Kategoriearchiv: Feuilleton

Ildiko Raimondi

Wie man heute eine Mozart-Nuß knackt Ildiko Raimondi, eine der profiliertesten Mozart-Sängerinnen, ist in Salzburg in einer Matinee zu hören und sprach mit der „Presse” über Mozartgesang. Mozart ist nicht leicht zu singen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Zu ihnen zählt Ildiko Raimondi, längst fixe Größe im Wiener Opernensemble. Für ihren Auftritt in der am Wochenende von Hubert Soudant dirigierten Mozart-Matinee hat sie sich drei Arien ausgesucht: „Ich beginne mit ,Vado ma dove'. Das ist fürs Publikum. Dann die Arie KV 484a – die singe ich für mich. Sie wird selten gemacht, weil sie das ist, was man undankbar nennt. Sie wird, wenn man nicht aufpaßt, schnell fad. Das ist die Nuß, die ich immer zum Knacken brauche". Zuletzt singt Raimondi dann noch die Zerlina-Arie aus dem „Giovanni” mit dem...

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Arnold Schönberg

„Einer hat's tun müssen” Sein Frühwerk, allen voran „Verklärte Nacht” und „Gurrelieder", zählt längst zum Fixbestand des Repertoires. Aufführungen vieler seiner späteren Werke hingegen haftet nach wie vor der Charakter einer Pflichtübung an. Kann man Arnold Schönberg popularisieren? Anmerkungen zum 50. Todestag. Ich glaube, Schuberts Porträt war noch nie so überlebensgroß an allen Ecken und Enden in Wien plakatiert. Arnold Schönberg wird diese Ehre derzeit zuteil. Das hat mancherlei Gründe, vor allem den, daß die Stadt vor bald vier Jahren den Entschluß gefaßt hat, viel Geld dafür aufzuwenden, daß der Nachlaß des Komponisten „heimgeholt” wurde und ab sofort im Mittelpunkt der Bemühungen eines eigens dafür gegründeten Arnold-Schönberg-Centers stehen sollte. Schlechtes Gewissen war für diese...

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23. April

Analytiker mit vielen Noten und Weltdirigent Giuseppe Sinopoli brach am Freitagabend während einer „Aida“-Aufführung in der Deutschen Oper Berlin zusammen. Der Dirigent starb im 55. Lebensjahr. Ab seinem 55. Geburtstag, so hatte Giuseppe Sinopoli noch vor kurzem Freunden beschieden, werde er sich nicht mehr so viele Termine zumuten und sich aufs Wesentliche beschränken. Es sollte nicht sein. Der Vielbeschäftigte starb, als er wieder künstlerische Beziehungen zur Deutschen Oper Berlin anknüpfte, eines jener Häuser, denen er sich zuvor auch schon als streitbarer Geist gezeigt hatte. Sinopoli war ein unbequemer Zeitgenosse. Er wußte das auch. Es...

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