Kategoriearchiv: Feuilleton

Haubenstock-Portrait

WERKE

Steter Zukunftsglaube Auf der Suche nach dem offenen Kunstwerk verbringt Roman Haubenstock-Ramati sein Künstlerleben. Allem Dickicht zum Trotz hat er auf strapaziösen Pfaden die Orientierung nicht verloren.

Im Gefolge der Schönberg-Schule hat er, jenseits von dem, was ein erfolgreicher Kollege einmal "serielle Happenings" genannt hat, die Neugier nicht verloren, wie den Klängen, die uns umgeben, neue Gesetze abzulauschen wären.

Haubenstock-Ramatis Musik war nie - auch im zwölftönigen Anfang nicht - in Gefahr, einen formalen Scheinkrieg zu kämpfen, wie etwa Schönberg ihn zuweilen geführt hat, wenn er vorgeblich neuen Techniken alte Suitenund Serenaden-Käppchen überstülpte. Haubenstock war sich vom ersten Moment an bewußt, daß wirklich "neue" Musik aus sich heraus auch neue Formen...

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Götz Friedrich über Berlin

»Laßt uns die drei Opernhäuser« Götz Friedrich, Intendant der Deutschen Oper Berlin, im Gespräch: „Wir können nur reden, reden, reden, daß man uns die drei Opernhäuser in dieser Stadt läßt."

Was ich schon nicht mehr hören kann ist der Satz: Die Häuser müssen jetzt Profil beweisen. Also: Entweder man hat eins. Oder man findet eins. Wir haben ja unser Profil. Die Komische Oper von Harry Kupfer hat ihr Profil. Und die Staatsoper unter den Linden will und muß eine neue Identität finden. Sie holt auch auf, nicht zuletzt auch durch Budget-Unterstützungen, um es mal gelinde zu sagen." Götz Friedrich, Chef der "Deutschen Oper" im Westen seit 13 Jahren, weiß wovon er spricht. "In dieser Stadt hat es immer drei Häuser gegeben. Jetzt will man uns weismachen, das sei ein Relikt der Frontstadtzeit. Da...

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witold lutoslawski

Von der wahren, guten und schönen Musik Witold Lutoslawski ist tot. Die Neue Musik hatte wenige Männer seines Formats, die echte Avantgardisten waren. Echt, weil sie Fortschritt verstanden, wie er nur sein kann: aus Tradition geboren.

Auf Béla Bartók hat der Pole nicht nur eine Trauermusik komponiert. Der ungarische Meister war für den knapp dreißig Jahre Jüngeren das große kompositorische Vorbild. So viel läßt sich jedenfalls an den frühesten Stücken von seiner Hand ablesen. Da gab es - und gibt es im heutigen Konzertgebrauch noch immer - das "Konzert für Orchester", dem Bartók nicht allein den Titel geliehen hat, sondern auch vieles von se...

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Luisis mutiger Einstand

Luisi bei den Tonkünstlern

Der designierte Chef der Tonkünstler präsenierte sich mit einem waghalsigen Programm: Schönbergs Klavierkonzert vor der Pause, Mahlers Fünfte danach. Er triumphierte.

Natürlich wird kein Dirigent der Welt in einem Zug mit dem Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester höchste Klangkultur erzielen. Allzu ungleich sind ...

 

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Berios Quartett Nr. 3

Es flüstern die besten Geigen Luciano Berio hat sich ein drittes Streichquartett ausgedacht, voll flüsternder Geheimnisse und changierender Farben. Das Schwerste war ihm gerade gut genug, denn komponiert hat er für das Alban Berg Quartett.

Das Alban Berg Quartett musiziert angesichts der jenseitig komplizierten Verwicklungen einer solchen Partitur...

 

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Marialuise Jaska Portrait

Marialuise Jaska Sie tanzt am kommenden Samstag erstmals das Mädchen in Bartóks "Wunderbarem Mandarin" und erzählt im Gespräch über ihre Pläne. Marialuise Jaska meint, daß die Zeiten, in denen man in Wien nur abendfüllende Klassiker spielen konnte, vorbei seien: "Wir wollen das Publikum, das bei den Tanzfestivals in den Messepalast kommt, auch in die Oper locken." Gelingen soll das unter anderem mit zwei sehr unterschiedlichen Arbeiten von Uwe Scholz, Jahrgang 1958, hervorgegangen aus John Crankos Stuttgarter Truppe, Chef in Zürich und Leipzig. Von ihm kommen am Samstag ein Ballett nach Schumanns Zweiter Symphonie und - "weniger choreographiert als inszeniert", wie er sagt - der "Mandarin" nach Wien. Die Jaska hat er sich ausdrücklich gewünscht.

"Es ist schon so, daß ich immer drankomm', ...

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Londoner Orchester-Schlacht

26. Jänner 1994 I Sinopoli und der Krieg Londons Orchesterschlacht wird derzeit friedlich in Wien ausgetragen. Gastspiele ermöglichen einen Einblick in die künstlerische Situation der vom finanziellen Ruin bedrohten Ensembles. Das Philharmonia macht den Anfang - und hinterließ einen zwiespältigen Eindruck.

Giuseppe Sinopolis Einstand geriet mit Ma...

 

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Colin Davis dirigiert »Idomeneo«

Zurück in die Mozart-Zukunft »Idomeneo« in Wien, das bedeutet allen Retuschen zum Trotz Restbestände einer problematischen Inszenierung Johannes Schaafs aber reines Mozartglück im Orchestergraben: Sir Colin Davis dirigiert.

Ein dankbares Publikum nahm den gern gesehenen Gast diesmal besonders freundlich auf. Die offenkundig ebenso dankbaren Philha...

 

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Grand Macabre Erstaufführung

PREMIERE BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN

ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG IN WIEN Allerleigraun Le Grand macabre, György Ligetis theatralische Apotheose der Unappetitlichkeit, erlebte nach vielen Jahren seine österreichische Erstaufführung - in einer bemerkenswerten Produktion des Wiener Operntheaters im Jugendstiltheater.

Michel de Ghelderodes Stü...

 

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Honecks »Philharmonisches«

Manfred Honeck in Salzburg Zehn Jahre lang war er Bratschist der Philharmoniker, nun steht er in Salzburg als Dirigent vor seinen ehemaligen Kollegen. Seit dem Amtsantritt von Alexander Pereira fungiert der junge Vorarlberger als erster Kapellmeister der Zürcher Oper. Während seiner Zeit als Philharmoniker konnte Honeck die größten Dirigenten studieren. "Von Karajan, Kleiber und Bernstein habe ich ungeheuer viel gelernt," bekennt er im Gespräch und gibt sich zuversichtlich, als ehemaliger Kollege viele "Fehler", auf die Musiker allergisch reagieren, nicht zu machen. "In meinem Leben ist alles auf glückliche Weise immer zur rechten Zeit gekommen. Mein Engagement im Orchester, die Berufung nach Zürich, viele Dirigier-Einladungen." Und jetzt eben die Mozartwoche -"mit Klassik", meint Honeck, ...

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