Kategoriearchiv: Rezensionen
Menahem Pressler
Schubert, ganz echt Menahem Pressler solo im Konzerthaus: Ein weltberühmter Kammermusiker, 1939 aus seiner Heimat vertrieben, bringt uns die deutsche Klaviertradition zurück. Es war mehr als die Ehrung eines großen alten Mannes, daß sich das Wiener Publikum im großen Konzerthaussaal nach Menahem Presslers Solo-Recital erhob. Wir haben das Comeback ...
Glucks »Telemaco«
Als Ritter Gluck nicht fertig wurde
Theater an der Wien. "Telemaco", drei Jahre nach dem "Orfeo" für Wien komponiert und nicht ganz fertiggestellt, entpuppt sich als Rückfall in veraltete Barock-Formen.
Rezension der Premiere vom Februar 2012
Natürlich, Christoph Willibald Gluck war ein wichtiger Mann. Was er mit seinem "Orpheus" angebahnt hat, das war nichts weniger als die gründliche Erneuerung der Gattung Oper. "Orpheus" gehört in Wahrheit seit seiner Uraufführung 1762 zu jenen Stücken im musealen Opernbestand, die immer wieder zu Sonderausstellungen aus den Archiven geholt werden. Noch ein paar Werke aus dem überreichen Katalog des Vielschreibers Gluck wären zu nennen, die jederzeit Gegenstand neuerlicher, eingehender Beschäftigung werden sollen, die beiden »Iphigenien« zum Beispiel, die »Alceste« oder auch »Armida«.
»Telemaco« gehört definitiv nicht dazu.
Die erste »Ariadne«
Salzburger Festspiele 2012
Emily Magee und Jonas Kaufmann
2012 erfüllt sich Hofmannsthals Theatertraum Als »kleines Öperchen« nach einer Bearbeitung von Molieres »Bürger als Edelmann« sollte »Ariadne auf Naxos« um die Welt gehen. Es mißlang. Doch den Festspielen gelang die Ehrenrettung.
Hundert Jahre nach der Uraufführung versuchen sich die Salz...
Harnoncourts »Zauberflöte«
Salzburger Festspiele 2012
Bernard Richter und Julia Kleiter
Diese »Zauberflöte« ruckelt Erstmals musiziert der Concentus Musicus eine Mozart-Oper in der Felsenreitschule. Damit hat Dirigent Nikolaus Harnoncourt die Möglichkeit, ohne passive Resistenz sein Mozartbild zu verwirklichen. Es hat, anders als die lahme Regie, Methode.
Mancher Musikfre...
Giulio Cesare
7. Mai 2012 Wettgesang um Kleopatra Bei Cecilia Bartolis Salzburger Pfingstfestspielen gerät Händels »Giulio Cesare« szenisch aus dem Ruder, wird aber zum Sängerfest. Mehr als ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Nikolaus Harnoncourt im Theater an der Wien einen szenischen Versuch mit einer "Originalklang"-Rekonstruktion des »Julius Caesar» gew...
Anna Prohaska 2012
MUSIKVEREIN Märchenkönigin der Lieder Ein Liederabend der außergewöhnlichen Sorte. Die junge Sopranistin begeistert, begleitet von Eric Schneider, mit poetischen, lyrischen und dramatischen Gesängen in fünf Sprachen.
Das ist schon auf der CD eine feine Sache - und live oft wirklich überwältigend: Anna Prohaska singt Lieder über Meeerjungfrauen und...
Osterfestspiele in Wien
STAATSOPER
Christian Thielemann übernimmt 2013 das Salzburger Osterfestival und eröffnet es mit Wagners Bühnenweihfestspiel. Heuer dirigiert er es bereits am Ring.
In ihrem bemerkenswerten künstlerischen Höhenflug er reichte die Staatsoper am Gründonnerstag einen vermutlich nicht mehr zu übertreffenden Gipfel. Christian Thielemann erschien nach s...
Henze an der Volksoper
Mord und Lynchjustiz »Das Wundertheater« von Hans Werner Henze als neues Partnerstück für Leoncavallos Eifersuchtskrimi »Der Bajazzo«. Eine echte Alternative für Kenner.
Gemordet wird hier wie dort. Ob man den "Bajazzo" mit der "Cavalleria rusticana" kombiniert oder mit dem "Wundertheater" von Hans Werner Henze, ist, was das betrifft, egal. Nur: D...
Stemme als Tosca
SAATSOPER Der Chef kümmert sich selbst um Tosca Franz Welser-Möst übernimmt die Leitung von Puccinis Drama mit Nina Stemme und José Cura. Bei Amtsantritt hat Wiens Generalmusikdirektor versprochen, sich nicht nur um Premieren und Wiederaufnahmen - wie zuletzt, atemberaubend, um die "Frau ohne Schatten" - zu kümmern, sondern auch im Repertoire aktiv...