Kategoriearchiv: Feuilleton
Heinz Rehfuss
1917-1988

Der Schweizer Bariton Heinz Rehfuss beaß eine der schönsten, dunkel timbrierten Baritonstimmen seiner Generation und galt Kommentatoren als maßgeblicher Interpret von Werken der Ära um 1900 – aber auch als stilistisch geschmackvoller Sänger für barockes und klassisches Repertoire.So sang er unter Ernest Ansermet in der maßstabsetzenden Einspielung von Debussys »Pelléas et Mélisande« (Decca), aber auch in Bachs »Matthäus-Passion« unter Hermann Scherchen oder in Ersteinspielungen von Passions-Werken aus der Feder von Georg Philipp Telemann (Philips).Aufnahmen von Werken Ravels und Igor Strawinskys demonstrieren seine Vielseitigkeit im jüngeren Repertoire – kristallklare Deklamation, kultivierte, fein geschliffene Technik gehörten zu Rehfuss' Markenzeichen.
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Budapester Streichquartett
1917 - 1967 Eine legedäre Kammermusik-Vereinigung, die dank etlicher herausragender Schalplattenaufnahmen Interpretationsgeschichte schrieb. Der Name des Ensembles ist irreführend und nur aus der Gründung Anno 1917 zu erklären: Da schlossen sich vier Musiker des Orchesters der Budapester Staatsoper zu einem Streichquartett zusammen, drei Ungarn und ein Holländer:
Emil Hauser Alfred Indig István Ipolyi Harry Son
In den Folgejahren wurde immer wieder umbesetzt und bald bestand das Budapester Streichquartett nur noch aus russischen Musikern. Den Namen behielt man allerdings bei, er hatte längst einen guten Klang in der Musikwelt, als die Musiker in den politisch brisanten Dreißigerjahren in die USA übersiedelten. Gründungsmitglied Harry Son wurde in Amsterdam in den Vierzigerjahren verhaft...
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Yehudi Menuhin
1916 - 1999
Den ergreifenden Eindruck keuscher Tiefe
empfing der Dirigent Bruno Walter vom Geigenspiel des jungen Yehudi Menuhin. Und Dirigentenkollege Fritz Busch ergänzte:
Die technische, geistige und musikalische Vollkommenheit seines Spiels war unvorstellbar.
Fritz Buschs Bruder Adolf wurde zu Menuhins geigerischem Ziehvater. Er betreute die violinistische Karriere des Wunderkinds aus New York und sorgte für eine musikalische Erziehung im Geiste der deutschen Musiziertradition. Menuhin, aufgewachsen in San Francisco, hatte mit dem dortigen Symphonieorchester scho als Siebenjähriger debütiert. Er war erst elf, als er nach Europa kam und zunächst von George Enescu in Paris unter seine Fittiche genommen wurde.
Debüts mit Fritz Busch Von Enescu empfing er nach eigener Aussage die w...
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Walter Trampler
1915-1997
Trampler stammte aus München, war zunächst Geiger in verschiedenen Orchestern, machte sich aber als Bratschist bald als Kammermusiker und Solist einen Namen. Im legendären Strub-Qaurtett mit Max Strub, Jost Raba und Ludwig Hoelscher sorgte er für eine Belebung der deutschen Kammermusik-Szene in der Zwischenkriegszeit, zog es aber dann vor, seinen jüdischen Kollegen in die Emigration zu folgen. In den USA wurde er zum gesuchten Partner nicht zuletzt für Quartett-Ensembles und Klaviertrios bei Gelegenheit von Aufführungen und Schallplattenaufnahmen der klassischen und romantischen Streichquintett- und Klavierquartett-Literatur.
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Elisabeth Schwarzkopf
Würdigung und CD-Tipps
BIOGRAPHISCHE DATEN 9. Dezember 1915 geboren in Jarotschin bei Posen 1928 Erster Auftritt in einer Opernvorstellung als Eurydike in Glucks »Orpheus und Eurydike« 1934 Beginn der Studien an der Berliner Musik-Hochschule, auf Empfehlung des Baritons Karl Schmitt-Walter arbeitet sie jedoch privat mit der Koloratur-Sopranistin ...
Kapralova Orchesterwerke

Eine 2024 erschienene Doppel-CD des Labels cpo lenkt die Aufmerksamkeit auf eine frühverstorbene Schülerin von tschechischen Musikgrößen vom Format eines Josef Suk oder Vaclav Tálich: Vítězslava Kaprálová. Die junge Frau, die bemerkenswerte Stücke publizierte, starb 25-jährig. Was hätte aus ihr werden können ...
Paul Tortelier
1914 - 1990
Paul Tortelier ist der rare Fall eines bedeutenden Musikers, der seinen Beruf nicht aus Neigung wählte, sondern weil die strenge, selbstbewußte Mutter ihn zum Cellisten bestimmt hatte bevor er geboren wurde! Der Eindruck, den das Spiel eines Cellovirtuosen auf Frau Tortelier gemacht hatte, war so stark, daß sie für ihren Sohn diese Laufbahn auserkor.
Tatsächlich zeigte der kleine Paul Talent und absolvierte sein Studium am Pariser Konservatorium schon mit Sechzehn bravourös mit einem Ersten Preis. In der Folge schrieb er sich noch für das Theoriestudium ein und erlangte in Harmonielehre ebenfalls einen Ersten Preis - ex aequo mit seinem Studienkollegen, dem Komponisten Henri Dutilleux.
Das gelungene Konzertdebüt mit dem Lalo-Konzert im Rahmen der Concerts Lamoureux hatte ...
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Ferenc Fricsay
1914 - 1963

Fricsay war noch in der österreichisch-ungarischen Monarchie zur Welt gekommen, erlebte zwei Weltkriege und starb nach seiner Flucht aus dem kommunistischen Ungarn als österreichischer Staatsbürger. Dennoch blieb er im Gedächtnis als Interpret der großen ungarischen Meister - und als großer Mozartianer unter den Maestri seiner Generation.
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Rafael Kubelík
1914-1996 Böhmens stiller großer Musikant Das Leben hat ihm übel mitgespielt: Daß Rafael Kubelik seine letzten Lebensjahre zurückgezogen verbrachte, war einer Gelenkserkrankung zuzuschreiben, die ihm das Dirigieren unmöglich machte.Das letzte Jahrzehnt seines Daseins war geprägt von Schmerzen und auch von einer erzwungen Enthaltsamkeit von dem, was einstmals sein Jungbrunnen gewesen war. Das Musikmachen hatte der tschechische Dirigent im Blut. Sein Vater Jan Kubelik war einer der führenden Violinvirtuosen der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts. Das musische Talent des Sohnes war bald offenkundig und wurde in der Heimat mit offenen Armen aufgenommen. Rafael Kubelik galt bald als eigenständiger Künstler, der jenseits der vom Vater gebahnten Wege durchaus selbst seinen Mann stehen konnte. Dir...
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