Kategoriearchiv: Feuilleton
Edith Farnadi

Eine der herausragenden Pianistinnen des XX. Jahrhunderts, die einige singuläre Aufnahmen hinterlassen hat, die Interpretationsgeschichte geschrieben haben: Bartóks Zweites Konzert und die Liszts-Konzerte (unter Scherchen) gehören zu den Aufnahme-Klassikern.
Edith Farnadi kam 1911 in Budapest als Tochter einer Klavierlehrerin zu Welt. Sie wuchs in bürgerlichen Verhältnisse auf und begann bereits im Alter von vier Jahren mit dem Klavierunterricht bei ihrer Mutter, Anna Breitner.
Ab 1921 besuchte sie Ernó-Fodor-Musikschule in Budapest.
1923 tritt sie in die Budapester Musikakademieein um bei Arnold Székely (einem Enkelschüler Franz Liszts) und eine Zeitlang auch bei Béla Bartók zu studieren.
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Elisabeth Gruemmer
1911 - 1986
Sie besaß eine der schönsten Stimmen des XX. Jahrhunderts, weich und warm tönend, dabei strahlend und klar bis in höchste Höhen - ein Sopran dieses Formats war zu allen Zeiten rar. Elisabeth Grümmer sang ihre Partien - den Octavian im Rosenkavalier, die Elsa im Lohengrin, Mozarts Gräfin, Fiordiligi, Pamina und Donna Anna mit seelenvoller Hingabe und führte als Eva das Meistersinger-Quintett so innig an wie kaum eine Zweite.
Grümmer stammte aus dem Elsaß und wuchs in Meiningen auf, wo sie Theaterluft schnupperte und gefangen war: Schon als Minderjährige durfte sie mit Erlaubnis ihres Vaters als Schauspielerin agieren. Die Entdeckung ihrer Stimme darf man niemand Geringeren als Herbert von Karajan zuschreiben, der als Generalmusikdirektor in Aachen einen zweiten Kapellmeis...
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Jehan Alain
1911-1940
Jehan Alain kam 1911 in Saint-Germain-en-Laye, dem Geburtsort Claude Debussys zur Welt. Er war das älteste von vier musisch talentierten Kindern, die in einem Haus aufwuchsen, in dessen Wohnzimmer der Vater Albert, ein Komponist und Organist, eine raumgreifende dreimanualige Pfeifenorgel gebaut hatte. Nach einigen Jahren Klavierunterri...
Felix Galimir
1910 - 1999

Die antisemitische Haltung der Musiker der Wiener Philharmoniker führte dazu, daß einer der begabtesten jungen Geiger Wiens bereits lange vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Wien emigrierte: Felix Galimir, der das Probespiel gewonnen hatte, wurde von Teilen des Orchesters abgelehnt und ging daher zunächst nach Palästina, wo ihn → Bronislaw Huberman ins neu gegründete Vorgängerorchester des heutigen Israel Philharmonic aufnahmen.
Toscaninis Konzertmeister
Doch 1938 übersiedelte Galimir in dei USA und wurde dort Konzertmeister im von Arturo Toscanini geleiteten NBC-Orchester, wo er bis Anfang der Fünfzigerjahre tätig war. Danach war er ein gesuchter Lehrer, dem unter Geigern alle Ehren zuteil wurden. Er starb 89-jährig als lebende Legende. Doch in seiner Heimat war er vergessen.
Galimir hatte bereits als Teenager mit seinen musizierenden Schwestern das Galimir Quartett gegründet. Zum Gedenken an Beethovens 100. Todestag, 1927, begannen die vier gemeinsam zu musizieren.
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Eugenia Umińska
1910 - 1980 Umińska, in Warschau gebren, studiert am Konservatorium ihrer Heimatstadt und holte sich als Geigerin den letzten Schliff bei Otakar Ševčík und George Enescu. 1932 nahm sie für zwei Spielzeiten ein Engagement als Konzertmeisterin des Orchesters des polnischen Rundfunks an. Danach war sie zweite Konzertmeisterin der Warschauer Philharmoniker. Sie war auch Primaria des Streichquartetts der Warschauer Musikgesellschaft.
