Kategoriearchiv: Feuilleton
Iannis Xenakis
Der Schrei der Moderne Avantgarde-Komponist Iannis Xenakis ist am Sonntag 78jährig in Paris gestorben. Als in den fünfziger Jahren Stücke wie „Metastaseis” und „Syrmos", die frühesten für Iannis Xenakis charakteristischen Stücke uraufgeführt wurden, reagierte das Publikum mit Schmerzensschreien. Seine Musik schien allen Gesetzen zu widersprechen, die selbst Menschen mit weitestem ästhetischen Horizont noch gelten lassen wollten. Iannis Xenakis kam 1922 in Rumänien zur Welt, lebte ab 1937 in Griechenland, wo er mehr als einmal mit den jeweiligen Machthaber in Konflikt geriet. Unter den Nationalsozialisten wurde er zum Tode verurteilt, überlebt...
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Neujahrskonzert
Und er lächelte doch – Debüt eines Gestrengen Nikolaus Harnoncourt dirigierte erstmals das Neujahrskonzert und hatte allen Grund, entgegen seiner Ankündigung zufrieden zu lächeln. Unter seiner Führung wurde das Programm zu einer Schule der musikalischen Behutsamkeit. Ein Lehrstück würde es werden, so durfte man mutmaßen, als es hieß, Nikolaus Harno...
Götz Friedrich
Wie der Revoluzzer zum Prinzipal wurde Götz Friedrich ist tot. Der Regisseur und Impresario hatte sich vom provokanten Regiestar in einen wohlbestallten Berliner Opernintendanten verwandelt. Er starb 70jährig nach kurzer Krankheit.
Seine letzte Regiearbeit hatte erst vor wenigen Wochen Premiere. Sie galt Menottis Kinderoper "Amahl und die nächtlichen Besucher". Als sollte es ein Zeichen sein: Götz Friedrichs Derniere war dem Nachwuchs gewidmet, dem er zuletzt besonderes Augenmerk geschenkt hatte.
Denn der alte Fuchs unter den Opernintendanten wußte ganz genau, daß die großen Häuser sich vorrangig der Heranziehung neuer Publikumsschichten wi...
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»Roberto Devereux«
Winterstarre im Kostümpanzer - Jämmerliches Umfeld für eine Diva Edita Gruberova hat sich eine weitere Donizetti-Oper gewünscht. Die Wiener Staatsoper gehorchte und zeigt jetzt angeblich "Roberto Devereux", in Wahrheit aber eine der langweiligsten, inszenatorisch unzulänglichsten Produktionen aller Zeiten.
Die Frage, wozu diese Premiere nötig w...
Rattle und die Klassik
Wie gut die Philharmoniker spielen können Sir Simon Rattle bewies im Musikverein, daß die Wiener Philharmoniker zu weit Höherem berufen sind, als sie gemeinhin bieten.
Nach Christian Thielemann dirigierte nun auch Simon Rattle ein philharmonisches Konzert, dessen Qualität weit über das Normalmaß - auch dieses Orchesters - hinauswies. Beethovens Fü...
Gerhard Schedl
Dem Ausdruck zart und wild verfallen Der Komponist aus Wien, hat im Alter von 43 Jahren in Frankfurt am Main seinem Leben ein Ende gesetzt.
Erst ein paar Wochen ist es her, da hat Gerhard Schedl einen Erfolg feiern können. Seine Oscar-Wilde-Oper "Zwerge, Riesen, Menschenfresser" erlebte anläßlich des Carinthischen Sommers ihre Uraufführung und bestätigte den Rang des Komponisten als eine der prägnanten Erscheinungen der zeitgenössischen Musik. Schedl, der seit Jahren am Hochschen Konservatorium in Frankfurt unterrichtet hat, verstand sich als Musiker in der langen Tradition der abendländischen Komponier-Geschichte. "Ins Herz will ich treffen...
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Geiger-Gipfel
Gipfeltreffen der Geiger als Kontrapunkt mit Fuge Vengerov & Mintz, die beiden Weltklassevirtuosen, markierten den vorläufigen Höhepunkt im Geiger-Gipfeltreffen, das derzeit im Wiener Musikverein stattfindet.
Nach Gidon Kremer, vor Kyung Wha Chung gaben sich Shlomo Mintz und Maxim Vengerov die Ehre: Ein Konzert mit allen in der Originalfassung...
Kremer & Maisenberg
Das Wagnis der Virtuosen und die Wiener Gidon Kemer im Verein mit Oleg Maisenberg sowie das EOS-Quartett bewiesen dieser Tage, daß Wien auch für anspruchsvolle Musik ein dankbares Publikum hat.
Daß in aller Welt die Besucherzahlen bei sogenannten "klassischen" Konzerten zurückgehen, ist bekannt. Wien ist anders, das weiß man, sobald man die Stati...
»Der Nußknacker«
Zerstückelt und ruiniert Renato Zanella hat Tschaikowskys »Nußknacker« neu choreographiert. Fazit: Das Repertoire des Staatsopernballetts ist wieder um ein attraktives Werk ärmer.
Mehr als ein Vierteljahrhundert lang war Juri Grigorowitschs "Nußknacker"-Version an der Staatsoper zu sehen. Zur Freude der Erwachsenen immer wieder auch mit russischen...