Kategoriearchiv: Feuilleton

Kapralova Orchesterwerke

Eine 2024 erschienene Doppel-CD des Labels cpo lenkt die Aufmerksamkeit auf eine frühverstorbene Schülerin von tschechischen Musikgrößen vom Format eines Josef Suk oder Vaclav Tálich: Vítězslava Kaprálová. Die junge Frau, die bemerkenswerte Stücke publizierte, starb 25-jährig. Was hätte aus ihr werden können ...

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Paul Tortelier

1914 - 1990

Paul Tortelier ist der rare Fall eines bedeutenden Musikers, der seinen Beruf nicht aus Neigung wählte, sondern weil die strenge, selbstbewußte Mutter ihn zum Cellisten bestimmt hatte bevor er geboren wurde! Der Eindruck, den das Spiel eines Cellovirtuosen auf Frau Tortelier gemacht hatte, war so stark, daß sie für ihren Sohn diese Laufbahn auserkor.

Tatsächlich zeigte der kleine Paul Talent und absolvierte sein Studium am Pariser Konservatorium schon mit Sechzehn bravourös mit einem Ersten Preis. In der Folge schrieb er sich noch für das Theoriestudium ein und erlangte in Harmonielehre ebenfalls einen Ersten Preis - ex aequo mit seinem Studienkollegen, dem Komponisten Henri Dutilleux.

Das gelungene Konzertdebüt mit dem Lalo-Konzert im Rahmen der Concerts Lamoureux hatte ...

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Ferenc Fricsay

1914 - 1963

Fricsay war noch in der österreichisch-ungarischen Monarchie zur Welt gekommen, erlebte zwei Weltkriege und starb nach seiner Flucht aus dem kommunistischen Ungarn als österreichischer Staatsbürger. Dennoch blieb er im Gedächtnis als Interpret der großen ungarischen Meister - und als großer Mozartianer unter den Maestri seiner Generation.

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Rafael Kubelík

1914-1996 Böhmens stiller großer Musikant Das Leben hat ihm übel mitgespielt: Daß Rafael Kubelik seine letzten Lebensjahre zurückgezogen verbrachte, war einer Gelenkserkrankung zuzuschreiben, die ihm das Dirigieren unmöglich machte.Das letzte Jahrzehnt seines Daseins war geprägt von Schmerzen und auch von einer erzwungen Enthaltsamkeit von dem, was einstmals sein Jungbrunnen gewesen war. Das Musikmachen hatte der tschechische Dirigent im Blut. Sein Vater Jan Kubelik war einer der führenden Violinvirtuosen der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts. Das musische Talent des Sohnes war bald offenkundig und wurde in der Heimat mit offenen Armen aufgenommen. Rafael Kubelik galt bald als eigenständiger Künstler, der jenseits der vom Vater gebahnten Wege durchaus selbst seinen Mann stehen konnte. Dir...

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Jorge Bolet

1914 - 1990

Zwei Schwestern des aus ärmsten Verhältnissen in Havanna stammenden Jorge Bolet hatten es zu einem guten Leben in den USA gebracht - und sie vermittelten ihren kleinen Bruder ans soeben gegründete Curtis Institute in Philadelphia. Dort spielte Bolet im Alter von 12 Jahren vor. Er hatte das Klavierspiel bei seiner zehn Jahre älteren Schwester gelernt.

Am Tag als ich geboren wurde, hörte ich sie Klavier spielen. und danach täglich wieder. Ich wollte nie etwas anderes werden als Pianist.

Am Curtis Institute, dessen Klavier-Abteilung Josef Hofmann leitete, wurde niemand Geringerer als Leopold Godowskys Schwiegersohn David Saperton Bolets Lehrer. Ihm verdankt Bolet seine fabelhafte technische Meisterschaft. Im übrigen wurde Bolet nie müde, seine großen Vorbilder zu bennnen:&nb...

