Kategoriearchiv: Feuilleton

Friedrich Gulda

Vollkommenheit und Verweigerung Friedrich Gulda ist tot. Meisterpianist, Enfant terrible, begnadeter Mozart- und Beethovenspieler, wienerisches Original und Feind jeglichen musikalischen Establishments. Er verstarb Donnerstag in seiner Wohnung am Attersee.

Wer die Nachricht vom Tode Friedrich Guldas vernimmt, ist bestürzt und denkt an - Beethoven, Mozart, Schubert. Genauer: an unvergleichliche Erlebnisse, die Gulda mit der Musik dieser Meister bescheren konnte. Wenn er wollte. Man weiß, daß der Pianist immer seltener, zuletzt so gut wie gar nicht mehr gewollt hat. Friedrich Gulda war ein Verzweifelter. Das sprach auch aus einem erschütte...

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Kupfers »Zauberflöte«

Ein cooles Bubenstück Harry Kupfer hat Mozarts »Zauberflöte« aus seiner Komischen Oper Berlin nach Salzburg transferiert: kühles, aber schlüssiges, knapp und klar erzähltes Theater.

Harry Kupfer faßt sich kurz. Seine fünfte "Zauberflöte" ist in Rekordzeit zu Ende. Die Dialoge sind auf ein Mindestmaß gestrafft. Da auch Bruno Weil im Orchestergr...

 

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Berliner »Walküre«

Am Ende sorgt doch der Dirigent für die wahre Größe in der Oper Berlin, die Stadt zweier großer Opernhäuser, bietet auch Wagner zweifach. Im Westen dirigiert Christian Thielemann den »Ring«. Das ist ein Ereignis.

Fast zwei Jahrzehnte alt ist Götz Friedrichs Inszenierung von Wagners »Ring des Nibelungen« in der Deutschen Oper Berlin. Doch ist an d...

 

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Wege zu Mozart

Mozart in beiderlei Gestalt Andras Schiff und Nikolaus Harnoncourt sorgten für zwei sehr unterschiedliche Konzerterlebnisse anläßlich der Salzburger Mozartwoche.

Der Pianist Andras Schiff präsentierte im Mozarteum drei Mozart-Klavierkonzerte und animierte vom Bösendorfer aus die exzellente Cappella Andrea Barca zu flüssigem, elegantem, in jeder Ph...

 

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»Missa« zum Jahreswechsel

»Von Herzen zu Herzen« Die Missa solemnis von Ludwig van Beethoven stand an Stelle der Neunten Symphonie diesmal auf dem Silvesterprogramm des Konzerthauses. Wladimir Fedosejew gestaltete eine kraftvolle, zuletzt tatsächlich bewegende Wiedergabe.

Vor der großen Messe Ludwig van Beethovens verspüren die Interpreten nach wie vor eine gewisse Scheu. ...

 

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»Frau ohne Schatten«

So richtig nett ist's nur im Bett Die Frau ohne Schatten als psychoanalytische Sitzung. Das offenbart: Manche Regisseure sind dem Geheimnis der Kunst gegenüber mindestens so hilflos wie die Jünger Sigmund Freuds gegenüber der Seele des Menschen. Im Gefolge dieser Premiere kam es zu einer heftigen Debatte zwischen dem Rezensenten und dem Direktor de...

 

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Schmidt in Oslo

Erstaufführung Franz Welser-Möst führte die Osloer Philharmoniker zu einer bewegenden Aufführung von Franz Schmidts vierter Symphonie.

Es sind manchmal einige wenige oder gar einzelne Dirigentenpersönlichkeiten, die für die Durchsetzung von verkannten Genies sorgen. So war es bei Gustav Mahler. So könnte es bei Franz Schmidt sein. Das OEuvre des S...

 

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Harnoncourt ist 70

Der Pfadfinder Gottes im Musik-Universum Versuch über einen der erstaunlichsten Musiker unserer Zeit.

Er macht es einem nicht leicht. Mühelos kann man ein glühender Harnoncourt-Anhänger sein. Ebenso mühelos kann man seine Kunst ablehnen. Nur eines kann man sicher nicht: den Aktivitäten dieses Künstlers emotionslos gegenüberstehen. Wie das so ist b...

 

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Menthas Einstand

Einer wird kommen, der wird singen... Den "Zarewitsch", Lehars ersten ernsthaften Versuch, die Operette zur tragischen Kunstform zu machen, hat Volksoperndirektor Dominique Mentha für seine erste Inszenierung am Hause auserkoren. Mag sein, daß das Ergebnis irgendwie als Tragödie zu empfinden war. Das Publikum reagierte jedenfalls freundlich.

Direk...

 

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Roland Geyer

»Direktor Holender soll mir nichts vorrechnen!« Roland Geyer, Musikintendant, im "Presse"-Gespräch über die Bespielung des Theaters an der Wien - und andere aktuelle Fragen.

Nach vieldiskutierten Anfängen konnte heuer erstmals Wiens Sommerfestival "Klangbogen" unter Führung Roland Geyers einen international beachteten Akzent setzen: Die Aufführung von Spohrs "Faust" geriet zum unumstrittenen Erfolg. Wie beim erfolgreichen Wiener "Osterklang" hofft Geyer nun auch im Sommer auf dem richtigen Kurs zu segeln: "Wir haben", erzählt er, "mit Bertrand de Billy einen hervorragenden Dirigenten, der in den kommenden Jahren konsequent im Theater an der Wien arbeiten wird. Außerdem können wir 2000 mit der Tango-Oper ,Maria de Buenos Aires', die Gidon Kremer betreuen wird, verstärkt ein junges Publikum...

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