Kategoriearchiv: Feuilleton

Über »Heliane«

Das musikalische Ventil der Moderne und eine Liebesgeschichte Im Gespräch. Der Dirigent Jac van Steen über das Wagnis, ein Werk von immensen Ansprüchen wie Erich Wolfgang Korngolds "Wunder der Heliane" an der Volksoper einzustudieren. Seit der Wiener Erstaufführung, 1927, hat sich kaum wieder ein Opernhaus an diese Riesenpartitur gewagt.

Jac van Steen studiert an der Wiener Volksoper Erich Wolfgang Korngolds "Wunder der Heliane" ein, eines der ehrgeizigsten Musiktheaterprojekte der Zwischenkriegszeit. In Wien galt die "Heliane" als "ernste" Antwort auf den Sensationserfolg der "Jazzoper" von Ernst Krenek, "Jonny spielt auf". Doch selbst mit Solisten vom Format Lotte Lehmanns und Jan Kiepuras schaffte man es nach der Wiener Erstaufführung im Oktober 1927 auf nicht mehr als 27 Vorstellungen...

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Belcea Quartett

Kurzportrait eines Quartetts - anhand einer Rezension

1. Dezember 2016

Die Auftritte des Belcea-Quartetts gehören zu den luxuriösesten Angeboten, die Freunden der Kammermusik in unserer Zeit gemacht werden. Die Harmonie zwischen den vier Musikern scheint perfekt, technische Vollkommenheit erreicht; man spielt auf dem höchsten Niveau - und reizt bei einem Werk wie Schostakowitschs Drittem Streichquartett die Möglichkeiten voll aus. Das Publikum verfolgt gespannt ein Drama in fünf Sätzen, hält nach dem abschließenden, tröstlich verschwebenden D-Dur-Akkord den Atem an, bevor es zur Ovation ansetzt.

 

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Quatuor Mosaïques

Erich HöbarthAndrea BischofAnita MittererChristophe Coin – Violoncello Am Beispiel einer Rezension, 2016 Was das Quatuor Mosaïques jüngst im Mozartsaal zum Besten gegeben hat, lässt sich nicht in die Rubrik "Klassik" einordnen, obwohl Musik von Haydn, Mozart und Beethoven auf dem Programm gestanden ist. "Was heißt hier klassisch?", möchte man frage...

 

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Tibor Kovac

Neujahrskonzert: Durch die Pause rast Paganini Pausenfilm 2017. Philharmoniker-Geiger Tibor Kovac hat ein neues Ensemble, die Philharmonic Five, und liefert für das mediale Begleitprogramm des Neujahrskonzerts den furiosen Remix "Carneval di Venezia".

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wird auch heuer medial wieder von allerlei musikalischen Zutaten begleitet. In einem Fall werden die Kenner der Wiener Situation vielleicht staunen: Tibor Kovac, der kreative Geiger des Orchesters, präsentiert sich mit einem neuen Ensemble - und einem, wie gewohnt, virtuosen eigenen Arrangement wienerischer Walzerkultur.

Johann Strauß Vater stand bei der rasanten Piece ebenso Pate wie der Allvater aller geigerischen Virtuosität: Nicolo Paganini. Schon der erste Wiener Walzerkönig zollte dem Hex...

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»Falstaff«, McVicar/Mehta

STAATSOPER

Shakespeares Figuren feiern fröhliche Urständ Staatsoper. David McVicars Neuinszenierung von Verdis "Falstaff" besticht dank opulenter Optik, exquisiter Sänger und einer Personenregie, die sensibel auf die von Zubin Mehta magistral herausgearbeiteten Zwischentöne der Musik eingeht.

Das wird jene Kommentatoren, die mit Gewalt die deu...

 

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Alfred Eschwé

Anlässlich der Neuinszenierung der "Zirkusprinzessin" an der Volksoper: Der Wiener Dirigent Alfred Eschwe über Freude an Avantgarde und leichter Muse. Alfred Eschwe studiert an der Wiener Volksoper eine der populärsten Operetten der silbernen Ära ein: Emmerich Kalmans "Zirkusprinzessin". Das Werk ist bekannt, viel gespielt, wenn auch durchaus heikel, was den Orchesterpart betrifft, plaudert der Maestro aus der Probenschule: "Kalman instrumentiert sehr dick, er lässt im Klangspektrum - anders als zum Beispiel Puccini - nicht immer ein Loch für die Frequenzen der Sänger. Für die kann das dann problematisch werden." Wenn der Dirigent nicht aufpasst: "Man muss da ein wenig reduzieren, auch mit Rücksicht auf die besondere Akustik der Volksoper, damit die Balance zwischen Bühne und Orchester sti...

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Ludovic Tezier

Im ,Falstaff' zieht Verdi Bilanz" Im Gespräch. Zwei Verdi-Premieren bietet die Wiener Staatsoper demnächst: Im "Falstaff" singt Ludovic Tezier den Mr. Ford, im "Trovatore" an der Seite Anna Netrebkos den Luna. Der Ford in "Falstaff", der Graf Luna im "Trovatore" - eine Komödienfigur, ein Finsterling? Ludovic Tezier, der in den kommenden beiden Staatsopernpremieren in diesen Rollen angesetzt ist und der demnächst in Londons Covent Garden Opera sein Debüt als Jago in "Otello" feiern wird, hat differenziertere Ansichten zum Thema: "Der Luna hat einen Grund, böse zu sein", sagt er, "anders als der Jago, der vielleicht der Teufel ist - oder wirklich verrückt. Jedenfalls bemerkt Graf Luna am Ende der Tragödie, dass er soeben seinen Bruder hinrichten ließ. Seine Welt bricht zusammen. Das würde Ja...

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Anita Hartig

Wiens Mimi: "Bei mir ist einfach alles dramatisch!" Im Gespräch. Anita Hartig hat ihre Weltkarriere von Wien aus gemacht und bleibt der Staatsoper auch weiterhin treu. Man muss verbrennen in der Kunst", sagt sie, "ich sehe das sehr dramatisch. Ich sehe ja alles dramatisch, denn in meinem Leben geht es nur ums Singen, um die Rollen, die ich zu gestalten habe. Und natürlich um die langweiligen Sachen wie Steuerzahlen. Aber das meiste, das Wichtigste ist die Stimme, sind die Partien, sind die melodischen Phrasen. Ich kann nicht nach einer Probe nach Hause gehen, die Tür hinter mir zumachen und alles vergessen."

Was würde die Künstlerin der kleinen Anita als Rat mit auf den Weg geben, wenn sie ihr aus der Zukunft einen erteilen dürfte? "Ich würde ihr sagen: Analysiere nicht so viel, geh mehr ...

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Orchester-Aufstellung

Was muß ein Dirigent tun, damit wir alles hören können? Im philharmonischen Konzert staunten Wiener Musikfreunde nicht schlecht: Die Musiker nahmen ungewohnte Sitzplätze ein.

Das war eine schöne Überraschung! Vielleicht nicht für die vielen Wien-Touristen, die gern nach jedem Symphoniesatz applaudieren – wie das einst übrigens zu Zeiten von Mozart...

 

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Carmen 2016

Die erfreuliche Leichtigkeit der Tragödie „Carmen“,neu besetzt, rundet als spektakuläre Ensembleleistung den Dreisprung zum Saisonauftakt am Ring ab. Die grandiose Elena Maximova macht das Werk zum subtilen psychologischen Verwirrspiel.

Bizets „Carmen“ dient oft als Vehikel der Schaustellerei reisender Sänger, muß oft für hysterisch überzeichnete ...

 

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