»Die Jungen arbeiten risikolos«
Im Gespräch. Brigitte Fassbaender tauschte Sänger- und Intendantenleben mit dem Regiesessel und erarbeitet an der Volksoper gerade Brittens Komödie »Albert Herring«.
»Die Presse«, 6. Februar 2014
Es ist ein so geistreiches Stück«, sagt Brigitte Fassbaender auf die Frage, wie man um Publikum für ein hierzulande rares Musiktheaterwerk werben sollte. Die langjährige Intendantin des Innsbrucker Opernhauses inszeniert gerade an der Volksoper in Wien. »Albert Herring« ist freilich Wiener Musikfreunden, die schon länger in die Oper gehen, ein Begriff: Benjamin Brittens hintersinnige Komödie stand im Haus am Gürtel schon einmal auf dem Programm.
Publikumslieblinge wie Adolf Dallapozza und Sena Jurinac engagierten sich Mitte der Siebzigerjahre in der Ära Karl Dönch...
Ein Meister der Spontaneität
Nachruf. Der Maestro aus Mailand, Chef der Scala, der Wiener Staatsoper und der Berliner Philharmoniker, Gründervater des Festivals Wien modern, starb 80-jährig in Bologna, wo er zuletzt das Orchestra Mozart aus Jugendlichen gründete.
Sein Name galt wohl auch vielen, die in ihrem Leben kein Konzert besuchen, als Synonym für klassische Musik. Die Funktionen, die Claudio Abbado in seinem langen Künstlerleben einnahm, zählten zu den gewichtigsten, die das internationale Musikbusiness zu vergeben hat - ob in seiner Heimat Chef der Mailänder Scala, in England Leiter des London Symphony Orchestra, in Wien Chefdirigent ...
Gefürchtete wie angesehene Leitfigur des Kulturjournalismus
Nachruf. Zum Tod von Karl Löbl, dem legendären Kulturchef des ORF, der die Nation fragte: "Lieben Sie Klassik?" und noch "Ja" zur Antwort bekam.
Die "Kredenz auf Radeln" als (zugegeben uncharmante) Charakterisierung einer Wagner-Heroine ist legendär und das Interview, das er auf dem Flughafen Wien-Schwechat mit Dirigent und Opern-Direktor Karl Böhm geführt hat, der daraufhin zurücktreten musste - ein bisschen frech, immer spontan, getrieben vom Ehrgeiz, journalistische Qualität und Professionalität in den Dienst der Kultur zu stellen: Das war Karl Löbl.
Die Beispiele fürs Überbordend...
Domingo hat Grund zum Weinen
Theater an der Wien. Der nun zum Bariton mutierte Publikumsliebling präsentiert sich in untauglicher Umgebung als bedauernswerter Doge von Venedig - zu frühen Verdi-Klängen.
Seit er vollständig zum Bariton mutiert ist, reist der unver wüstliche Plácido Domingo mehrheitlich in der Rolle eines Dogen um die Welt. In Gesta...
Die notorisch ausverkaufte »Fledermaus« im Patschenkino
Livestream aus der Oper. Für die Aufführung der "Fledermaus" am Silvesterabend in der Staatsoper bekommt man traditionsgemäß keine Eintrittskarten. Ab sofort darf man aber live dabei sein, sofern man bereit ist, via Internet zuzuschauen.
Die "Callas der Operette"
Nachruf. Marta Eggerth, die als Wunderkind mit elf auf der Bühne stand, später zum Film wechselte und nach der Emigration am Broadway glänzte, ist tot. Sie wurde 101 Jahre alt.
Das war das Ende des großen österreichischen Illusionstheaters: Marta Eggerth musste 1938 an der Seite ihres Lebens- und Bühnenpartners Jan Kiepura in die USA flüchten. Berühmtheit, Popularität, künstlerische Qualität halfen weder ihr noch ihm, dergleichen waren für die Schergen der Terrorregime des 20. Jahrhunderts keine Kriterien. Doch blieben Wien und die österreichische Unterhaltungskultur im Leben des Künstlerpaares Konstanten, die in ...
Das Kunstwerk als Labyrinth
Ausstellung. Auf der Straße pfeift man seine Melodien noch immer nicht. Doch man sollte sich mit seiner Musik befassen: Das Wiener Schönberg Center bietet unter dem Motto "Der musikalische Gedanke" einen empfehlenswerten Aufholkurs.
Zu Ende gehen das Wagner- Jahr, das Verdi-Jahr - und das Jahr, in dem sich so heftig wie...
Maestros Freude an der Malerei
Philharmoniker. Wieder daheim nach langen Gastspielreisen, präsentierten sich die Musiker unter Andris Nelsons mit Haydn, Mendelssohn und Richard Strauss. Ein Heimspiel.
Zu den liebenswerten Gepflogenheiten im philharmonischen Leben zählt die Beschäftigung von Solisten aus den eigenen Reihen im Rahmen der Abonnementk...
Was soll künftig mit Nikolaus Harnoncourts künstlerischem Kind, dem Concentus Musicus, geschehen? In Melk sucht man zu Pfingsten Antwort.
Eine Zukunftsvision mit barocker Feuerwerksbegleitung
Michael Schade ist nicht nur ein berühmter Tenor. Er ist auch ein umtriebiger Veranstalter mit Zukunftsvisionen. Eines seiner Steckenpferde ist die Nachwuch...
Staatsoper. Musikfreunde, die sich noch einen Funken Naivität bewahrt haben, werden mit der Neuinszenierung von Moshe Leiser und Patrice Caurier, die deftiges Vorstadttheater von anno 1791 mit modernem Leben füllt, ihre Freude haben.
Eine „Zauberflöte“ für Kinder und Kenner
Es wird Musikfreunde geben, denen diese Inszenierung allzu simpel schei...