Kategoriearchiv: Feuilleton

Sabine Devieilhe

Feuer, Singfreude und Sentiment Im Gespräch. Die junge französische Koloratursopranistin Sabine Devieilhe feiert als Regimentstochter ihr Staatsopern-Debüt und erzählt von vokalen Eroberungs-Strategien.

Am Anfang war das Cello. Nicht die Singstimme. »O ja«, sagt Sabine Devieilhe, »ich habe auch immer gesungen. Schon im Kinderchor und da hat man mir auch immer wieder Soli anvertraut, was mich bald dazu gebracht hat, doch auch die Stimme ausbilden zu lassen.« Perfektionistin ist sie in allen musikalischen Bereichen, aber zuerst war da doch ganz klar die Faszination, die vom Cellospielen ausging. Das Instrument hat Devieilhe so gründlich studiert, dass sie eine Zeitlang sogar unterrichten konnte. Das war parallel zu ihrem Studium der Musikwissenschaften, das sie - apropos Perfektion - in Ren...

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Franz Grundheber

»Ich spüre die Spannungen in den musikalischen Intervallen« In der Wiener Staatsoperntradition wird Franz Grundheber vom Doktor Schön zum Schigolch und erzählt im >Presse<-Gespräch von seiner Eroberung der musikalischen Moderne und mythologischer Opernfiguren. Alban Bergs Lulu in der Inszenierung von Willy Decker erlebte ihre Wiener Premiere in der zweiaktigen Version. Nun studiert Decker die von Friedrich Cerha vervollständigte dreiaktige Version ein. Herr Grundheber, Sie waren damals Doktor Schön und sind nun der Schigolch; eine geradezu mythologische Figur. Franz Grundheber: Genau deshalb hab' ich ihn singen wollen. Schon damals dachte ich: Was für eine Partie! Seither war ich Schigolch in Barcelona, in Madrid, in New York und in Paris - dort sogar in dieser Decker-Inszenierung! ...

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Ariadne auf Naxos

Auftakt der Strauss-Tage Das kleine »Festival« der Staatsoper begann mit einer feinsinnigen Aufführung der »Ariadne auf Naxos«. Spannende Haus- und Rollendebüts gibt es bei den Richard-Strauss-Tagen der Staatsoper. Zum Einstand stand Sven-Eric Bechtolfs Produktion der "Ariadne auf Naxos" wieder auf dem Programm. Lise Davidsen präsentierte sich dem ...

 

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Misha Didyk

Dostojewskis singendes Ebenbild Im Gespräch. Misha Didyk, der ukrainische Tenor, galt nach belcantesken Anfängen bald als idealer Held fürs schwere slawische Fach. An der Staatsoper singt er Prokofieffs "Spieler". Zufälle - ein Prüfungsabend am Konservatorium von Kiew: Eine Professorin hört den jungen Tenor und holt ihn vom Fleck weg in ihre Gesangsklasse: "Das war Jewhenija Miroschnytschenko", erinnert sich Misha Didyk, "ich durfte dann in einem Benefizkonzert an ihrer Seite den Alfredo in Verdis ,Traviata' singen." Daraufhin bat das Opernhaus von Kiew zum Vorsingen. Inzwischen arbeitete Didyk mit der Leiterin der Liedklasse am Konservatorium an einer Szene aus "Pique Dame". Diese sang Didyk in einem TV-Konzert vor 400 Zuhörern. Das genügte dem Regisseur, der die Tschaikowsky-Oper gerade ...

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Elena Maximova

Warum Doppelagentinnen Lust auf Rossini haben Im Gespräch. Staatsopern-Mitglied Elena Maximova vor russischen und belcantesken Aufgaben im Haus am Ring.

Die Met hat sie gerufen, die Opera de Paris, die Bayerische Staatsoper - in Wien gehört die junge Russin zum Ensemble, seit sie 2012 als Carmen debütierte. "Ich möchte, dass das noch lange so bleibt", sagt Elena Maximova im Gespräch mit der "Presse", "man fühlt sich so wohl hier. Ich war zuletzt in Australien, in Amsterdam und bei den Proms in London - jetzt habe ich mich schon wieder total auf Wien gefreut." Die Stadt sei wunderbar, schwärmt sie, "und die Staatsoper ist ein idealer Ort zum Arbeiten". Derzeit geht es gerade um die Marfa in Mussorgskys "Chowanschtschina" und die Blanche in Prokofieffs "Der Spieler", der am 4. Oktober seine...

