* 1941
Accardo war 13 Jahre alt, als er erstmals öffentlich konzertierte. Auf dem Programm standen die Capricci jenes Meisters, mit dessen Namen man den seinen gern verbindet: Nicolo Paganini.
In der Folge gewann Accardo die Wettbewerbe von Vercelli (1955), Genf (1956) und Siena (1957), 1958 dann den Paganini-Wettbewerb in Genua.
Accardo war noch nicht 20, als seine Aufnahme des Tschaikowsky-Konzerts weltweit Furore machte. Die 1963 erschienene Einspielung von Lalos Symphonie espagnole versetzte die Rezensenten dann in Euphorie.
In er Folge hat sich Accardo ein breites Repertoire vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik erarbeitet. Komponisten wie Salvatore Sciarrino schrieben neue Werke für ihn.
Größte Aufmerksamkeit errang Accardo freilich mit seiner Gesamtaufnahme der Violinkonzerte P...
Einer der Lieblings-Tenöre des Wiener Opernpublikums
In den siebziger Jahren war Giacomo Aragall beinahe so etwas wie ein » Haustenor« der Wiener Staatsoper. Seine Auftritte in Rigoletto, Traviata, La Boheme, Manon und Tosca sind unvergessen.Seiner Nervosität zum Trotz hat dieser Sänger doch so gut wie immer überragende Leistungen geboten. Vielleicht war sein sensibles Nervenkostüm sogar notwendig, um dermaßen vollendete Rollencharakterisierungen zu bieten, wie sie ihm offenbar selbstverständlich waren. Einer Weltkarriere, die seinem Können entsprochen hätte, stand es jedoch im Wege.Wie auch immer: Die Wiener Opernfreunde sind dankbar, daß Aragall ihnen über Jahre hin gezeigt hat, in welche Höhen psychologisierender Intensität ein großer Gestalter seine Stimme führen kann.
Aragalls Comebac...
Als Oboist hat Heinz Holliger Karriere gemacht, hat die großen Oboenliteratur mit Orchester und in der Kammermusik in aller Welt musiziert und für Schallplatten aufgenommen - und nie vor heikelsten Aufgaben der zeitgenössischen Musik zurückgescheut. Die Prolbeme der Komponisten in unseren Zeiten kennt er wie kein zweiter Instrumentalist, ist er doch selbst einer der herausragenden schöpferischen Köpfe der sogenannten Neuen Musik im deutschen Sprachraum.
1937 - 2009
Sie war Herbert von Karajans "Salome" und die Brünnhilde einer ganzen Generation
Die Sängerin im Gespräch im Jahre 1995
THOMAS BERNHARD HÄTTE GEWISS FÜR SIE KOMPONIERT
"Ritter, Dene, Voss – intelligente Schauspieler", lautet eine Notiz Thomas Bernhards aus der Zeit der Arbeit an einem der subtilsten seiner Theaterstücke. Wäre Bernhard Komponist gewesen, hätte er vielleicht eine Oper für Hildegard Behrens geschrieben, die "intelligente Sängerin". Wie mit kaum einem ihrer Kollegen läßt sich mit der Behrens nicht nur über allgemein musikalische Aspekte einer Oper reden, sondern auch über Hintergründe, Tiefenschichten, über das geistige Umfeld.
Wenn sie gerade "Wozzeck" probt, wie diese Woche (Dezember 1995) in Wien, wird im Gespräch bald deutlich, wie sehr sich diese Interpret...
Ihre Jugend fiel noch in die Zeit der schweren Diskriminierungen von Farbigen in den USA. Zwar war das Talent der Tochter eines Eisenbahners offenkundig - sie sang mit enormem Erfolg schon als 17-jährige die kräfteraubende Arie der Eboli aus Verdis Don Carlos, »O don fatale«. Doch das Studium am St. Louis Institu...
Die Stimme aus Gold
Goldtöne -- Wahrscheinlich war das die häufigste Assoziation. Die Stimme war unverwechselbar, von strahlender, wahrlich edelmetallisch schimmernder Qualität in der Höhe. Doch das eigentliche Faszinosum war die Gestaltungskraft dieser Künstlerin. Bei Mozart und bei Richard Strauss galt sie über lange Jahre als Idealbesetzung für ...
Abgesehen vom berühmten Budapester Streichquartett, das bald nach seiner Gründung ausschließlich aus russischen Musikern bestand, kamen etliche bedeutende Quartett-Formationen aus Ungarn. Die Namen Léner-, Végh- oder Tatrai-Quartett haben unter Musikfreunden nach wie vor einen guten Klang. Auch das von Sandor Végh 1935 gegründete »Ungarische Streichquartett« konnte sich in die vorderste Liga der internationalen Kammermusik-Ensembles spielen. Végh wechselte kurz nach der Gründung hinter Zoltán Székely ans zweite Geigenpult - und verließ sein Ensemble 1940, um sein eigenes Quartett zu gründen.
Das Ungarische Streichquartett begann seine Laufbahn mit einem Paukenschlag: In der ersten Spielzeit vertraute Béla Bartók den Musikern die ersten europäischen Aufführungen seines Fünften Streichquart...
Zu Zeiten der vielleicht berühmteste "klassische" Trompeter der Welt. André studierte am Pariser Conservatoire und war Solotrompeter der Concerts Lamoureux der Opéra Comique in Paris. Vor allem die Bach-Aufnahmen unter der Leitung von Karl Richter mit dem Münchner Bach Orchester wurden berühmt
Mit Herbert von Karajan nahm André einige der beliebtesten klassischen Trompetenkonzerte jenseits von Haydn auf.
Am Beginn ihrer großen Karriere steht der Name einer bedeutenden Kollegin: Janet Baker gewann 1956 in London den Kathleen Ferrier Preis. Dieses »Mozartjahr« markierte auch in ihrem Studium eine Zäsur: Aus ihrer englischen Heimat übersiedelte die junge Künstlerin nach Salzburg, um ihre Ausbildung am Mozarteum abzuschließen. Ihren ersten pr...
1933 - 2018
Gewiß, es sind große Interpretinnen im Sopranfach nachgerückt, es gibt sie, die Diven, die Primadonnen des angehenden XXI. Jahrhunderts. Und doch hat man im Oktober 2018 allenthalben gelesen, daß »die letzte Primadonna«, Montserrat Caballé, 85-jährig in ihrer Heimatstadt Barcelona nach langer Krankheit gestorben sei.