1900 - 1959
Van Beinum studierte am Konservatorium Amsterdam und wurde nach seinem Diplom Leiter des Toonkunst-Chors in Schiedam sowie ab 1927 Dirigent der Orchestervereinigung von Haarlem. 1931 bestellt man ihn neben Chefdirigent Willem Mengelberg und dem Ersten Gastdirigenten Bruno Walter zum ständigen Dirigenten des Concertgebouworkest, Amsterdam.
Nach 1945, als Mengelberg wegen zu großer Nähe zu den deutschen Bestzern zurücktreten mußte, überahm van Beinum das Concertgebouw-Orchester und machte mit ihm auch einige erstklassige Schallplattenaufnahmen:
So glückte Bruckners Siebente Symphonie wohltönend und formal ausgewogen. Und die damals neuen symphonischen Zwischenspiele aus Benjamin Brittens Peter Grimes halten die Atmosphäre der Oper stimmungsvoll f...
Die Dirigentin »debütiert« auf Deutsche Grammophon
DG 2024
Die Dirigentin zelebriert ihr Debüt bei der Deutschen Grammophon mit einem bemerkenswerten Album: Beide Symphonien von Kurt Weill, kombiniert mit den »Sieben Todsünden« mit Katharina Mehrling als Diseuse in der Doppelrolle von »Anna und Anna«.
Charpentier war Schüler von Massenet und wurde 1887 mit dem Rom-Preis ausgezeichnet. Während des Sutdienaufenthalts in Rom begann er mit der Arbeit an seine Oper Louise, deren Text er auf Anregung des Literaten Paul Roux teilweise nach eigenen Studentenerlebnissen am Montmartre in Paris gestaltet hat.
Libretto und Musik des ausdrücklich als Musik-Roma...
Als Váša Příhoda 1960 in Wien starb, war sein Ruhm längst verblaßt. Der böhmische Meistergeiger, der wie so viele Kollegen als Wunderkind begonnen hatte, konnte nach 1945 nicht mehr an seine Vorkriegs-Erfolge anknüpfen.Da war die kommunistische tschechische Politik dazwischen gekommen, die ihn 1945 mit einem Auftrittsverbot und eine Geldbuße belegte, weil er während der deutschen Okkupation seiner Heimat weiter in Europa - und vor allem auf »deutsch dominiertem« Territorium - weiter konzertiert hatte.Auch berichten die Kommentatoren seiner letzten Konzertauftritte von vielen technischen Mängeln; und damit vom Ende eines Phänomens: Denn gerade die makellose Technik war über viele Jahre das Markenzeichen Váša Příhodas gewesen.
1900 - 1990
Aaron Caplan, wie Copland eigentlich hieß, wurde im November in 1900 Brooklyn (N. Y.) geboren und studierte nach einer Grundausbildung in seiner Heimat in Paris bei Nadia Boulanger. 1924 ging er zurück in die Vereinigten Staaten und wurde dort zum führenden Komponisten, der moderne Techniken mit Film- und Unterhaltungsmusik zu verbinden wußte und dabei einen unverwechselbar »amerikanischen« Tonfall fand.
Viele Jahre lang leitete Copland eine Kompositionsklasse am Berkshire Music Center in Tanglewood (Mass.). Auf die nächstjüngere Generation US-amerikanischer Komponisten hatte er eminenten Einfluß. Leonard Bernstein hat mit New York Philharmonic die wichtigsten Orchesterwerke seines Lehrers Copland aufgenommen: Appalachian Spring, Rodeo, Billy the Kid und die Fanfare for the Co...
Das Werk
Daß Puccini Tosca komponieren würde, galt zunächst ganz und gar nicht als ausgemacht. Zwar hatte der Autor des Bühnenreißers, Victorien Sardou, dessen Stück die große Sarah Bernhardt populär gemacht hatte, geahnt, daß sich hinter diesem Stück ein perfektes Opernlibretto verbarg. Aber Puccini selbst hatte zunächst abgelehnt. Sardous Verle...
1900-1950
Kurt Weills Namen kennt man, denn er war jener Mann, der im Verein mit dem Theatermann Bertolt Brecht die Geschichte des politisch engagierten deutschsprachigen Theaters nachhaltig geprägt hat – und mit seiner »Dreigroschenoper« dazu beigetragen hat, daß die musikalische Moderne sich vor den Anforderungen der populären Schlagermusik nicht drücken mußte und daß ein breites Publikum – genau deshalb – keine Scheu vor der Berührung mit linkem Agitprop empfand...
Zwischen allen Stühlen
Weill war freilich ein erstklassiger Komponist, der auch im »ernsten« Genre für Oper und Konzertsaal Bleibendes geschaffen hat. Er kam aus einer musikalischen Familie. Sein Vater war Kantor, der Sohn hochmusikalisch und ehrgeizig. Im Alter von zehn Jahren brachte er sich autodidaktisch das Klavierspie...
1900 - 1959
Er ging »mit dem Jahrhundert« und stammte aus New York - damit sind die Grundeigenschaften des amerikanischen Komponist und Pianisten George Antheil bereits umschrieben: Er war ein unangepaßter, frecher Revoluzzer, der keine Regeln gelten lassen wollte und sich virtuos-unabhängig zwischen den Möglichkeiten bewegte, die Vorbilder wie Igo...
Chalabala stammte aus Mähren, war ausgebildeter Geiger und gründete als Kapellmeister mit Hilfe seiner Mutter, einer Pianistin, einen Frauenchor, den er künstlerisch aufbaute und leitete. Nach dem Armeedienst im Ersten Weltkrieg vollendete Chalabala seine Studien in Prag und Brünn. Chalabala gründete Mitte der zwanziger Jahre die Slowakische Philharmonie, wurde aber bald als Assistent Angelo Neumanns nach Brünn berufen. Nach Neumanns Tod übernahm er die künstlerische Leitung des mährischen Nationaltheaters. Ab Mitte der dreißiger Jahre wirkte Chalabala in Prag. Er war ein Mann in der großen Tradition der tschechischen Kapellmeister, der im internationalen Ansehen aber nie in der ersten Reihe wahrgenommen wurde. Dennoch sollten Sammler an seinen Aufnahmen nicht achtlos vorübergehen.
Sanftmütig, doch streitbar, tief religiös, leidenschaftlich: Maria Judina war eine der herausragenden Pianistinnen des 20. Jahrhunderts, was Musikfreunde im Westen erst lange nach ihrem Tod erfuhren, Kenner in Sowjetrußland jedoch sehr genau wußten.
Ich werde für Sie beten!
Sie wußten auch, daß es diese Frau zu Zeiten gewagt hatte, Josef Stalin ins Gesicht zu sagen. »Ich werde für Sie beten!«. Trotz aller Widersetzlichkeit hat der Diktator nichts gegen die Künstlerin unternommen – im Gegenteil: Als er eine Aufführung von Mozarts A-Dur-Klavierkonzert (KV 488) durch die Judina hörte, begehrte er sogleich, eine Schallplattenaufnahme davon zu bekommen. Bei Nacht und Nebel ging man ins Studio, spielte das Werk unter Alexander Gauks Leitung noch einmal, um es aufzunehmen – und in rascher Folge lag eine eigens für ihn gepreßte Schallplatte auf Stalins Schreibtisch.
Frühe sowjetische Pressung
Die Geschichte ist damit noch nicht zu Ende: Als die Leibwache des Diktators den toten Staatschef in seinem Zimmer vorfanden, lag ebendiese Platte auf dem Plattenspieler. Stalin hatte in seiner Todesstunde die Judina Mozart spielen gehört.