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Reimanns LEAR

Wilder Heidesturm, wüste Seelengewitter Erinnerungen eines Musiktheater-Pilgers an die meistdiskutierte Uraufführung an der Schwelle zur musikalischen Postmoderne. Da musste man hin! Als junger Wiener Kompositions-Student pilgerte man anno 78 nach München. Aribert Reimann hatte Shakespeares "Lear" in eine Oper verwandelt. Einer der führenden Avant...

 

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Johanna Doderer

Frauenpower im Ländler-Rhythmus Festival Traisental. Komponistin Johanna Doderer im Gespräch über aparte Programmideen bei einem niederösterreichischen Festival, die Bedeutung kleiner Formen für die Oper und das Kraftpotenzial der Volksmusik.

Bücher von Peter Turrini habe ich bereits in jungen Jahren gelesen", sagt Komponistin Johanna Doderer und freut sich auf ein gemeinsames Projekt mit dem Schriftsteller: "Als vor einem Jahr der Intendant des Münchner Gärtnerplatztheaters, Josef Ernst Köpplinger, mich fragte, ob ich mir eine Oper mit einem Text von Peter Turrini vorstellen könnte, war ich mehr als begeistert. Inzwischen verbindet mich mit Peter Turrini ein wunderbarer Dialog." Libretto und Partitur sind im Entstehen. Einen Uraufführungstermin im Staatstheater am Gärtnerplatz München gi...

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Christoph Ehrenfellner,

Neue Oper: Judas und die Frau des Pilatus »Ich schreibe aus der Sehnsucht, innere Welten zu teilen«, sagt Christoph Ehrenfellner, dessen neue Kirchenoper Judas heute am Festival Retz uraufgeführt wird. Ein Gespräch über musikalisches Erwachen und pikante Töne.

Wilhelm Sinkovicz: Herr Ehrenfellner, Sie zählen derzeit zu den meistbeschäftigten Komponisten Österreichs, kürzlich gab es Uraufführungen, unter anderem beim Festival "Loisarte", am 6. Juli hat Ihre Kirchenoper "Judas" beim Festival in Retz Weltpremiere. Wo würden Sie sich als Komponist im Dickicht der heutigen stilistischen Möglichkeiten einordnen? Christoph Ehrenfellner: Ich würde mich - Bescheidenheit ist nicht meine Zier - als "Klassiker in der Moderne" einordnen. Der Rahmen ist nun mal gebrochen, das ist Segen und Fluch: Jeder...

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Alvis Hermanis am Ring

STAATSOPER PREMIERE »Parsifal«: Der Gral am Steinhof Semyon Bychkov führte Sänger und Orchester bei dieser Staatsopern-Premiere aufs sicherste über Wagners Pfade „der Irrnis und der Leiden“. Dass Regisseur Alvis Hermanis das Geschehen in die Psychiatrie verlegte, sorgte für Buh-Rufe. Die Wogen gingen hoch. Am Ende gab es eine Publikumsschlacht zwis...

 

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Michael Boder

Tänzer müssen lauschen, Musiker zuschauen Im Gespräch. Michael Boder, Dirigent der Staatsopern-Premiere von John Neumeiers Balletten "Pavillon d'Armide" und "Le Sacre" über die Arbeit an Klassikern und Novitäten sowie die Flexibilität von Komponisten und Choreografen.

Bei der kommenden Ballett-Premiere an der Wiener Staatsoper herrschen ein wenig andere Gesetze als beim Tanz gewohnt. Wie schon vor zwei Jahren anlässlich der Neueinstudierung von John Neumeiers Richard-Strauss-Arbeit "Josephslegende" steht auch diesmal ein Dirigent am Pult, den das Publikum bisher nur als Opern-Maestro kennengelernt hat.

Nach Mikko Franck, der "Josephslegende" dirigiert hat, hat nun - wiederum für John Neumeier - Michael Boder den für Wien neuen "Pavillon d'Armide" (Musik von Nikolai Tscherepnin) und Straw...

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