Für Karol Szymanowski war sie Duo-Partnerin und einflußreiche Ideen-Geberin für dessen Violinkompositionen. Während der Zeit der deutschen Besatzung und des Weltkriegs musizierte sie vor allem als Trio-Partnerin von Kazimierz Wiłkomirski (Cello) Maria Wiłkomirska - und zwar in halb-offiziellen Konzerten in Kaffeehäusern. Um Angeobte für Konzerte vor den deutschen...
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Willi Boskovsky
1909 - 1980
Boskovsky wirkte ab 1935 als Professor an der Wiener Musik-Akademie und wurde 1939 Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Kammermusiker arbeitete er mit eigenen Ensembles, gründete 1948 das Wiener Oktett und nahm in dieser Konstellation zahlreichen Schallplatten auf.
25 Jahre »Neujahrskonzert«
Berühmt wurde er als geigender Dirigent des traditionellen Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker, das er zunächst als Einspringer nach dem unerwarteten Tod des Konzert-Gründers Clemens Krauss übernahm, dann aber ein Vierteljahrhundert lang en suite leitete.In der Ära Boskovsky begannen die Liveübertragungen des Neujahrskonzertes via TV, was zur weltweiten Popularität des Künstlers beitrug.Für die Nachwelt wichtiger sind wohl die kammermusikalischen Aufnahmen für die Decca, die nicht zuletzt dank des Engagements des Konzertmeisters bald zum Exklusiv-Label der Wiener Philharmoniker werden sollten. Die kammermusikalischen Aufnahme bergen Erinnerungen an eine wienerische Spielkultur, die seither immer weniger greifbar geworden scheint.
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Karel Ančerl
1908-1873
Karel Ančerl absolvierte die Meisterklassen für Komposition (bei Alois Hába) und Dirigieren (bei Vaclav Tálich und Hermann Scherchen) in Prag und war ab 1933 viel beschäftigter Dirigent von Rundfunkkonzerten in der tschechischen Hauptstadt. Während des Zweiten Weltkriegs und des deutschen »Protektorats« war Ančerl er in Konzentrationslagern inhaftiert. Ein erstes Filmdokument in einem der zynischen Propagandafilme des Deutschen Reichs zeigt ihn als Dirigenten des Orchesters in Theresienstadt. Den Transport nach Auschwitz hat Karel Ančerl als einziger seiner Familie überlebt.
Wieder in Freiheit engagierte ihn das Prager Opernhaus als Dramaturg und Kapellmeister. Rafael Kubelik ersetzte in dieser Zeit Ančerls Lehrer Tálich, der während der nationalsozialistischen Dominanz Chefdir...
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Karel Ančerl
1908 - 1973 Karel Ančerl absolvierte die Meisterklassen für Komposition (bei Alois Hába) und Dirigieren (bei Vaclav Tálich und Hermann Scherchen) in Prag und war ab 1933 viel beschäftigter Dirigent von Rundfunkkonzerten in der tschechischen Hauptstadt. Während des Zweiten Weltkriegs und des deutschen »Protektorats« war Ančerl er in Konzentrationsla...
Joseph Beer
Der Meister der »Polnischen Hochzeit«
1908 - 1987
Beer ist einer jener Komponisten, deren Karriere durch die nationalsozialistische Machtübernahme unterbrochen und zunichte gemacht wurde. Geboren in Gródek, einem kleinen Städtchen am Fluß Bug nahe Lemberg, war frühzeitig musikalisch begabt, mußte aber auf Drängen seines Vaters, eines Bankiers, zunächst einmal ein Jus-Studium beginnen, bevor er nach Wien übersiedeln durfte. In Wien erkannte man sein Talent und Joseph Marx akzeptierte Beer, ohne daß er die Grundkurse an der Akademie zu absolvieren hatte, sofort als Kompositionsschüler in seiner Meisterklasse. 1930 absolvierte er sein Akademie-Studium mit Auszeichnung und wurde Ballett-Dirigent eines Ensembles, das er dann auf ausgedehnten Tourneen – nicht nur durch Österreich, sondern auch nach Palästina – begleitete.Bei dieser Gelegenheit lernte er Franz Lehárs Librettisten Fritz Beda-Löhner kennen, der ihn unter seine Fittiche nahm.
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