Kategoriearchiv: Feuilleton

Zdeněk Chalabala

1899-1962

Chalabala stammte aus Mähren, war ausgebildeter Geiger und gründete als Kapellmeister mit Hilfe seiner Mutter, einer Pianistin, einen Frauenchor, den er künstlerisch aufbaute und leitete. Nach dem Armeedienst im Ersten Weltkrieg vollendete Chalabala seine Studien in Prag und Brünn. Chalabala gründete Mitte der zwanziger Jahre die Slowakische Philharmonie, wurde aber bald als Assistent Angelo Neumanns nach Brünn berufen. Nach Neumanns Tod übernahm er die künstlerische Leitung des mährischen Nationaltheaters. Ab Mitte der dreißiger Jahre wirkte Chalabala in Prag. Er war ein Mann in der großen Tradition der tschechischen Kapellmeister, der im internationalen Ansehen aber nie in der ersten Reihe wahrgenommen wurde. Dennoch sollten Sammler an seinen Aufnahmen nicht achtlos vorübergehen.

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Maria Judina

Die Frau, die Stalin trotzte

Sanftmütig, doch streitbar, tief religiös, leidenschaftlich: Maria Judina war eine der herausragenden Pianistinnen des 20. Jahrhunderts, was Musikfreunde im Westen erst lange nach ihrem Tod erfuhren, Kenner in Sowjetrußland jedoch sehr genau wußten.

Ich werde für Sie beten!

Sie wußten auch, daß es diese Frau zu Zeiten gewagt hatte, Josef Stalin ins Gesicht zu sagen. »Ich werde für Sie beten!«. Trotz aller Widersetzlichkeit hat der Diktator nichts gegen die Künstlerin unternommen – im Gegenteil: Als er eine Aufführung von Mozarts A-Dur-Klavierkonzert (KV 488) durch die Judina hörte, begehrte er sogleich, eine Schallplattenaufnahme davon zu bekommen. Bei Nacht und Nebel ging man ins Studio, spielte das Werk unter Alexander Gauks Leitung noch einmal, um es aufzunehmen – und in rascher Folge lag eine eigens für ihn gepreßte Schallplatte auf Stalins Schreibtisch.

Frühe sowjetische Pressung

Die Geschichte ist damit noch nicht zu Ende: Als die Leibwache des Diktators den toten Staatschef in seinem Zimmer vorfanden, lag ebendiese Platte auf dem Plattenspieler. Stalin hatte in seiner Todesstunde die Judina Mozart spielen gehört.

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Sir John Barbirolli

1899 - 1970 Barbirolli ist einer der bestdokumentierten Künstler seiner Zunft. Er war elf, als er seine ersten Schallplattenaufnahmen machte, damals ein vielversprechender Nachwuchscellist in der Ära der beginnenden kommerziellen Tonaufzeichnungen.Fast sechs Jahrzehnte lang blieb ihm die Arbeit → im Aufnahmestudio dann vertraut. Italienischstämmig,...

 

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William Steinberg

1899-1978

Screenshot

William Steinberg war einer jener Dirigenten, dem auch kritisch-distanzierte Kollegen Bewunderung zollten. Der gebürtige Berliner galt als Mann mit exzellenter und unfehlbarer Schlagtechnik – wie nach ihm etwa Lorin Maazel, dem diese Eigenschaften ebenfalls neidlos zugestanden wurden. Viele Jahre lang hat Steinberg, der vor dem NS-Terror aus seiner Heimat fliehen mußte, die Geschicke des Boston Symphony Orchestras und des Pittsburgh Symphony Orchestras gelenkt.

Zur Welt gekommen war er als Hans Wilhelm Steinberg im Jahr 1899 in Köln. Hermann Abendroth war an der Kölner Musikhochschule sein Lehrer. Otto Klemperer wählte Steinberg als Assistent. 1924 wurde Wilhelm Steinberg Chefdirigent der Frankfurter Oper, im Jahr darauf kam er als Nachfolger Alexander von Zemlinsky...

