Kategoriearchiv: Feuilleton

Zum Tod des profunden Opernkenners Heinz Irrgeher

1942-2026 (Foto: privat)

Der Jurist, Musikwissenschaftler und langjährige Präsident der „Opernfreunde“ starb 84-jährig nach langer Krankheit. Zuallererst war Heinz Irrgeher einer der gesuchten Gesprächspartner für den Pausentratsch in den Foyers der Wiener Staatsoper. Man kannte ihn. Er war als Präsident des Vereins der Freunde der Wiener Staatsoper (1981-1994) einer der umtriebigsten Musikkenner der Stadt.

Und einer, der dank seiner Kontakte nicht nur über Spitzen- und Misstöne auf der Bühne, sondern auch über die hinter der Szene bestens informiert war. Seine Interviews mit Sängerstars von Birgit Nilsson oder Renata Tebaldi bis Franco Co...

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Rudolf Buchbinders 62. Beethoven-Zyklus zum 80. Geburtstag

INTERVIEWDer Wiener Pianist feiert nicht nur seinen Geburtstag sondern auch den 70. Jahrestag seines Debüts im Konzerthaus – und spielt in aller Welt.

Jede Sonate ist ein eigenes Monstrum!

Im Dezember feiern Sie Ihren Achtziger. Im Wiener Konzerthaus schenken Sie sich selbst und Ihrem Publikum den Zyklus der 32 Beethoven-Sonaten an sieben Abenden.Es ist mein 62. Beethoven-Zyklus!

Das dürfte ein Rekord sein. Nicht Ihr einziger, im übrigen. In welchem Zeitraum ist Ihnen das gelungen?

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Meine 50 Jahre Festspiel-Verzweiflung

Persönliche Chronik. Ein halbes Salzburger Jahrhundert an Höhenflügen und kulturpolitischen Katastrophen. Mangelndes „Wohlverhalten“ wurde aber bisher keinem Intendanten zum Verhängnis.

Es ist ja nicht so, dass man über die Salzburger Kulturpolitik das erste Mal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen muss. Aber die aktuellen Vorgänge übertreffen vieles, was man bisher erlebt hat.

 

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Staatsoper: Ein Gschnasfest bei Mozarts Kaiser Titus

Emily d'Angelo als Sextus (Foto: Staatsioer/Marcella Ruiz-Cruz)

NACHHÖREN IN Ö1

Mittlerweile lautet das Motto bei Premieren der Wiener Staatsoper nur noch: Wird es nur etwas schlimmer als bei der alten Produktion oder wird auch dieses Werk für die kommende Generation vollständig ruiniert. Im Fall von Mozarts Clemenza di Tito darf man Entwarnung ...

 

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Bychkov und seine Tschechische Philharmonie in Wien

Eine Kür für eines der großen europäischen Symphonieorchester mit filigraner Musik von Mendelssohn, Ravel und Strawinsky

Wiener Konzerthaus, Februar 2026

Ein ungewöhnliches Programm als orchestrale Kür: Mendelssohns „Italienische“, Ravels G-Dur Konzert mit der für Beatrice Rana eingesprungenen Alice Sara Ott und Strawinskys komplette „Pulcinella“-Ballettmusik mit Gesang – an diesem Ort in 100 Jahren nur dreimal aufgeführt! – die transparent-filigranen Textur aller drei Werke verlangt von allen Instrumentengruppen brillante, vielfältig differenzierte Leistungen – ohne daß der notorisch satt und dunkel timbrierten Gesamtklang der Tschechischen Philharmonie zu kurz kam.

Das ließ Erinnerungen wach werden an alte Zeiten – die nicht immer gut waren…

 

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José van Dam, der nobelste Opernheld

(1946-2026)

Herbert von Karajans Lieblings-Baßbariton, viel beschäftigt bei den Salzburger Festspielen, starb 85-jährig.

Ein Star? Niemanden wäre es in den Sinn gekommen, den Belgier José van Dam als Star zu bezeichnen. Dazu hat sich dieser Künstler viel zu bescheiden, geradezu verschämt stets im Hintergrund gehalten. Keine „Seitenblicke“- oder „Adabei“-Geschichten, wie das damals noch hieß, keine Skandälchen, kein persönlicher Klatsch und Tratsch – und keine penetranten Werbeaktionen der seinerzeit noch allmächtig wirkenden Schallplattenkonzerne. Es gab zur Salzburger Oster- oder Sommerszeit zwar auch Van-Dam-Plakate zwischen Parfum-Flakons oder Dessous in den Auslagen. Aber nicht so viele wie von Kolleginnen des Sängers oder gar von seinen Dirigenten.

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So engagiert „entnazifiert“ Michael Wolffsohn Herbert von Karajan

Verlag Herder (2026) – 304 S. 26,- Euro

Der prominente Zeitgeschichtler, immer für kontroverse Analysen gut, hat die Dokumente über des Dirigenten Beziehung zum NS-System neu gesichtet und ausführlich kommentiert.

Das Buch wird insofern Staub aufwirbeln, als der prominente Autor sich kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, wie schlampig viele seiner Historiker-Kollegen bis dato argumentiert haben, wenn es darum ging, zu untermauern, was „ohnehin alle wissen“: Der große Dirigenten, Wiener Staatsopern- und Salzburger Festspiel-Chef Herbert von Karajan (1908-1989) hegte starke Sympathien für das Hitler-Regime oder war gar „ein glühender Nazi“.

 

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