Kategoriearchiv: Feuilleton

Müde Bostoner

Ozawa und die Bostoner waren in Wien müde Wie sagt man's behutsam genug einem Dirigenten, den man schätzt, und einem Orchester, das gewiß zu den besten der Welt zählt, daß sie in Wien nicht wirklich großartig musiziert haben?

Am Ende einer langen Tournee darf wohl auch ein Spitzenensemble übermüdet sein. Die Bostoner wären nicht das erste, dem das...

 

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Spontini in Mailand

Vestas Feuer leuchtet nicht allen Die Mailänder Scala eröffnete heuer mit einer »Ausgrabung«. Spontinis »Vestalin«, seit Callas' Zeiten nicht mehr gespielt, gefiel unter Riccardo Mutis Leitung.

Das Stück, dessen simple Handlung durchaus unzeitgemäß von den Tugenden Keuschheit und Pflichtbewußtsein erzählt und noch dazu von Göttin Vestas Gnaden ei...

 

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Heltau im Gespräch

Weglassen, immer mehr weglassen" Michael Heltau gibt in der Volksoper den Professor Higgins in "My Fair Lady" und schwärmt im Gespräch von Shaw und dem Ronacher.

Wenn er sich nicht für etwas begeistern kann, ist er's nicht. Wann immer man Michael Heltau trifft, ist er von einem oder mehreren Gedanken beseelt. Meist von mehreren. Jetzt gerade, weil mitten in der Probenarbeit für Frederick Loewes "My Fair Lady", hat es ihm George Bernard Shaw angetan. "Der ist das Kapital dieses Stückes", sagt er, "für so viele Dinge des Lebens sind da Lehren, Wegweiser versteckt, aber ganz ohne erhobenen Zeigefinger! Leben und leben lassen, Mann und Frau, das soziale Engagement, darüber wird da so viel erzählt, und ganz ohne Polit-Theater." Im Gegenteil, schon in Shaws Original, in dem Heltau nie aufgetret...

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Lucia Popp

Die Seelenstimme Lucia Popp erlag am Dienstag, 54jährig, einem Krebsleiden. Das Musiktheater verlor eine der beseeltesten Stimmen des Jahrhunderts.

Sie war am hinreißendsten, wenn sie ihre warm timbrierte, satte Sopranstimme ruhig und seelenvoll verströmen durfte: Mozart also war ihre ureigenste Domäne. Ihre Rosenarie vergißt nicht, wer sie hören durfte. Noch viel weniger die unendliche g-Moll-Traurigkeit ihrer Pamina, während derer die Zeit stillzustehen schien. Es hat immer die berühmten Schrecksekunden gebraucht, bis Lucia Popp nach diesem, ihrem vielleicht allerbesten Glanzstück in der "Zauberflöte" Applaus bekommen hat. Die Erfolgverwöh...

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Manon, vertanzt

Tanz mit Herz und Seele "Manon" als Ballett ist, das weiß man seit Sonntag abend auch in Wien, keine Marotte eines Choreographen. Dem Massenet-Tanzverschnitt Kenneth MacMillans war in der Staatsoper ein voller Erfolg beschieden.

Die Wiener Truppe hat damit endlich eine wirklich dankbare neue Aufgabe gefunden. Denn "Manon" in dieser Form bietet zum...

 

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Schiff dirigiert

Musikant mit Bogen und Stab Heinrich Schiff präsentiert sich in Wien wieder einmal als Dirigent. Der Meistercellist widmet längst fünfzig Prozent seiner künstlerischen Tätigkeit dem Dirigieren.

Das ist nicht, weil mir das Cellospielen so langweilig geworden wäre", versichert er, lebhaft und eloquent wie eh und je. Aber die Zusammenarbeit mit einem Orchester fasziniert ihn mindestens ebenso wie das Ausfeilen des beschränkten Cellorepertoires. Außerdem: "Die Musik Mozarts oder Schuberts, die Cellisten so gut wie vorenthalten ist" - sie liebt Heinrich Schiff ganz besonders. Das Dirigieren gibt ihm Gelegenheit, sich auch als Interpret und nicht nur als Hörer damit zu beschäftigen. Am 28. und 29. November gastiert der Dirigent Schiff mit der Northern Sinfonia aus Newcastle im Wiener Konzerthau...

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Szabos »Troubadour«

Verdi in Schutt und Asche Skandalös im neuen Wiener "Troubadour" war vor allem das Benehmen eines Teils des Publikums, der meint, es ließen sich norditalienische Premierenverhältnisse ohne den dazugehörigen Witz nach Wien verpflanzen.

So wenig gegen berechtigte Mißfallenskundgebungen nach einer Vorstellung vorzubringen ist, so unerzogen nehmen sie...

 

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Publikumsfavorit Sokolow

Der neue Liebling Grigorij Sokolow, Tschaikowsky-Preisträger des Jahres 1966 hat den schwierigen Weg vom Wettbewerbssieger zur international anerkannten Pianistengröße geschafft. Im Musikverein begeisterte er jüngst mit Chopin, Brahms und Prokofieff.

Hatte er mit seinen bisherigen Wien-Gastspielen vor allem die Insider zu staunender Bewunderung hi...

 

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Mutis Opern-Comeback

Der Siegelbewahrer Riccardo Mutis Comeback in der Staatsoper war ein Triumph. Zwei, drei Randalierern zum Trotz erntete der Dirigent nach Mozarts "Figaro" Ovationen.

Der vor der Pause inmitten des Auftrittsjubels für Muti artikulierte Unmut war vielleicht auf die Enttäuschung von Vorurteilen zurückzuführen. Der Dirigent, seit Anfang der achtziger ...

 

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Ronacher, erneuert

Gold und Silber, Kraut und Rüben Das Ronacher ist wieder eröffnet. Und nur die allgemeine Freude, die man in Wien über diese Tatsache empfindet, rettet ein Orchester vom Range der Philharmoniker vor dem Vorwurf, sich an dem peinlichen Premieren-Tingel-Tangel beteiligt zu haben.

Daß sich der private Veranstalter im altehrwürdigen Ambiente zwecks un...

 

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