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Rudolf Firkušný

1912 - 1994 Als Schüler von Leoš Janáček wurde der mährische Pianist zu einem der bedeutendsten Interpreten des XX. Jahrhunderts. Firkušný galt als Wunderkind und wurde seit seinem siebenten Lebensjahr in Brünn von Leoš Janáček unterrichtet. Seine Studien setzte er von 1928 an in Prag fort, wo ihn unter anderem Josef Suk in Komposition unterwies. Firkušný trat zu Beginn seiner Karriere als Komponist und Pianist gleichermaßen hervor. Er war acht Jahre alt, als er erstmals in Prag konzertierte und gastierte mit elf bereits in Wien, wenig später auch in Berlin. 1938 debütierte Firkušný in New York. Die USA wurden bald seine Wahlheimat, nachdem er Während der deutschen Besetzung der Tschechoslowakei geflohen war. In New York widmete er sich nicht zuletzt Konzerten mit Klaviermusik Leoš Janáček...

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Kathleen Ferrier

1912 - 1953

Die englische Altistin gehört zu den Sänger-Legenden des XX. Jahrhunderts - die Intensität ihres Singens war unvergleichlich; ihre Interpretation der Alt-Sätze aus Gustav Mahlers Lied von der Erde galt noch ein halbes Jahrhundert nach dem Tod der Künstlerin als maßstabsetzend und kaum übertroffen. Der frühe Krebs-Tod Ferriers trug zur Mythenbildung noch bei.

Ferrier stammte aus armen Verhältnissen und mußte die Schule mit 14 verlassen, um als Telfonistin Geld für die Familie zu verdienen.

Damit finanzierte sie auch ihr Klavierstudium an der Royal Academy in London. Als Pianistin gewann sie Wettbewerbe. Gesungen hat sie zunächst nur in Chören. Sie musizierte während des Zweiten Weltkriegs auch mit jungen Kollegen auf Tourneen durch ganz Großbritannien, um Musik zur Bevölkerung zu bringe.

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Sergiu Celibidache

1912 - 1996 Ein Stachel im Herzen Sergiu Celibidaches Leben war zwischen Extremen aufgespannt: Liebe und Haß.

Chronologie

Liebe und Haß - wüste Beschimpfungen, Beifallsorkane, leidenschaftliche Kritiker-Verrisse, Blumenregen, Skandale, Liebesbeweise: Wo Sergiu Celibidache war, brauchte für Erregung nicht gesorgt werden. Sie war durch seine bl...

 

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John Cage

1912 - 1992 Von den Studenten aus den Meisterklassen Arnold Schönbergs war der aus Los Angeles gebürtige John Cage bestimmt der, dem die originellsten Beiträge zur musikalischen Avantgarde gelangen. Cage, der sich als Jugendlicher, unterrichtet von seiner Tante, für die Musik von Edvard Grieg begeisterte, lernte bei seinen Studien in Paris die avantgardistische Architektur und Literatur der Dreißigerjahre des XX. Jahrhunderts kennen, studierte neugierig die Sprachkunst von Kurt Schwitters und James Joyce.Zurück in den USA, arrangierte er unter anderem auch Ausstellungen mit Werken von Paul Klee oder Wassily Kandinsky.Auf Einladung von Max Ernst und Peggy Guggenheim konnte sich Cage in der New Yorker Kunstszene der frühen Vierzigerjahre etablieren. Ein Schlagzeug-Konzert im Museum of Modern...

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Jean Fournier

1911 - 2003

Der Name Fournier ist in der Musikwelt besetzt mit jenem des großen Cellisten Pierre Fournier. Er war Jean Fourniers älterer Bruder und wurde zu einem der bedeutendsten Musiker des XX. Jahrhunderts. Doch auch Jean war ein fabelhafter Musiker, der in der Erinnerung von Kennern vor allem als Triopartner von Antonio Janigro und Paul Badura-Skoda fortlebt. In dieser Konstellation entstanden einige schöne Kammermusik-Schallplatten, darunter eine noble, dezent, aber feinsinnig differenzierend musizierte Gesamtaufnahme der Mozart-Klaviertrios, einiges von Haydn und ein beseeltes Beethovensches Erzherzogstrio

Im Duo war Jean Fournier häufig mit seiner Ehefrau, der Pianistin Ginette Doyen zu erleben. Mit ihr hat er die vielleicht allerbeste Aufnahme der beiden Violinsonaten Ga...

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