Da kriegt die Musik einen irren Groove!"
Interview. Mit "The Tempest" hat ein Opern-Hit des 21. Jahrhunderts in Wien Premiere, Adrian Eröd singt die Titelpartie: Wie bei ihm Verzweiflung in Begeisterung umschlug und warum Thomas Ades' Werk für ihn eine so großartige Oper ist.
Einer Vertonung von Shakespeares "Sturm" galt eine der wenigen Uraufführungen, die an der Wiener Staatsoper stattgefunden haben. Bald nach der Wiedereröffnung des Hauses am Ring hatte 1956 die gleichnamige Oper von Frank Martin Premiere. Eberhard Waechter war damals der Prospero, Christa Ludwig die Miranda, Anton Dermota und Waldemar Kmentt alternierten in der Partie des Ferdinand. Ernest Ansermet absolvierte mit der Uraufführung und den ersten beiden Reprisen seine einzigen Auftritte an der Staatsoper.
ANALYSE
Kirill Petrenko wird Chefdirigent der Berliner
Die Berliner Philharmoniker haben nun doch rasch entschieden: Die Wahl der selbstbestimmten Musiker fiel auf den Münchner Generalmusikdirektor, der in Österreich studiert hat. Wann Petrenko sein Amt antritt, ist noch offen.
Kurz gesagt: Die Berliner Philharmoniker haben sich entschlossen, an ih...
NACHRUF
Ein Musiker aus Wien
Walter Weller, Geiger und Dirigent, langjähriger Konzertmeister der Philharmoniker, ist 75-jährig in Wien gestorben.
Ein Musiker aus Wien - das schreibt sich leicht, hat aber in diesem Fall einen bitteren Nachgeschmack: Walter Weller, am 30. November 1939 in Wien geboren und am vergangenen Sonntag ebenda einem Krebsleiden erlegen, war so etwas wie der Inbegriff des wienerischen Musikers, vielseitig und mit dem rechten Gespür für alles, was uns hierzulande am Musizieren wichtig ist.
Schon im Kindesalter holte man den ungemein begabten Geiger auf die Konzertpodien; als der Teenager in Kammermusikensembles mitwirkte,...
GRADUIERUNGSRECHT
An der Wiener Musikuniversität schwankt gerade die Führungsebene - Symptom falscher Bildungspolitik.
Kein Mensch braucht den "Doktor blockflötikus"
Zwischen Song-Contest-Wahn und Rosa-Mascherl-Ball vergisst die sogenannte Musikstadt Wien völlig darauf, daß die Grundlagen zu einer soliden Musikpflege im Land völlig verloren zu gehe...
ZUR WIENER MUSIKGESCHICHTE
Wer braucht schon viel Musik in Wien?
Wiener Festwochen. Mit dem Philharmoniker-Konzert in Schönbrunn begann ganz klassisch ein Konzert- und Opernreigen spektakulären Zuschnitts, der endlich wieder den Ansprüchen der "Musikstadt" zu genügen versucht.
Die Wiener Festwochen sind eröffnet. Mit Musik. Das sei in dieser Stadt ...
Vom Leben auf dem Vulkan
Im Gespräch. Bruno Klimek, der an der Volksoper "Cosi fan tutte" inszeniert, über Mozarts psychologische Dramaturgie und die Kunst illusionistischer Verwandlung auf dem Theater.
Bruno Klimek stammt aus einer theaterbegeisterten Familie und war in Mannheim ab 1988 zunächst Oberspielleiter bei Nicolas Brieger, dann Schauspielchef. Seit 2000 arbeitet er als freier Regisseur. Mozart nennt er "ein Geschenk" für seinen Berufsstand, "weil er einer jener Komponisten ist, die wirklich dramaturgisch denken. Man kann der Musik folgen, dann ist man als Regisseur jedenfalls auf der richtigen Seite. Gleichzeitig gibt er - ohne seine Figuren jemals zu denunzieren - viele Möglichkeiten, Geschichten weiterzuerzählen, in die Tiefe zu gehen."
BEETHOVENS NEUNTE
Immer galt die "Ode an die Freude" als politisch opportunes Signal: 1938, 1945, 1955, 1989 . . .
Fühlen und denken mit Beethoven
Man darf es so sehen: Mit einer Aufführung von Beethovens Neunter hat Philippe Jordan einen beeindruckenden Schlusspunkt hinter seine erste Saison als Chefdirigent der Wiener Symphoniker gesetzt. Tausend...
Figaro überlebt die Revolution
Im Theater an der Wien stellte man 2015 Darius Milhauds 1966 entstandene Vertonung des postrevolutionären Finales von Beaumarchais "Figaro"-Trilogie, "La mère coupable", zur Diskussion.
Ein wenig sägt die Sache an den Nerven. Nicht, weil die auf Sacher- Masoch-komm-raus psychologisierende Inszenierung Ernst Föttingers tiefe Wunden aufrisse. Sondern weil man nach ein...
FEUILLETON
Notenlesen und das Gemeinte zwischen den Zeilen zu finden - das hat viel miteinander zu tun. Beispiele aus Dresden und Wien.
Vom Wert der Texttreue und der Tradition
Gestern haben einige Musikfreunde in Wien vermutlich gestaunt, falls sie das Programmheft des philharmonischen Konzerts im Musikverein genauer in Augenschein genommen haben....
FEUILLETON
»Komm, lieber Mai, und mache« Ja, was denn bitte?
Was so ein Wonnemonat alles können soll! Dichter und Musiker halten große Stücke auf den Mai und schreiben ihm Mysterien zu, die oft anmuten wie Aprilscherze. Eine poetische Bestandsaufnahme.
Komm lieber Mai und mache . . ." Warum denn, bitte? Sie sind doch längst grün, die Bäume. Aber so...