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George Gershwin

1898 - 1937 George Gershwin war der Sohn russischer Einwanderer. Die Vorfahren Die Mutter, Rose Bruskin, war die Tochter eines St. Petersburger Kürschnermeisters, sparsam, geschäftstüchtig, realistisch.Vater Moritz, eher träumerisch veranlagt, war Enkel eines Rabbiners und Sohn eines Offiziers des Zaren. Den Name Gerschowitz mußte er bei seiner Immigration in die Vereinigten Staaten ein wenig modifizieren.So kam sein Sohn als George Gershwin zur Welt.Gemeinsam mit seinem sprachlich talentierten Bruder Ira sollte George Gershwin die Welt der Unterhaltungsmusik um unschätzbare lyrische Kleinodien bereichern. Ein Wunderkind

Als er mit zwölf erstmals Klavierunterricht erhielt, hatte er sich bereits auf dem mechanischen Instrument der Nachbarn eine Geläufigkeit beigebracht, die alle in Erstaun...

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Jascha Horenstein

1898 - 1973

Neu-Edition von Horensteins erster Wiener Aufnahme für VOX, 1952

Jascha Horenstein war als Sohn eines russischen Unternehmers und einer musischen Österreicherin, von der er den ersten Klavierunterricht erhielt, in Kiew zur Welt gekommen. Im Teenageralter übersiedelte er mit seiner Familie nach Wien und studierte hier indische Philosophie, vor allem aber auch Musik bei den Komponisten Joseph Marx und Franz Schreker. Mit Schreker ging Horenstein nach Berlin, wo er rasch zum Assistenten Wilhelm Furtwängler aufstieg, für den er unter anderem eine Aufführung von Bachs H-Moll-Messe einstudierte. Furtwängler holte ihn als Dirigenten ans Pult der Berliner Philharmoniker: Horenstein wählte für sein Debüt Mahlers Erste Symphonie. Das war Anno 1927 noch ein Wagnis!

Arbeiter Zeitung, ...

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Gaspar CASSADO

1897 - 1966

Katalane wie sein Mentor Pau Casals, wurde Gaspar Cassadó zu einem der bedeutendsten Cellisten der auf Casals folgenden Generation. Im Verein mit Yehudi Menuhin und Louis Kentner bildete er eine der besten Klaviertrio-Formationen seiner Zeit. Gelobt wurde Cassadó für seine delikate Phrasierungskunst und den anmutigen Schwung seines Spiels.

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Enrico Mainardi

Mainardi stammte aus Mailand und war der Sohn eines Amateur-Cellisten. Er studierte am »Verdi«-Konservatorium in Mailand Cello und Komposition und hat zeitlebens nicht nur als Interpret, sondern auch als Komponist und vor allem als Herausgeber gewirkt.

1897 - 1976

Unter anderem stammt eine Edition der Bach-Suiten von ihm, die einen Versuch darstellt, durch genaue Angabe von Bogenstrichen und Fingersätzen die immanenten kontrapunktischen Strukturen von Bachs Musik zur Geltung zu bringen.

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Korngold Daten

1897 Geboren am 29. Mai in Brünn als Sohn des Musikkritikers Julius Korngold 1901 Übersiedlung der Familie nach Wien, wo der Vater bei der „Neuen Freien Presse“ arbeitet 1906 Privatunterricht in Kontrapunkt und Harmonielehre bei Robert Fuchs 1907 –1910 Unterricht bei Alexander von Zemlinsky in Musiktheorie, Komposition und Klavierspiel, anschli...

 

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Marian Anderson

1897 - 1993

Als ihr Engagement bekannt gegeben wurde, gehörte der Aufsichtsrat der Metropolitan Opera nicht zu den vielen Institutionen, die mir gratulierten.

Also sprach Sir Rudolf Bing, der General Manager der New Yorker Met. Er war stolz darauf, der ersten Schwarze den Weg auf die Bühne von Amerikas wichtigstem Opernhaus geebnet zu haben....

 

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