ...
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